vergrößernverkleinern
Die Freiburger, hier Oliver Barth, machten dem HSV mit Guerrero das Leben schwer © getty

Zum Saisonstart läuft für Hamburg nicht alles nach Wunsch. Abstimmungsschwierigkeiten sind auch gegen Freiburg unübersehbar.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die Ansprüche sind hoch, der Ertrag bisher niedrig.

Der Hamburger SV hat nach dem FC Bayern vor der Saison das meiste Geld (24 Millionen Euro) in neue Spieler investiert, doch beim Aufsteiger SC Freiburg langte es nur zu einem 1:1.

Die Breisgauer waren sogar die aktivere Mannschaft, so dass der HSV sich nicht mal über das Ausgleichstor in der 65. Minute durch Tommy Bechmann beschweren durfte.

Nach der Führung durch Jonathan Pitroipa (3.) haben die Hamburger in der Partie einfach mit zu wenig Leidenschaft agiert.

Kreativität fehlte

Von einer Wiedergutmachung nach der 0:1-Niederlage im Europa-League-Qualifikationsspiel gegen Randers war nichts zu sehen.

Dabei hatte Trainer Bruno Labbadia die Mannschaft auf neun Positionen umgestellt.

Doch die Offensive, vor allem Piotr Trochowski sowie die Stürmer Paolo Guerrero und Mladen Petric, zeigten erschreckend wenig Kreativität (zur Einzelkritik).

Und auch David Jarolim und Ze Roberto steuerten längst noch nicht so geschickt den Spielaufbau, wie viele HSV-Anhänger hofften.

"Zu wenig Fußball gespielt"

"Wir haben zu wenig Fußball gespielt. Damit haben wir die Freiburger aufgebaut", gestand Labbadia nach dem Spiel.

Der Coach hat noch einige Arbeit vor sich, um zu zeigen, dass er aus den zahlreichen Luxus-Bausteinen eine schlagkräftige Mannschaft formen kann.

Das Problem: Angesichts des qualitativ ansehnlichen Kaders müssen manche Stars zwangsläufig auf der Bank bleiben.

Gegen Freiburg erwischte es die Neuzugänge Eljero Elia, Marcus Berg, David Rozehnal und Robert Tesche allesamt.

Funktioniert dann die aufgebotene Elf nicht wie gewünscht, muss sich Labbadia rechtfertigen.

Die "Bild" errechnete bereits - inklusive Nationalspieler Marcell Jansen - die mit 34 Millionen Euro teuerste HSV-Ersatzbank aller Zeiten.

Stolperstart auch im DFB-Pokal

Plötzlich holpert es beim HSV stärker als man nach der gelungenen Vorbereitung erwarten konnte.

Auch im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten Fortuna Düsseldorf gelang es den Hamburgern nicht, den Gegner über längere Phasen zu beherrschen. Stattdessen musste man sich sogar durch das nervenaufreibende Elfmeterschießen (Endstand: 7:4) quälen.

Zum Helden avancierte Torhüter Frank Rost.

Der hatte sich bereits in der Vorbereitung gegenüber Sport1.de bemüht, die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben.

Rost: "Ziele muss man auf dem Platz dokumentieren"

"Vom Reden hat noch niemand irgendetwas gewonnen. Du kannst immer Ziele ausgeben. Aber für die Öffentlichkeit machen wir es nicht .Wir setzen uns Ziele, die muss man auf dem Platz dokumentieren", sagte Rost.

Und er erklärte weiter: "Man hat im letzten Jahr gesehen, wie eng das alles ist, wie schmal der Grat zwischen Platz eins und sieben ist."

Boateng erleidet Gehirnerschütterung

Im Heimspiel gegen Borussia Dortmund bekommt der HSV nun die Möglichkeit, an seinen Schwächen zu arbeiten.

Auch die Abwehr stellte sich noch nicht als undurchdringlicher Riegel dar. Unglücklich ist zudem, dass Innenverteidiger Jerome Boateng mit einer Gehirnerschütterung aus Freiburg zurückkehrte.

Das U-21-Kurzturnier in Kiew musste er daher absagen, bis zum Samstag ist er jedoch womöglich wieder einsatzfähig.

Neuzugang David Rozehnal von Lazio Rom schien indes nach seiner Einwechslung noch in Gedanken an den italienischen Sommer und reagierte bei Bechmanns Aktion zum Ausgleich zu langsam.

"Wir haben in der Vorbereitung sehr gut angefangen, seit einer Woche können wir dem Gegner nicht mehr unser Spiel aufzwingen", analysierte Mladen Petric gegenüber dem "Hamburger Abendblatt".

Die Fehlersuche hat nun Priorität in Hamburg.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel