vergrößernverkleinern
Mario Gomez (r.) wechselte diesen Sommer vom VfB Stuttgart zu den Bayern © getty

Der FC Bayern kommt bei 1899 Hoffenheim nicht über ein Remis hinaus. Doch ein nicht gegebener Treffer sorgt für Wirbel.

Aus Sinsheim berichtet Matthias Becker

Sinsheim - Die Ära Louis van Gaal beim FC Bayern München hat mit einem Teilerfolg begonnen.

Im Topspiel des ersten Bundesliga-Spieltags musste sich der neue niederländische Coach des Rekordmeisters mit einem 1:1 (1:1)-Unentschieden bei 1899 Hoffenheim zufrieden geben.

Vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim erzielte Ivica Olic in der 25. Minute die Führung für die nicht überzeugenden Münchner, die zum achten Mal in Folge zum Bundesliga-Start ungeschlagen blieben.

Noch vor der Pause gelang Chinedu Obasi (41.) für den Herbstmeister der vergangenen Saison aber der verdiente Ausgleich.

"Das ist nicht professionell"

"Dafür, dass es das erste Spiel war, war es von beiden nicht so schlecht", fand zumindest Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick.

"In der Phase, wo wir eigentlich am stärksten waren, haben wir das Gegentor bekommen. In der zweiten Halbzeit war Bayern richtig stark, deshalb müssen wir am Ende mit dem Punkt zufrieden sein."

Weniger zufrieden zeigte sich aber Bayerns Trainer van Gaal: "Die Mannschaft hat in der ersten Halbzeit das Fußballspielen vergessen. Wir haben die Situationen nicht ausgespielt, das ist nicht professionell. Ich habe auch nach dem Spiel das Gefühl, dass wir hätten gewinnen müssen. Wir hatten Chancen, haben sie aber nicht genutzt."

Van Bommel im Krankenhaus

Für Kapitän Mark van Bommel ging es nach seiner Auswechslung allerdings direkt ins Krankenhaus.

Der Niederländer ließ sich wegen einer Prellung am rechten Mittelfuß untersuchen. Ob und wie lange van Bommel pausieren muss, war nicht bekannt.

Bundesliga-Debüt für van Gaal

Mit Mario Gomez, Ivica Olic, Daniel Pranjic, Holger Badstuber und überraschend auch Alexander Baumjohann ermöglichte van Gaal bei seinem Bundesliga-Debüt auf der Bayern-Bank gleich fünf Spielern das erste Ligaspiel im Trikot des Rekordmeisters.

Die Münchner begannen allerdings verhalten, überließen den Hoffenheimern in der Anfangsphase weite Teile des Mittelfelds und warteten auf Kontergelegenheiten.

Treffer für 1899 nicht gegeben

Trotzdem bot sich den Münchnern die erste Torchance des Spiels. Hamit Altintop erkämpfte sich vor dem Hoffenheimer Strafraum den Ball, seinen Rechtsschuss aus 18 Metern konnte 1899-Keeper Timo Hildebrand in der 4. Minute aber parieren.

Fortan kombinierten dann nur die Gastgeber - und hatten nach zehn Minuten großes Pech. Einen vom Innenpfosten zurückspringenden Kopfball von Josip Simunic konnte Bayern-Keeper Michael Rensing erst hinter der Torlinie erreichen. Das Schiedsrichtergespann um Babak Rafati verweigerte dem Treffer aber die Anerkennung.

"Das muss man sehen, der stand schon im Tor und nimmt den Arm nach hinten", ärgerte sich Hildebrand über die Situation.

"Wir haben Glück gehabt", meinte auch sein Gegenüber Rensing. "Ich habe in der Situation sofort zum Assistenten geschaut und hatte auch das Gefühl, dass er drin gewesen sein könnte."

Chance für Ibisevic

Als Weckruf wirkte diese Szene auf die Bayern nicht. In der 19. Minute ließen sie Rückkehrer Vedad Ibisevic im Strafraum völlig alleine. Seinen Kopfstoß aus sieben Metern nach Flanke von links von Salihovic hätte Rensing nie und nimmer erreicht.

Der Ball strich aber knapp links am Münchner Gehäuse vorbei.

Olic mit seinem ersten Tor für FCB

Die Chancen hatte Hoffenheim, das Tor machten die Bayern. Beck ließ den aufgerückten Pranjic ziehen, dessen Hereingabe von links verwertete Olic aus fünf Metern zu seinem ersten Tor für die Bayern (25.).

Die Führung verlieh den Münchnern zwar Sicherheit, spielerisch konnten sie aber weiterhin nicht überzeugen. Sie operierten viel mit langen Bällen, was Kurzpass-Fan van Gaal an seinem 58. Geburtstag überhaupt nicht gefiel.

Zudem hatte van Bommel Glück gehabt, dass ihn Schiedsrichter Rafati in der 27. Minute nicht für einen Schultercheck gegen Vorsah bestrafte.

Obasi zum Ausgleich

Hoffenheim hatte am Rückstand zu knabbern, meldete sich aber kurz vor der Pause mit einem Traumangriff zurück. Weis marschierte über rechts, seine Flanke aus vollem Lauf wurde von Lahm unterschätzt.

Der hinter dem Nationalspieler postierte Ibisevic legte volley ab auf Obasi. Der sorgte mit einem flachen Direktschuss mit links von der Strafraumgrenze für den 1:1-Pausenstand (41.).

Keine Wechsel zur Halbzeit

Trotz des durchwachsenen Auftritts seiner Elf in den ersten 45 Minuten verzichtete Bayern-Coach van Gaal in der Pause genauso wie sein Gegenüber Ralf Rangnick auf Wechsel.

Die Bayern-Startelf dankte ihrem Trainer dieses Vertrauen nach Anlaufschwierigkeiten.

Nach einem Hoffenheimer Ballverlust im Mittelfeld liefen Schweinsteiger und Baumjohann in Überzahl aufs Tor der Gastgeber zu. Baumjohann umkurvte Hildebrand, legte sich den Ball allerdings zu weit vor, so dass der Torhüter der Gastgeber die Großchance im zweiten Versuch klären konnte (52.).

Hildebrand pariert Schuss

In der Folge fanden die Gäste auch ihre spielerische Linie. Über die von van Gaal geforderten harten Flachpässe erspielten sie sich beste Chancen. Bei Schweinsteigers Rechtsschuss (61.) parierte der gut aufgelegte Hildebrand hervorragend.

Drei Minuten später war er zwar schon geschlagen, nach Gomez Schussversuch rettete aber der Pfosten vor dem einschussbereiten Olic.

Wenig Angriffe der Hoffenheimer

Im Anschluss hatten die Bayern das Spielgeschehen zwar im Griff und ließen kaum noch gefährliche Aktionen der Hoffenheimer zu. Allerdings erspielten sich die Gäste selbst jedoch keine nennenswerten Torchancen mehr.

Auch die Hoffenheimer konnten in der Offensive allerdings keine Akzente mehr setzen und zogen sich in den letzten zehn Minuten weitgehend zurück, um den Punkt abzusichern.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel