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Ioannis Amanatidis zog sich gegen Wolfsburg einen Muskelbündelriss zu © imago

Vor dem Heimspiel gegen den KSC beklagt Frankurt zahlreiche Verletzte. Außerdem ist der Rasen nach einem Popkonzert beschädigt.

Von Christian Stüwe

München - Bisher ist Eintracht Frankfurt in der neuen Saison noch nicht so richtig in Tritt gekommen.

Der Heim-Auftaktniederlage gegen Hertha BSC Berlin folgten zwei Unentschieden, nun muss gegen den Karlsruher SC (Fr., ab 20 Uhr LIVE ) ein Heimsieg her.

Doch die Vorzeichen sind schlecht, wieder einmal hat die Eintracht mit einer Verletztenmisere zu kämpfen.

Und wieder wird über die Gründe gerätselt, leise Kritik macht sich breit. Hat Trainer Friedhelm Funkel in der Vorbereitung zu hart trainieren lassen? Oder gibt es Versäumnisse in der medizinischen Abteilung?

"Die Vorwürfe sind völlig haltlos", dementierte Funkel gegenüber der "FAZ".

Zahlreiche Langzeitverletzte

Fakt ist, dass die Eintracht eine ganze Reihe Langzeitverletzter hat, wie etwa Christoph Preuß (Knorpelschaden), Aleksandar Vasoski (Lungen-Operation), Zlatan Bajramovic (Zehenverletzung) oder Ümit Korkmaz (Mittelfußbruch).

Zuletzt kamen Ioannis Amantidis und Marco Russ mit Muskelverletzungen dazu, Alexander Krük wurde ebenfalls am Mittelfuß operiert.

"Das ist bei beiden mitten im Spiel passiert. Und solche Sachen werden immer passieren, und zwar bei allen Klubs", kommentierte Funkel die Ausfälle von Amanatidis und Russ.

Verletzungsprech ist nicht neu

Vieles scheint unglücklich, dennoch ist auffällig, dass die Hessen besonders vom Verletzungspech verfolgt werden. Wie ein roter Faden ziehen sich die Ausfälle wichtiger Spieler durch die vergangenen Spielzeiten.

Und schon öfters wurde nach Ursachen gesucht. Als etwa Torwart Markus Pröll auf Grund eines nicht diagnostizierten Rippenbruchs lange ausfiel, wurde erstmals Kritik an der medizinischen Abteilung laut.

"Völliger Blödsinn"

Vorwürfe des Hessischen Fernsehens, die medizinische Abteilung der Frankfurter sei personell unterbesetzt, tat Funkel nun als "völligen Blödsinn" ab.

Der erfahrene Coach lässt sich von Verletzungen seiner Spieler nicht beeindrucken. So etwas passiere eben im Fußball, sagt er immer wieder.

Aber es muss zumindest festgestellt werden, dass die Riederwälder einen äußerst verletzungsanfälligen Kader beisammen haben.

Meier, Köhler und Pröll sind wieder da

Immerhin gibt es nun vor dem Karlsruhe-Spiel auch Rekonvaleszenten. Die Mittelfeldspieler Alex Meier und Benjamin Köhler haben ihre Verletzungen auskuriert. "Ich hätte keine Bedenken, beide von Beginn an aufzustellen", erklärte Funkel.

Der ebenfalls genesene Torwart Pröll wird auf der Bank Platz nehmen.

Madonna-Fans zerstören den Rasen

Nicht in bestem Zustand dürfte allerdings der Rasen in der Frankfurter Arena sein. Am Dienstag gastierte Pop-Diva Madonna im Stadion, das Grün wurde dabei erheblich in Mitleidenschaft gezogen.

"Wenn der Platz in einem schlimmen Zustand ist, wird die Qualität des Spiels möglicherweise darunter leiden", befürchtet Funkel: "Trotzdem betrifft es beide Mannschaften." Allerdings soll bis Freitag zumindest teilweise ein neuer Rasen verlegt werden.

Funkel will den ersten Sieg

Den Rasen-Problemen zum Trotz erwartet Funkel von seiner Mannschaft den ersten Sieg in der neuen Saison: "Wir werden alles versuchen, um das Spiel zu gewinnen."

Verzichten muss er für das wichtige Spiel aber auf den mexikanischen Nationalspieler Aaron Galindo. Der Innenverteidiger wird erst am Freitag von seiner Länderspielreise zurückkehren und soll deshalb nicht zum Einsatz kommen.

Franz würde gerne gegen Amanatidis spielen

Wie bereits erwähnt fehlt auch Kapitän Amanatidis auf Grund seines Müskelbündelrisses. Erstaunlich ist allerdings, dass dies ausgerechnet der Karlsruher Verteidiger Maik Franz bedauert.

Im letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams waren Franz und der Grieche heftig aneinandergeraten, worauf sich Amanatidis nach Abpfiff mit harschen Worten über Franz' Spielweise beschwerte.

"Es ist schade, dass Amanatidis fehlt", sagte Franz dem "Kicker": "Nicht wegen dem, was vorgefallen ist, sondern weil ich mich gerne mit den besten Stürmern der Liga messe."

Kampfspiel erwartet

Der Verteidiger freut sich auf jeden Fall auf die Partie: "Da wird was los sein. Stimmung, Emotionen, deswegen gehen die Fans ins Stadion."

Auch Funkel erwartet eine emotionale Partie. "Ich denke schon, dass es erneut ein kampfbetontes Spiel werden wird", sagt der Eintracht-Trainer.

Aber bitte ohne neue Verletzte.

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