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Jörn Andersen spielte 27-mal für Norwegen und erzielte dabei 5 Tore © getty

Jörn Andersen übt nach seinem Rauswurf Kritik am Mainzer Vorstand. Die Kündigung kam für den Norweger völlig überraschend.

Mainz - Jörn Andersen hat nach seiner überraschenden Entlassung als Trainer des FSV Mainz 05 am vergangenen Montag gegen die Führungsetage des Aufsteigers verbal nachgetreten.

Der 46-jährige Norweger kritisierte in erster Linie die Art und Weise des Rauswurfs.

"Mein Co-Trainer und ich kamen auf die Geschäftsstelle - auch Präsident Harald Strutz war da", sagte Andersen der "Bild am Sonntag".

"Er hat uns in einer Minute entlassen, ohne dass wir etwas dazu sagen konnten. Erst danach haben wir zwei Stunden diskutiert - das hätte ich mir andersherum gewünscht."

"Geschockt, sauer und enttäuscht"

Noch immer sei er "geschockt, sauer und enttäuscht", äußerte der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig.

Es habe keine Skandale oder andere Vorfälle gegeben, "die diese fristlose Beurlaubung rechtfertigen. Sie kam völlig überraschend", berichtete Andersen.

Am vergangenen Montag hatten die Mainzer Andersen wegen des angeblich zerrütteten Verhältnisses zu seinen Profis und eines zu harten Trainings entlassen. (zum Artikel: Tuchel ersetzt Andersen)

Training nicht zu hart

Eine Begründung, die der ehemalige Profi Andersen nicht nachvollziehen kann. "

Sicher fasse ich meine Spieler härter an, als es einige meiner Kollegen tun. Aber mehr als ein Dutzend Spieler riefen bei mir an und sagten, dass das Training gut war, die Vorwürfe nicht stimmen", meinte Andersen.

Aber er übte auch Selbstkritik: "Das Einzige, was ich mir vorwerfe, ist, dass ich im Trainingslager mit den Jungs keine Einzelgespräche über ihre persönlichen Ziele geführt habe."

Historischer Rauswurf

Noch nie in der Historie der Bundesliga wurde ein Coach so kurzfristig vor Saisonbeginn entlassen.

Am Samstag hatte Andersen-Nachfolger Thomas Tuchel beim 2:2 der Rheinhessen gegen Bayer Leverkusen ein gelungenes Debüt gefeiert.

Der einstige Coach der Mainzer A-Junioren hatte am vergangenen Montag beim Bundesligisten einen Vertrag bis 2011 unterschrieben.

Der 35-jährige Tuchel ist der jüngste Trainer der Bundesliga-Saison

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