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Luca Toni wurde in der Saison 2007/08 Torschützenkönig in der Bundesliga © imago

Hitzfeld sieht Konfliktpotenzial im Bayern-Sturm, insbesondere bei Toni. West Ham soll nun Interesse am Italiener haben.

Von Christian Stüwe

München - Mit Mario Gomez, Miroslav Klose, Luca Toni und Ivica Olic hat der FC Bayern München vier Top-Stürmer im Kader.

Nachdem es in der vergangenen Saison zu Engpässen in der Offensive des Rekordmeisters gekommen war, droht in dieser Spielzeit mindestens zwei Hochkarätern der Platz auf der Bank.

Neuzugang Gomez scheint neben Klose gesetzt zu sein, weshalb schon vor dem Bundesliga-Auftakt Konfliktpotenzial vorhanden ist 136663(DIASHOW: Gewinner und Verlierer beim FCB) .

"Angreifer verkaufen"

Das hat auch der frühere Meistertrainer Ottmar Hitzfeld erkannt.

"Die Bayern wären gut beraten, einen Angreifer zu verkaufen", sagte der Schweizer Nationaltrainer auf einer Veranstaltung des Pay-TV-Senders "Sky"

Dabei ist für Hitzfeld anscheinend Luca Toni aufgrund seiner Charaktereigenschaften der erste Streichkandidat.

"Probleme könnte es mit Luca Toni geben, wenn er nicht spielt", erklärte Hitzfeld: "Er ist der Weltmeister der Unzufriedenheit."

Dass Toni nicht spielt scheint wahrscheinlich, nachdem der 32-Jährige die Vorbereitung aufgrund einer Knöchelverletzung verpasst hat und im Moment noch hinter Olic nur Stürmer Nummer vier zu sein scheint.

Interesse von West Ham?

Dazu könnte passen, dass der Premier-League-Klub West Ham United Interesse an einer Verpflichtung oder Ausleihe Tonis haben soll.

Bei den "Hammers" sitzt mit Gianfranco Zola ein Landsmann Tonis auf der Bank. Zola sucht nach einem Ersatz für Stürmer Luis Boa Morte, der verletzt langfristig ausfällt.

Allerdings soll das hohe Gehalt Tonis den Verantwortlichen der "Hammers" Kopfzerbrechen bereiten.

Hitzfeld glaubt an Titelgewinn

Trotz des Überangebotes im Sturm hält Hitzfeld allerdings große Stücke auf den aktuellen Kader des FC Bayern.

Der Gewinn Meisterschaft ist für den 60-Jährigen fast schon selbstverständlich: "Man kann nur darüber diskutieren, wer Zweiter wird."

Eine Meinung, die Hitzfeld mit Klub-Präsident Franz Beckenbauer teilt.

"Kaiser" träumt von der Champions League

Der "Kaiser" geht sogar noch ein gutes Stück weiter. ?Wir haben vor der Runde in die Kasse gegriffen wie noch nie. In meinen Augen haben wir jetzt die beste Mannschaft aller Zeiten", sagte Beckenbauer der "Rhein-Neckar-Zeitung".

Auch in Europa sollen die Bayern nach den Investitionen, insbesondere in Stürmer Gomez, wieder ein gewichtigeres Wörtchen mitreden.

"Wir wollen in der Champions League ins Viertel- oder besser ins Halbfinale kommen. Dann haben wir sogar eine Chance, Champions-League-Sieger zu werden", sagte Beckenbauer weiter.

Löw glaubt nicht an FCB-Alleingang

Nur Bundestrainer Joachim Löw will sich der Euphorie um die Bayern nicht ganz anschließen.

"Der FC Bayern ist bei den Fans oder in Umfragen wie immer der Topfavorit. Ich verspreche mir trotzdem wie zuletzt wieder eine spannende Saison. Es gibt einige Mannschaften, die schon in den vergangenen Jahren an Qualität und Konstanz zugelegt haben. Ich sehe keinen Alleingang der Bayern", sagte Löw und fügte an:

"Vielleicht wird wieder eine Mannschaft wie Stuttgart oder Wolfsburg Meister, die keiner auf der Rechnung hat."

Ribery vor dem Comeback

Dies zu verhindern soll auch der zuletzt verletzt fehlende und abwanderungswillige Franck Ribery (Ribery wieder einsatzbereit) helfen.

Der französische Superstar steht nun etwas überraschend vor seinem Comeback.

Ribery trainiert wieder voll mit der Mannschaft und könnte vielleicht schon im Auftaktspiel der Bayern in Hoffenheim zum Einsatz kommen.

Butt will keinen Stunk machen

Dagegen wird Torhüter Jörg Butt am Samstag fast sicher nicht spielen. Doch der 35-Jährige will die Degradierung durch Trainer Louis van Gaal hinter Michael Rensing sportlich nehmen.

"Ich werde sicher keinen Stunk machen, das wäre der falsche Weg. Ich bin Michael auch nicht böse. Der Trainer hat sich nun einmal für ihn entschieden", sagte Butt der "tz".

"Im letzten Jahr hat man gesehen, wie schnell es im Fußball gehen kann. Auf einmal war ich die Nummer 1 - und dann hatte ich einen guten Anteil daran, dass wir uns direkt für die Champions League qualifiziert haben."

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