vergrößernverkleinern
Vedad Ibisevic wechselte 2007 von Alemannia Aachen zu 1899 Hoffenheim © getty

Nach monatelanger Verletzungspause kehrt der Hoffenheimer Torjäger gegen Bayern wieder auf die Bundesliga-Bühne zurück.

Von Nils Reschke

Die Bundesliga investiert in Ballermänner: Welttorjäger Lucas Barrios soll künftig für den BVB in Dortmund auf Torejagd gehen. U-21-Shootingstar Markus Berg verstärkt den Hamburger SV.

Und Obafemi Martins hat den Weg zum deutschen Meister VfL Wolfsburg gefunden. Da kann es schon leicht passieren, dass der eigentliche Ballermann der Liga in Vergessenheit geraten ist. Doch Vorsicht, Keeper: Vedad Ibisevic (Spielerporträt) ist wieder am Ball!

Für den Stürmer schließt sich am Samstag (ab 18 Uhr im neuen LIVE-TICKER ) der Kreis. Am 5. Dezember 2008 beim 1:2 bei Bayern München bestritt der Torjäger sein bislang letztes Spiel in der Bundesliga.

Kreis schließt sich

Zum Auftakt der neuen Saison - wieder gegen die Bayern - feiert er sein Comeback. Nach seinem Kreuzbandriss hat die siebenmonatige Leidenszeit für den Bosnier endlich ein Ende.

Vor dessen Verletzungspause überschlug sich die Presse mit Superlativen. Aufsteiger Hoffenheim feierte die Herbstmeisterschaft. Und dieser inoffizielle Titel trug einen Namen: Vedad Ibisevic.

18 Mal hatte es der Bosnier krachen lassen. Erstmals schien der Fabelrekord von Gerd Müller mit 40 Saisontoren wirklich ernsthaft in Gefahr zu geraten. Die Welt in Hoffenheim war in Ordnung.

Ganz besonders im Hause Ibisevic. Bis zum 14. Januar 2009, dem ersten Testspiel nach der Winterpause, jener Begegnung, in der sich Ivica Olic und Carlos Eduardo behakten, was große Wellen schlug.

Wesentlich dramatischer war allerdings eine andere Randnotiz: Denn Vedad Ibisevic riss sich das vordere Kreuzband! Die Rückrunde war damit gelaufen. Und mit ihr der Müller-Rekord.

Prädikat "Weltklasse"

Während sein Club dann mehr und mehr im Mittelfeld versank, schuftete der Top-Torjäger mit dem "Kicker"-Prädikat "Weltklasse" für sein Comeback.

"Nach der Operation war mir klar: Das alles hast du jetzt nicht geträumt, du bist wirklich schwer verletzt!" Doch Aufgeben kam nicht in Frage. Das war schon in seiner Debüt-Saison für 1899 nicht anders.

Damals aus Aachen geholt, lief es in Liga zwei zunächst alles andere als rund. In einem Interview mit "Goal.com" erzählte der 24-Jährige von dieser ernüchternden Karrierephase:

"Es hatte den Anschein, als habe ich mein Selbstvertrauen im letzten Jahr irgendwo verloren. Wenn Du als Stürmer einige klare Chancen vergibst, beginnen die Selbstzweifel."

Doch Hoffenheim stieg auf. Und das war gleichzeitig auch der Aufstieg des Vedad Ibisevic. Der Bundesliga-Neuling eilte von Sieg zu Sieg. Der Bosnier traf am Fließband.

Sanogo konnte Ibisevic nicht ersetzen

Nach seinem Kreuzbandriss riss auch der Faden bei Hoffenheim. Das internationale Geschäft verpasste die Mannschaft von Ralf Rangnick. Ihr Stürmer war zum Zuschauen verbannt.

Neuzugang Boubacar Sanogo blieb glücklos, schaffte nur ein Saisontor und traf zur "Krönung" gegen seinen Ex-Verein Werder Bremen in einem Spiel gleich drei Mal den Pfosten.

"Immer nur zuschauen müssen, wie die Jungs täglich auf dem Platz trainieren und du quälst dich allein, tut doch sehr weh", litt der Bosnier auf der Tribüne mit.

"Keiner hätte mich mit Müller verglichen"

"Ich habe mich schon gefragt: Warum nur jetzt? Aber mir wurde schnell klar: Es gibt keinen idealen Zeitpunkt für einen Kreuzbandriss", ließ sich Ibisevic nicht aus der Ruhe bringen.

Er rackerte weiter. Bis zum 12. Juli 2009, jenem Tag, als er zum ersten Mal wieder einen Treffer für Hoffenheim bejubelte im Test gegen Verbandsligist Forst.

Der erste echte Härtetest folgte dann kurz darauf gegen Panathinaikos Athen. 1:0 gewonnen. Torschütze? Na klar, Vedad Ibisevic. Es läuft also schon wieder alles sehr rund.

"Wenn es vor einem Jahr passiert wäre, wäre es noch schlimmer gewesen. Ich hätte keine 18 Tore geschossen, keiner hätte mich mit Gerd Müller verglichen", meint der Stürmer. Vielleicht wird genau das aber schon bald wieder passieren...

Mehr Kämpferherz-Porträts auf kämpferherz.de

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel