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Grafite (r.) wurde vor dem Spiel als Fußballer des Jahres geehrt © getty

Der Meister weist zum Saisonauftakt Stuttgart deutlich in die Schranken und zeigt sich auch anschließend voller Selbstvertrauen.

Wolfsburg - Ein Feuerwerk auf dem Rasen, Jubelstimmung auf den Rängen und Tore wie aus dem Lehrbuch:

Beim Deutschen Meister VfL Wolfsburg geht die Fußball-Party weiter, als hätte es die elfwöchige Sommerpause nach dem Titelgewinn nie gegeben.

Angeführt von ihrem "magischen Dreieck" Zvjezdan Misimovic, Grafite und Edin Dzeko machten die Niedersachsen beim 2:0 (0:0) gegen den VfB Stuttgart zum Saisonauftakt klar, dass die erfolgreiche Titelverteidigung keine Utopie sein muss. (Wolfsburg fast schon wieder meisterlich)

"Wenn wir als Mannschaft weiter so gut funktionieren und jeder für den anderen kämpft, wird es schwer, uns zu schlagen", erklärte Torschützenkönig Grafite, der mit seinem Treffer zum 2:0 nahtlos an die 28 Tore der vergangenen Spielzeit anknüpfte.

Der Erfolgshunger der "Wölfe" scheint nach dem ersten Titel der Vereinsgeschichte jedenfalls noch lange nicht gestillt. "Die letzte Saison war schon sehr gut, aber ich werde versuchen, es noch besser zu machen", sagte der Brasilianer.

Für Wolfsburgs Spielmacher Misimovic, der die Führung für den VfL erzielt hatte, kam die starke Leistung im ersten Saisonspiel nicht überraschend: "Wir haben gegenüber vielen anderen den Vorteil, dass wir als Mannschaft komplett zusammengeblieben sind", sagte der Bosnier.

Konditionelle Überlegenheit

Darüber hinaus schien der VfL im Duell zweier Teams auf Augenhöhe auch physisch die Nase leicht vorne zu haben: "Wir konnten am Ende noch einen Gang zulegen - das hat den Unterschied gemacht", so Misimovic.

Da konnten es sich die Gastgeber sogar leisten, einige gute Torchancen vor allem im ersten Durchgang zunächst auszulassen.

Die wohl größte Möglichkeit zur Führung vor der Pause vergab Dzeko nach einem starken Solo, bei dem er nur durch eine glänzende Reaktion von VfB-Keeper Jens Lehmann am Torerfolg gehindert wurde (19. Minute).

Individuelle Klasse macht den Unterschied

Zwar hatten auch die Gäste eine Reihe guter Chancen, doch die Tore machte am Ende der VfL. Zwei schöne Einzelleistungen von Misimovic (71.) und Grafite (82.) sorgten für den 16. Bundesliga-Heimsieg der Wolfsburger in Folge.

"Man hat gesehen, dass wir eine eingespielte Truppe sind. Wir haben unsere Chancen genutzt", sagte Nationalspieler Marcel Schäfer. In eine Mitfavoritenrolle für das Titelrennen will sich der Meister jedoch wie schon vergangene Saison nicht drängen lassen.

"Unser Ziel ist, unter die ersten Fünf zu kommen. Wenn wir so weitermachen, sind wir auf einem guten Weg", meinte Schäfer. Der neue VfL-Trainer Armin Veh wollte den Auftaktsieg ebenfalls nicht überbewerten:

Veh hält den Ball flach

"Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass ich mehrere Klubs im Kampf um die Spitze sehe. Dazu zähle ich uns genauso wie Stuttgart - daran hat sich nichts geändert", sagte der Nachfolger von Meistercoach Felix Magath. "Unser Ziel ist es, den VfL dauerhaft in der Bundesligaspitze zu etablieren."

Bei Vehs Ex-Klub hielt sich der Frust trotz der Niederlage derweil in Grenzen. "Mit dem Spiel meiner Mannschaft bin ich eigentlich sehr zufrieden - vor allem in der ersten Halbzeit waren wir auf Augenhöhe", sagte VfB-Coach Markus Babbel.

Lediglich die Verletzung von Abwehrspieler Christian Träsch, der eine Fraktur des linken Handgelenks erlitt, traf die Schwaben hart. "Wenn er länger ausfällen würde, wäre das sehr schmerzlich", sagte Manager Horst Heldt.

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