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Mark van Bommel startete seine Profikarriere bei Fortuna Sittard © imago

Der FC Bayern muss mehrere Wochen auf seinen Kapitän verzichten. Mark van Bommel erlitt beim 1:1 in Hoffenheim einen Zehenbruch.

Von Matthias Becker

München - Der FC Bayern München muss drei bis vier Wochen auf Kapitän Mark van Bommel verzichten.

Der defensive Mittelfeldspieler zog sich beim Punktspielauftakt am Samstag bei 1899 Hoffenheim (1:1) einen Bruch des großen Zehs am rechten Fuß sowie den Riss einer Fußsehne zu.

Das ergab eine Untersuchung am Sonntag bei Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt.

Van Bommel wird sich einer Operation unterziehen.

Ärger wegen Bodycheck

"Das ist ganz, ganz bitter für mich, gerade jetzt, wo die Saison so gut begonnen hat. Aber ich werde so schnell wie möglich zurückkommen und da weitermachen, wo ich begonnen habe", erklärte der niederländische Nationalspieler.

Seinen Auftritt in Hoffenheim wird van Bommel damit wohl kaum gemeint haben. Dort sorgte er mit einem Bodycheck gegen Isaac Vorsah für erhitzte Diskussionen.

"Ich glaube nicht, dass das zu hart war", sagte Trainer Louis van Gaal. Bayern-Präsident Franz Beckenbauer erklärte dagegen: "Solch eine Aktion kennt man sonst nur aus dem American Football".

"Das ist nicht das erste Mal"

Es ist nicht das erste Mal, dass van Bommel für sein Auftreten auf dem Spielfeld in die Kritik gerät. Immer wieder wird ihm vorgehalten, den ersten Teil seiner Aufgabe als "Aggressive Leader" zu ernst zu nehmen.

"Er ist Kapitän von Bayern München. Da sollte Respekt eigentlich ganz groß geschrieben werden. Aber es ist ja nicht das erste Mal", sagte beispielsweise Hoffenheims Torhüter Timo Hildebrand.

Timoschtschuk steht bereit

Dem körperbetonten Spiel musste van Bommel dann mit seiner Verletzung aber Tribut zollen. In der 80. Minute kam Neuzugang Anatolij Timoschtschuk.

Dem Ukrainer fällt damit die umkämpfte Position im zentralen defensiven Mittelfeld bis auf weiteres mehr oder weniger in den Schoß. Nach der Vorbereitung hatte van Bommel bei van Gaal die Nase vorn.

Auch Toni, Klose und Ribery fehlen

Der FCB-Chefcoach muss weiterhin mit großen Personalsorgen zurecht kommen.

Während der Woche schockte schon der langfristige Ausfall von Martin Demichelis die Bayern-Anhänger. Zudem fehlten in Hoffenheim auch Luca Toni, Franck Ribery und Miroslav Klose.

Während Toni weiterhin kein einziges Mannschaftstraining absolviert hat, fahren Ribery und Klose immerhin schon zu ihren Nationalteams. Ob sie dort zum Einsatz kommen ist unklar, zumindest eine baldige Rückkehr in den Bayern-Kader scheint aber möglich.

Hoeneß spricht Klartext wegen Ribery

Die angespannte Personallage könnte auch der Hintergrund dafür sein, dass Manager Uli Hoeneß sich in der Causa Ribery/Real Madrid erneut klar äußerte.

"Was Real macht, ist uns völlig wurscht. Sie können ganz sicher sein, dass Ribéry am 1. September ? nämlich nach der Transferperiode ? beim FC Bayern spielt. Da können sich die Herren von Real Madrid sonstwohin schießen. Jetzt gibt es keinen Preis mehr zu dem wir verhandeln", stellte er bei "LIGA total!" klar.

Einen Verlust Riberys könnten sich die Bayern nicht mehr nur qualitiativ sondern auch quantitativ nicht leisten.

Neue Probleme auf der Tribüne

Während der Kampf um Ribery für Hoeneß zum gewohnten Repertoire gehört, musste er sich in Hoffenheim auf einem ganz neuen Gebiet beweisen.

Wie angekündigt nahm er nicht mehr auf der Bank neben dem Trainer, sondern auf der Tribüne Platz. Doch dort boten ihm sich gleich neue Probleme.

"Es ist nicht so einfach, weil man da eine ganz andere Blickrichtung hat und sich auch mit dem einen oder anderen Zuschauer da oben rumschlagen muss. Aber daran werde ich mich schon gewöhnen", sagte Hoeneß, nachdem er mit Hoffenheimer Anhängern erhitzte Diskussionen geführt hatte.

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