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"Der neue Weltmeister kann nur Deutschland heißen. Allein schon  wegen der größeren Klasse als Mannschaft insgesamt." - Franz  Beckenbauer, Weltmeister-Teamchef von 1990, auf der DFB-Homepage
Franz Beckenbauer ist seit 1994 Präsident beim FC Bayern München © getty

In der "Wurscht"-Affäre zieht Franz Beckenbauer seine Kritik am Franzosen zurück. Der "Kaiser" sei falsch interpretiert worden.

München - Bayern Münchens Präsident Franz Beckenbauer hat im Fall Franck Ribery eine Kehrtwendung vollzogen und sich beim Mittelfeldstar des deutschen Rekordmeisters sogar entschuldigt.

"Es tut mir leid. Ich bin ein bisschen falsch interpretiert worden. Eigentlich wollte ich ihm helfen, so komisch es klingt", sagte Beckenbauer bei einer Veranstaltung eines TV-Senders in München.

"Es war ein Fehler, dass ich gesagt habe, dass ihm München wurscht ist. Ich habe nur gemeint, dass ich ihn mit Real verstehen kann, weil seine Wurzeln eben nicht in Deutschland sind."

Neue Position für Ribery

Er sei nun allerdings "gespannt, wie Franck auf der neuen Position zurecht kommt. Er braucht für sein Spiel Platz, das hat er als Zehner nicht", meinte der Kaiser.

Nach der langen verletzungsbedingten Pause des Franzosen rechnet Beckenbauer schnell mit einer Rückkehr von Ribery: "Frank braucht keine lange Anlaufzeit. Er findet relativ schnell ins Spiel. Er hat kein Übergewicht. Er ist ein absoluter Profi." (Ribery wieder einsatzbereit)

"Kaiser" sieht seine Bayern vorn

Vor dem Start in die Saison sieht Beckenbauer seinen FC Bayern, der am Samstag in Hoffenheim spielt, klar vorne.

"Meister wird Bayern - wer sonst?", sagte er erneut, nachdem er zuletzt sogar vom besten Bayern-Kader aller Zeiten gesprochen hatte. Dies sei vielleicht ein bisschen übertrieben gewesen, meinte er nun, "aber ich wüsste nicht, dass in den letzten Jahren was Besseres da war". 136663(DIASHOW: Gewinner und Verlierer beim FCB)

Zumal Louis van Gaal die Mannschaft "anders im Griff hat als Jürgen Klinsmann. Ihm ist es nicht gelungen, das Team zu dirigieren."

Meisterschaft ein Muss

Deshalb muss der Meistertitel für die Münchner auch die höchste Priorität haben.

"Der FC Bayern hat tief in die Tasche gegriffen. Wer 30 Millionen für Mario Gomez ausgibt, darf nicht nur um die Teilnahme in der Europa League speilen. Der muss Meister werden", so Beckenbauer in der "Bild".

Konkurrenz aus Dortmund

Als starke Konkurrenz schätzt der FCB-Boss insbesondere Borussia Dortmund ein: "Mit seiner Euphorie hat Klopp auch die Mannschaft, das Umfeld und die Fans angesteckt. Wenn nun auch Argentinien-Torjäger Barrios einschlägt, wird Klopp für Bayern gefährlich."

Beckenbauer freut sich auf jeden Fall auf die neue Saison "wie selten zuvor. Es gibt so viele Fragen, die mich neugierig machen. Was machen die Bayern mit dem neuen Trainer? Wie stellt er auf? Wie passt das mit Ribery auf der neuen Position? Wie kommt Bremen ohne Diego zurecht? Bekommt Felix Magath Schalke in den Griff?"

Zu viele Stürmer beim FCB

Auch für Ex-Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld sind die Münchner "klarer Favorit". Aber der Schweizer Nationalcoach erwartet für van Gaal durchaus Probleme.

"Ich möchte mit Louis van Gaal nicht tauschen. Er hat 27, 28 Spieler. Das ist einfach zu viel. Das stört den Trainingsbetrieb", sagte Hitzfeld.

Der Schweizer Nationaltrainer weiter: "Van Gaal hat auch zu viele Stürmer. Wenn Luca Toni nicht spielt, könnte das Unruhe bringen. Das könnte auch für den Trainer ein Problem werden. Auch Timoschtschuk könnte ein Problemkind werden."

Verständnis für Ribery

Zum Flirt von Ribery mit den Spaniern zeigte Hitzfeld Verständnis für den Franzosen.

"Er ist ein Vollprofi und wenn Real Madrid lockt, ist das für jeden Spieler eine Versuchung. Aber Uli Hoeneß hat da eine ganz klare Meinung geäußert und wenn er sagt, man braucht kein Geld, muss man das beste Pferd im Stall behalten", erklärte der Trainer gegenüber der "dpa".

"Ribery ist der beste Spieler bei Bayern und die Attraktion in der Bundesliga generell. Von daher freue ich mich und hoffe, dass Bayern standhaft bleibt."

Kein Alleingang

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer erwartet zumindest keinen Alleingang des Rekordmeisters.

"Bayern München ist nicht so herausragend, dass die Anderen Angst haben müssten. Der HSV hat sich gut verstärkt. Auch Stuttgart habe ich ein bisschen auf der Rechnung", sagte Sammer.

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