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Wer hat die Nase vorn? Ze Roberto, Mario Gomez oder Alexander Hleb (v.l.n.r.) © getty

Das Warten hat ein Ende: Endlich beginnt die neue Saison. Teil 4 des Sport1.de-Formchecks: Der Kampf um die Meisterschaft.

Von Christian Stüwe und Daniel Rathjen

München - Die Frage, wer Deutscher Meister wird, beschäftigt zu Beginn einer neuen Saison die ganze Fußballnation.

Fast schon reflexartig wird in den meisten Fällen der FC Bayern genannt.

Meist drehen sich die Diskussionen lediglich darum, wer den dem langjährigen Aushängeschild des deutschen Fußballs ein Bein stellen könnte.

In der letzten Saison gelang dem VfL Wolfsburg der Coup. Die Münchner haben vor der Saison kräftig investiert und mit Louis van Gaal einen international renommierten Trainer verpflichtet, um in der neuen Spielzeit die Nase wieder vorne zu haben.

Sport1.de analysiert im vierten Teil des Formchecks die Situation beim FC Bayern und den beiden Teams, die den Münchner am ehesten gefährlich werden können. (zu den Euroleague-Kandidaten , zu den Abstiegskandidaten und zum Mittelfeld)

Auch der neue Sport1.de-Kolumnist Huub Stevens gibt erneut seine Prognose ab.

Bayern München:

"In meinen Augen haben wir jetzt die beste Mannschaft aller Zeiten", sagt Präsident Franz Beckenbauer. Auch Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld glaubt an einen Alleingang: "Man kann nur zu diskutieren, wer Zweiter wird."

Der FC Bayern hat sich in der Tat verstärkt, keine Frage. Mit 30-Millionen-Stürmer Mario Gomez und Ivica Olic wurde die Sturmreihe mit Miroslav Klose und Luca Toni zu der wahrscheinlich gefährlichsten der Liga veredelt.

Das defensive Mittelfeld mit Kapitän Mark van Bommel ist ebenfalls eine Bank. Um die Position auf halbrechts rangeln Neuzugang Anatolij Timoschtschuk und Hamit Altintop.

Doch es gibt auch einige Fragezeichen. Im offensiven Mittelfeld wurde der ebenso geniale wie abwanderungswillige Franck Ribery gehalten.

Vieles wird wird davon abhängen, wie sich der launische Franzose in den Dienst der Mannschaft stellt. Bastian Schweinsteiger blieb in der vergangenen Spielzeit unter seinen Möglichkeiten und muss sich steigern.

Doch die Probleme liegen in der Defensive. Nach dem Abgang von Lucio und der Verletzung von Martin Demichelis müssen Daniel van Buyten und der junge Holger Badstuber die Innenverteidigung bilden. Als Ersatz stehen nur noch Breno und Neuzugang Edson Braafheid zur Verfügung, die ihre Bundesligatauglichkeit noch unter Beweis stellen müssen.

Die größte Baustelle ist jedoch die Torwartposition. Michael Rensing erwies sich in der letzten Spielzeit als Unsicherheitsfaktor, Konkurrent Jörg Butt patzte in der Vorbereitung.

Hamburger SV

Schon seit Jahren wird der HSV immer wieder als Mitfavorit gehandelt. Doch immer wieder ging dem Traditionsklub auf der Zielgeraden die Puste aus.

Vor dieser Saison wurde viel Geld in die Hand genommen, um die Mannschaft weiter zu verstärken. Mit Eljero Elija (9 Millionen Euro) und Marcus Berg (10 Mio.) wurde kräftig in den Sturm investiert.

Ze Roberto und David Rozehnal sollen der Defensive mehr Stabilität verleihen. Insgesamt wurden zehn Millionen Euro mehr in die Mannschaft investiert, als geplant. Das setzt den neuen Trainer Bruno Labbadia und den Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann unter Druck.

Der große Wurf soll gelingen, die Mannschaft soll endlich zu Konstanz finden. Ein Störfaktor könnte sein, dass nach dem Abgang von Dietmar Beiersdorfer noch kein neuer Sportdirektor verpflichtet wurde.

VfB Stuttgart

In der vergangenen Spielzeit startete der VfB zum Ende der Saison eine tolle Aufholjagd und kratzte noch am Titel. Am Ende wurde es Rang drei.

Nun steht das Jahr eins nach dem Abgang von Mario Gomez an. Den herausragenden Stürmer zu ersetzen dürfte nicht einfach werden, allerdings haben die Schwaben die Gomez-Millionen gut investiert.

Mit dem aus Barcelona ausgeliehenen Alexander Hleb kommt ein alter Bekannter, der das starke Mittelfeld um Thomas Hitzlsperger und Sami Khedira weiter aufwertet.

Als direkter Gomez-Nachfolger wurde mit Pavel Pogrebnjak ein international renommierter Stürmer geholt, der allerdings in sehr große Fußstapfen tritt und zum ersten Mal im Ausland spielt.

Nach den Verstärkungen sind die Erwartungen hoch. "Unser Ziel ist ganz klar die Champions League", sagt Manager Horst Heldt.

Und hier liegt das Problem. Die Mannschaft ist stark und eingespielt, war zuletzt aber dennoch von Gomez in gewisser Weise abhängig. Hleb und Pogrebnjak stehen also mächtig unter Druck.

Ein Handicap ist auch, dass Babbel mehrere Tage in der Woche mit seinem Trainerlehrgang beschäftigt sein wird und das Stadion umgebaut wird.

Das sagt Sport1.de-Kolumnist Huub Stevens:

"Bayern ist für mich wieder Titelkandidat Nummer eins. Diese Position haben sie sich auch über Jahre hart erarbeitet. Und ich bin sicher, dass Louis van Gaal seine Trainer-Qualitäten beim FC Bayern umsetzen wird.

Aber man hat letzte Saison gesehen, dass auch ein Außenseiter den Titel holen kann. Deshalb darf man Wolfsburg als Kandidat nicht vergessen, gleiches gilt für Stuttgart und den HSV."

Die Sport1.de-Prognose

Die Sport1.de-Redaktion sieht die Bayern klar auf Platz eins, weil sie in der Offensive am stärksten besetzt sind. Allerdings muss van Gaal die Probleme in Abwehr und Tor lösen, sonst könnte es an der Säbener Straße wieder ungemütlich werden.

Der HSV findet dank Ze Roberto und David Rozehnal unter dem neuen Trainer Bruno Labbadia zu mehr Konstanz. Dennoch reicht es für die Hamburger nur zum Vizetitel.

Dank Hleb und Pogrebnjak kann der VfB den Abgang von Gomez einigermaßen kompensieren. Mehr als die Wiederholung des dritten Rangs aus dem Vorjahr ist für die Truppe von Trainer Markus Babbel aber nicht drin.

Die Prognose:

1. Bayern

2. HSV

3. Stuttgart

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4. Bremen

5.Wolfsburg

6. Hoffenheim (>> Hier geht's zum Formcheck der Europa-League-Kandidaten)

7. Schalke

8. Dortmund

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9. Leverkusen

10. Hertha

11. Köln

12. Frankfurt

13. Gladbach (>> Hier geht's zum Formcheck der Mittelfeldkandidaten)

14. 1. FC Nürnberg

15. Hannover 96

16. SC Freiburg

17. VfL Bochum

18. Mainz 05 (>> Hier geht's zum Formcheck der Abstiegskandidaten)

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