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Felix Magath hat als Trainer bislang drei deutsche Meistertitel errungen © getty

Im DSF-Doppelpass spricht Schalkes Trainer über seine Aufgabe auf Schalke, mögliche Verstärkungen und die "Bier-Affäre".

München - Nach dem 2:1-Auftakterfolg beim 1.FC Nürnberg zeigte sich Schalkes Trainer Felix Magath äußerst unzufrieden mit der Vorstellung seiner neuen Mannschaft. (Magath siegt und tobt)

Im DSF-Doppelpass spricht der Meistercoach über ein mögliches weiteres personelles Aufrüsten, die Gründe seiner heftigen Kritik an Youngster Lewis Holtby, die vermeintliche "Bier-Affäre" um Jefferson Farfan und die Notwendigkeit von Torkameras.

Felix Magath über...

mögliche weitere Transfers bis Ende August:

"Im Moment sind wir nicht in der Lage, jemanden zu verpflichten. Sollten wir aber noch jemanden abgeben, könnte es sein, dass wir da noch was tun. Mit der Personalie Bastürk müsste ich mich erst wieder beschäftigen, über ihn kann ich aktuell keine Aussage treffen.

Marko Pantelic hat in Berlin gezeigt, dass er einer der besten Stürmer ist. Aber Kevin Kuranyi trifft wieder so gut. Daher erachte ich es nicht für notwendig, dass wir uns auf dieser Position jetzt noch verändern.

Kuranyi hat ja auch nur noch ein Jahr Vertrag und muss ein vitales Interesse daran haben, möglichst viele Tore zu schießen. Es gibt mehrere Spieler, die sich gut verkaufen lassen würden.

Am liebsten würde ich sie alle behalten und noch den einen oder anderen Mann dazu holen. Ich bin für einen Umbruch gekommen. Das bedeutet, dass der eine oder andere Spieler noch gehen oder kommen wird."

langfristige Zielsetzungen mit Schalke:

"Ich bin noch jung und kann mir ruhig zwei, drei Jahre Zeit nehmen, in denen wird nicht um die Meisterschaft spielen. Aber heute hat keiner mehr Geduld und Zeit. Deshalb wird es eben der Tanz auf der Rasierklinge, eine Mannschaft aufzubauen und dabei schon relativ viel Erfolg zu haben.

Dessen bin ich mir bewusst, das macht ja auch den Reiz aus. Mein Vertrag läuft vier Jahre und so viel Zeit habe ich mir maximal gegeben. Wir müssen erstmal die finanzielle Basis bei Schalke weiter stärken."

seine Kritik an Lewis Holtby:

"Jeder Spieler kann und muss Fehler machen. Aber es gibt natürlich Fehler, die nicht geduldet werden können. Bei uns ist sowieso die Tendenz, dass mehr danach geschaut wird, wie man selbst aussieht und nicht die Mannschaft. Aber Fußball ist und bleibt Mannschaftssport.

Ich kann bei einem jungen Spieler, der sicher mehr Fehler machen darf, nicht akzeptieren, dass er schon mit 19 anfängt, so zu spielen, dass er gut raus kommt. Das gilt auch für andere Spieler bei Schalke 04, das muss ich schnell in den Griff kriegen. Denn sonst haben wir auch unter den ersten Fünf nichts zu suchen."

die "Bier-Affäre" um Jefferson Farfan:

"Damit wir das klar haben: Ich mache mit meiner Mannschaft immer am Abend vor dem Spiel eine Bier-Runde. Dann sitzen wir zusammen und haben noch mal ein gemeinsames Erlebnis. Vor dem Pokal-Spiel ist Farfan zum Bier trinken gekommen und hatte schon Grippe-Symptome.

Er hat dann Medikamente bekommen und es hat sich trotzdem am nächsten Tag weiter verschlechtert. Als ich dann nach ihm gefragt wurde, habe ich gesagt, dass er sich beim Bier trinken verabschiedet habe und habe mir bei der Bemerkung überhaupt nichts gedacht. Das war etwas unglücklich."

seine Trainingsmethoden auf Schalke:

"Wenn man Spitze sein will, dann muss man etwas mehr tun. Wenn man mit Platz neun oder zehn zufrieden ist, geht es auch gemütlicher. Dann bin ich aber der verkehrte Mann."

die Rolle des VfL Wolfsburg in dieser Saison:

"Die Mannschaft in Wolfsburg wurde ja nicht aufgestellt, um letztes Jahr Meister zu werden. Das war überraschend. Die hat also noch Entwicklungspotenzial. Spieler wie Edin Dzekon können die Mannschaft noch weiter nach vorne bringen. Der VfL kann auch in diesem Jahr oben mitspielen."

die Notwendigkeit von Torkameras:

"Ich wäre für die Torkameras und auch für den Chip im Ball. Das ist Profi-Sport und kein Amateur-Fußball. Es geht nicht nur um Geld, sondern auch um Existenzen. Wir hätten immer noch genügend Diskussionsspielraum.

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