vergrößernverkleinern
Pawel Pogrebnjak will Gomez nicht "eins zu eins ersetzen. Ich habe meine eigenen Stärken" © getty

Der Russe ist in Stuttgart angekommen und will nicht nur einen Titel holen. Trainer Markus Babbel bekommt seinen Wunschspieler.

Stuttgart - Als Pawel Pogrebnjak am Dienstagmittag in einem Stuttgarter Hotel vor die Presse trat, bestand endlich Gewissheit, dass der VfB tatsächlich einen Nachfolger für Mario Gomez gefunden hat.

Schüchtern nahm der russische Nationalstürmer im Blitzlichtgewitter Platz, eingerahmt von Teamchef Markus Babbel und Sportdirektor Horst Heldt, und stellte dann doch recht forsch erstmal etwas klar:

"Ich bin nicht gekommen, um Gomez eins zu eins zu ersetzen. Ich habe meine eigenen Stärken."

Der andere Gomez ist da.

Zwar etwas verspätet, weil er und seine Frau Maria den Anschlussflieger in Frankfurt verpassten, aber doch pünktlich genug, um bereits am Freitag zum Auftakt der Bundesliga bei Meister VfL Wolfsburg für die Schwaben zu stürmen.

Babbel bekommt seinen Wunschspieler

An den nötigen Klamotten wird es schon nicht fehlen, obwohl Horst Heldt die Fahndung nach einem verschollenen Gepäckstück Pogrebnjaks in Auftrag gab.

"Wer den Koffer findet, soll ihn bitte beim VfB abgeben", sagte der Sportdirektor.

Gefahndet hatte er auch lange nach einem wie Pogrebnjak (Pogrebnjak-Wechsel nach Stuttgart perfekt).

"Er war schon lange Zeit mein Wunschspieler. Ich habe Horst Heldt und Jochen Schneider gebeten, dass sie alles tun, damit Pogrebnjak kommt. Er ist ein Brecher und dynamisch", sagte Babbel und versicherte:

"Wir sind gut aufgestellt mit Hleb und Pogrebnjak." (Interview mit Markus Babbel)

Das glaubt auch Alexander Hleb, ausgeliehen vom FC Barcelona. "Wir sind stark genug, um mit den Bayern mitzuhalten", sagte der Weißrusse der "Bild".

Erst als Klarheit herrschte, konnte der VfB aktiv werden

Lange hatte es allerdings nicht so ausgesehen, als ob die Schwaben noch rechtzeitig einen Stürmer finden würden, der den freigewordenen Platz von Gomez vernünftig ausfüllen kann.

Bis zu 35 Millionen Euro sollen es sein, die aus München nach Stuttgart überwiesen werden. Für die Spieler, an denen der VfB Interesse zeigte, wollten die abgebenden Vereine entsprechend viel Geld sehen.

Heldt erklärte: "Wir haben Pogrebnjak lange Zeit beobachtet und hatten zuerst keine Möglichkeit, ihn zu verpflichten, da St. Petersburg mit ihm verlängern wollte. Erst als klar war, dass er seinen Vertrag definitiv nicht verlängern wird, hatten wir eine Chance."

Bis 2012 gilt der Kontrakt. "Keine fünf Millionen Euro" soll der 25-Jährige, dessen Vertrag mit Zenit am Jahresende ausgelaufen wäre, Heldt zufolge gekostet haben.

"Pinocchio" nennen sie den Angreifer übrigens in seiner Heimat, wegen seines zuweilen hölzernen Stils.

Nicht nur die Meisterschaft als Ziel

So schüchtern der 1,88 Meter große Pogrebnjak auch wirkte, seine Sätze über Ziele und Vorstellungen klangen äußerst selbstbewusst.

"Natürlich wollen wir die Ersten sein", übersetzte die Dolmetscherin, "mehrmals die Ersten".

Damit waren wohl die Platzierungen im Saisonverlauf gemeint, vielleicht aber auch die Wettbewerbe Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League.

Ganz so überragende Werte wie Gomez (zuletzt 24 Bundesligatore) kann Pogrebnjak nicht vorweisen.

Für Russland traf der Angreifer seit 2006 in acht Länderspielen dreimal. Vor der EM 2008 gehörte er dem Kader der Sbornaja an, doch die Endrunde verpasste er wegen einer Knieverletzung.

Für Zenit erzielte er seit 2007 in 54 Ligaspielen 21 Tore, in der aktuellen Spielzeit war er bei elf Einsätzen viermal erfolgreich.

Meira überzeugt den Russen

Er sei jedenfalls froh, da zu sein und in der Bundesliga spielen zu können.

"Ich mag die Bundesliga, ich mag Stuttgart", sagte Pogrebnjak und erzählte von Unterredungen mit seinem Zenit-Mitspieler, dem früheren VfB-Verteidiger Fernando Meira:

"Ich habe mit Fernando gesprochen, er hat mich überzeugt und nur gut über Stuttgart gesprochen."

Offenbar ging es dabei allerdings häufiger um Autos als um Fußball. "Wenn ich Stuttgart höre, denke ich an Mercedes", sagte Pogrebnjak.

Zum Forum - hier mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel