vergrößernverkleinern
Ligapräsident Reinhard Rauball missfällt die Söldner-Mentalität vieler Spieler © getty

Ligapräsident Reinhard Rauball kritisiert die Finanzierung von Ronaldo und Co. - In Deutschland wirtschafte man "viel seriöser".

München - Ligapräsident Reinhard Rauball hat das größtenteils an den Tag gelegte Finanzgebaren der Bundesligisten als vorbildlich bezeichnet.

"Wenn man sieht, wie andere Branchen in Existenz-Nöte geraten, muss man sagen: Wir wirtschaften sehr viel seriöser", sagte Rauball in einem Interview der "Bild": "Da wird nicht auf vermeintliche Gewinne gezockt. Manche Branchen könnte sich das Finanzgebaren der Bundesliga zum Vorbild nehmen."

Bundesliga-Stars wie der Münchner Franck Ribery seien vom Festgeldkonto finanziert worden.

Ronaldo und Co. nur durch Kredite finanziert

"In Spanien dagegen wird Ronaldo mit einem Gesamtaufwand von 150 Mio. Euro zum großen Teil mit Krediten finanziert", sagte Rauball: "Ich hoffe, die Real-Verantwortlichen können ruhig schlafen. Bei uns kann ich keinen Verein erkennen, der ein so waghalsiges Risiko eingehen würde."

Weltstars wie Ronaldo seien für die Attraktivität der Liga ohnehin nicht nötig.

"Brauchen wir Ronaldo?", fragte der Ligapräsident: "Wir hatten zum siebten Mal in Folge einen Zuschauerrekord mit zuletzt 18 Millionen Zuschauern und Spannung pur bis zum letzten Spieltag."

Rauball missfällt die Söldner-Mentalität

Was Rauball missfällt, ist jedoch die Söldner-Mentalität vieler Spieler.

"Die Fans wollen sich mit einem Spieler identifizieren - und umgekehrt sollte es auch so sein", sagte er: "Ich kann es nicht mehr sehen, wenn Profis ihr Vereinsabzeichen küssen. Und beim nächsten Mal wieder ein anderes."

Rauball ergreift Partei für Klubs

Im drohenden Streit um die Abstellungen der Jung-Profis für die U-20-WM in Ägypten (25. September bis 16. Oktober) stellt sich Rauball als Liga-Vertreter auf die Seite der Vereine, wenn auch mit Einschränkungen.

"Die Klubs haben meiner Meinung nach Vorrang", meinte er: "Aber man sollte auch nur die Spieler zurückhalten, die zu den ersten 16 des Kaders gehören. Liga und DFB treffen sich am Donnerstag. Wir müssen uns einen Ruck geben, eine kluge Lösung im Sinne des Sports."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel