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Sebastian Prödl (l.) kam 2008 von Sturm Graz zu Werder Bremen © getty

Bei der Niederlage der Bremer gegen Frankfurt leistet sich Werder haarsträubende Fehler. Schaaf ist sauer, Skibbe schwärmt.

Bremen - Neue Saison und alte Probleme bei Werder Bremen, neuer Trainer und neuer Schwung bei Eintracht Frankfurt:

Auf der Großbaustelle Weserstadion waren die bienenfleißigen Gäste beim 3:2 (2:2)-Erfolg (Spielbericht) die überraschenden, aber verdienten Sieger.

Angesichts einer Fülle von Patzern in der Defensive standen sogar dem gegelten Werder-Keeper Tim Wiese (Spielerportrait) fast die Haare zu Berge: "Unsere Leistung ist nicht zu entschuldigen."

Nicht das Fehlen des zu Juventus Turin gewechselten Superstars Diego war das größte grün-weiße Problem, der Brasilianer wurde von U-21-Europameister Mesut Özil gar nicht einmal so schlecht vertreten.

Amanatidis glücklich

Fahrlässigkeiten bei der Abwehrarbeit luden die Gäste geradezu zum Toreschießen ein, schon vor dem Halbzeitpfiff nahm Ioannis Amanatidis in der 6. und 42. Minute derlei Offerten gerne an. 137728(Bilder des 1. Spieltags)

"Ein Tor hatte ich mir ja vorgenommen, aber dass es gleich zwei werden...", sagte der Grieche und grinste dabei von einem Ohr bis zum anderen.

Die Ohren von Werder-Trainer Thomas Schaaf hingegen mussten nach 90 Minuten ein schrilles Pfeifkonzert ertragen.

Misslungener Auftakt

Denn der Plan beim DFB-Pokalsieger, nach Rang zehn in der vergangenen Bundesliga-Spielzeit in der neuen Saison in der Liga durchzustarten, missriet vor 33.000 enttäuschten Zuschauern schon beim Auftakt gründlich.

Der Bremer Coach musste sich vorkommen wie bei einer langweiligen TV-Wiederholung und machte aus seiner Verärgerung auch gar keinen Hehl: "Wir waren zu passiv, haben die Zweikämpfe nicht angenommen."

Nicht nur das Ergebnis stimmt

Genau dies aber taten die Hessen und bescherten damit ihrem neuen Trainer Michael Skibbe einen erfolgreichen Einstand in der Bankenmetropole.

"Nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Leistung hat gestimmt", erklärte der frühere DFB-Coach gut gelaunt.

Zwar konnten die Hanseaten durch einen Foulelfmeter von Özil (13.) und einen Abstauber von Boubacar Sanogo (44.) zweimal ausgleichen, doch in der 71. Minute stellte der für den angeschlagenen Amanatidis eingewechselte Martin Fenin den Endstand her.

Schlendrian in der Abwehr

Bremens Nationalspieler Per Mertesacker wollte dies nicht auf sich beruhen lassen. "Es gibt viel aufzuarbeiten, wir müssen einige Lehren ziehen", erklärte der Innenverteidiger leise, aber bestimmt.

Den vertrieben geglaubten und doch noch vorhandenen Schlendrian jedenfalls wollte man an der Weser nicht am Fehlen des verletzten Brasilianers Naldo festmachen.

Schaaf: "Gute Defensivarbeit fängt schon bei den Stürmern an."

Naldos Fehlen ein Vorteil

Sie endet allerdings in der Abwehr und dass Sebastian Prödl den am Oberschenkel lädierten Südamerikaner nie ersetzen konnte und in der Nachspielzeit sogar noch des Feldes verwiesen wurde, war auch Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen nicht entgangen.

Der Klubboss nannte auch konkret Ross und Reiter: "Es war für uns sehr vorteilhaft, dass Naldo nicht spielen konnte."

Jetzt geht's zum FC Bayern

Am kommenden Wochenende beim FC Bayern wird er es können und wohl auch müssen, ansonsten ist ein Liga-Fehlstart des UEFA-Cup-Finalisten programmiert, erste Verwerfungen an der Weser möglicherweise gleich eingeschlossen.

Im vergangenen Jahr allerdings landeten die Norddeutschen ihren ersten Auswärtssieg ausgerechnet beim Rekordmeister.

Das 5:2 in der Münchner WM-Arena war seinerzeit der Anfang vom Ende der Ära Klinsmann an der Isar.

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