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Uli Hoeneß beendete seine aktive Karriere bereits im Alter von 27 Jahren © getty

Der Bayern-Manager trifft den Schalker zufällig, führt aber keine Verhandlungen. Dem Fußball prognostiziert er schwere Zeiten.

München - Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß hat den umworbenen Schalker Nationaltorwart Manuel Neuer getroffen - durch Zufall auf einem Volksfest.

"Sie glauben doch wohl nicht, dass ich zu Verhandlungen mit Manuel Neuer zum Waldfest nach Ostin gehe", sagte Hoeneß am Montagabend in der BR-Sendung "Blickpunkt Sport".

Am vergangenen Wochenende waren sich die beiden auf dem Waldfest in einem Ortsteil von Gmund am Tegernsee begegnet.

Neuer hatte mit einer in München lebenden Freundin das Fest besucht, als Hoeneß mit seiner Frau ein paar Bänke weiter Platz nahm, um "ein paar Bratwürste" (Hoeneß laut "Bild") zu essen.

Magath reagiert gelassen

Man habe sich begrüßt und kurz miteinander gesprochen, mehr aber auch nicht, erklärten beide Seiten.

Schalkes Trainer und Manager Felix Magath, der über die Reise seines Keepers informiert war, reagierte gegenüber der "tz" auf die Frage nach dem Zufall gelassen - und mit Ironie:

"Solche Dinge passieren in München. Der Jupp Heynckes saß ja auch ganz zufällig auf der Tribüne und war kurze Zeit später dort Trainer."

Allerdings werde das zufällige Treffen keine Folgen haben: "Ich gehe nicht nur davon aus, dass er nicht wechselt, ich weiß, dass es so ist." Die Bayern hatten vor Saisonbeginn ihr Interesse an Neuer öffentlich bekundet.

Heynckes hatte in der Endphase der vergangenen Saison Jürgen Klinsmann als Übergangstrainer abgelöst, nachdem er zuvor Tribünengast gewesen war.

Probleme mit Beckenbauer beseitigt

Unterdessen sind die jüngsten Dissonanzen mit Präsident Franz Beckenbauer bei den Bayern offenbar beigelegt. "Alles ist ausgesprochen, die Sache ist erledigt", sagte Hoeneß, man habe bereits wieder miteinander Golf gespielt.

Zuletzt hatte der Vorstand mit einer öffentlichen Rüge auf die Aussage des "Kaisers" reagiert, dem von Real Madrid umworbenen Franzosen Franck Ribery sei München wurst.

"Wenn die Aussagen von Franz für den FC Bayern schädlich werden, dann gibt's auch für ihn eine Rüge. Deshalb haben wir das gemacht", erklärte der Manager.

Finanzkrise auch im Profi-Fußball

Besorgt äußerte sich Honeß dagegen über die Finanz- und Wirtschaftskrise, die nach seiner Einschätzung auch den europäischen Profi-Fußball erreicht hat.

"Es gibt schlicht und ergreifend keinen Kredit. Welche Sicherheiten will ein finanzschwacher Fußballklub den Banken denn anbieten? Etwa einen Spieler, der im schlimmsten Fall schon morgen ein Sportinvalide sein kann?" sagte der 57-Jährige im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "Focus-Money",

"Und alle anderen Vermögensgegenstände wurden ja oft schon verschachert"

Vor allem ausländische Klubs betroffen

Aufgrund dieser Kreditklemme hätten vor allem viele ausländische Vereine große Probleme.

"Klubs wie Valencia in Spanien oder Portsmouth in England stehen mit dem Rücken zur Wand. In Italien ist die gesamte zweite Liga pleite, nicht viel besser sieht es in der ersten Liga aus. Viele Klubs haben keine Zuschauer mehr und können keine Gehälter mehr zahlen", meinte Hoeneß.

Hätten Klubs aus Italien, England oder Spanien solch harte Lizenzierungsregeln wie die Bundesliga, "wären sofort mindestens fünf bis sechs Vereine tot".

Forderung nach mehr Fernsehgeldern

Gleichzeitig erneuerte der Weltmeister von 1974 seine Forderung nach höheren Fernsehgeldern.

"Ein Klub wie der FC Barcelona nimmt im Jahr 130 Millionen Euro an Fernsehgeldern ein, wir nur 30 Millionen. Diese Lücke muss sich schließen - egal, wie", sagte Hoeneß und ergänzte:

"Mit diesen 100 Millionen Euro Differenz können Sie unseren gesamten Kader finanzieren. Wenn wir diese Summe zur Verfügung hätten, würde ich vom Sieg der Champions League sprechen."

Kein Großinvestor beim FC Bayern

Den Einstieg eines Großinvestors schloss Hoeneß aber aus. "Wir wollen und werden dies nie anstreben, weil unser Verein kerngesund ist und immer sein wird.

Wir wollten weiter unabhängig unsere Entscheidungen treffen können - und haben solche Offerten deshalb stets abgelehnt."

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