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Uli Hoeneß (l.) prognostizierte im Winter den Absturz von Ralf Rangnicks Hoffenheimern © SPORT1

Hoffenheims Trainer schießt nach der Attacke des Managers in Sachen Mark van Bommel zurück. Hoeneß hat längst Ribery und Bremen im Kopf.

Von Martin van de Flierdt

München - Uli Hoeneß hatte kein Interesse, nochmals Öl ins Feuer zu gießen.

"Ralf Rangnick verteidigt seine Spieler, ich meine", meinte der Manager von Bayern München am Dienstag bei einem Pressetermin, auf dem die Kooperation des Rekordmeisters mit einem US-amerikanischen Fast-Food-Unternehmen bekannt gegeben wurde.

Ein weiteres Zutun von Seiten Hoeneß? war allerdings auch nicht nötig. Die Spitzen seiner Verteidigungsrede für Kapitän Mark van Bommel und dessen rustikales Einschreiten gegen Hoffenheims Isaac Vorsah beim 1:1 zum Saisonauftakt hatten ihre Wirkung beim Gegner nicht verfehlt.

"Was macht der Vorsah? Hinschmeißen und warten, dass es Rot gibt", hatte Hoeneß gepoltert. "Ich kann Ihnen drei Szenen von Salihovic nennen, die viel schlimmer waren als die von van Bommel."

1899-Coach Rangnick schoss via "Bild"-Zeitung zurück: "Dieser Check von van Bommel war klare Absicht. Es ist absurd zu sagen, dass da nichts war. Niemand außer Hoeneß sieht das so. Vorsah ist ein Baum von einem Mann, der fällt nicht einfach um."

Salihovic wundert sich

Hoffenheims Mittelfeldspieler Sejad Salihovic verwahrte sich zudem gegen die expliziten Anschuldigungen gegen seine Person. "Keine Ahnung, was ihn bei dieser Aussage geritten hat", meinte der Bosnier. "Wir wissen doch alle, dass van Bommel Dinge macht, die nicht auf den Fußballplatz gehören."

Hoeneß richtete seinen Blick derweil schon wieder nach vorne. Dass van Bommel nun wegen eines Zehenbruchs ausfällt, bedauert er sehr, weil der Kapitän "gerade sehr gut drauf" gewesen sei.

"Aber jetzt spielt Anatolij Timoschtschuk, deswegen gehe ich nicht davon aus, dass wir auf dieser Position ein Problem bekommen."

Er sei auch keineswegs gespannt auf die Vorstellung des neu verpflichteten Ukrainers, behauptete der Manager: "Denn ich weiß ja, dass er gut spielen wird."

Kaladze kein Thema

Der Münchner Kader sei eben 25 Mann stark, damit Trainer Louis van Gaal auf derartige Eventualitäten reagieren könne.

Der Georgier Kakha Kaladze vom AC Mailand, der von italienischen Medien mit den Bayern in Verbindung gebracht wurde, wird übrigens nicht mehr zu diesem Kader hinzustoßen.

"Bayern München wird in der Transferperiode nicht noch einmal zuschlagen", bestätigte Hoeneß.

Trainer van Gaal wird dennoch am kommenden Samstag gegen Werder Bremen ein personell verstärktes Team aufbieten, denn Franck Ribery wird seine Saisonpremiere feiern. (Abramowitsch kann sich den Weg sparen)

"Ich bin mir sicher, dass Franck - in welcher Form auch immer - gegen Bremen spielen wird", sagte Hoeneß.

Van Gaals Dialog mit Domenech

Zudem nahm er Skeptikern den Wind aus den Segeln, die befürchten, dass sich die Reise Riberys zum WM-Qualifikationsspiel Frankreichs auf den Färöern negativ auf seine Comeback-Pläne bei den Bayern auswirken könnten.

"Frankreichs Nationaltrainer Raymond Domenech hat ein sehr vernünftiges Gespräch mit Louis van Gaal darüber geführt, was Franck in den nächsten Tagen an Trainingsarbeit dort leistet", berichtete Hoeneß im "Blickpunkt Sport" des Bayerischen Fernsehens.

"Herr Domenech hat darum gebeten, Franck 20 bis 25 Minuten einsetzen zu dürfen, wenn es eng wird, das Spiel also unentschieden steht oder die Franzosen gar zurückliegen."

Schub für das Bremen-Spiel

Der FC Bayern könne einen Einsatz Riberys nicht verhindern. "Wir hätten damit aber auch kein Problem, weil wir hoffen, dass Franck einen großen psychologischen Schub mitbringt, denn er spielt ja gerne für sein Land."

Diesen Schub soll am Samstag Bremen zu spüren bekommen. Die herbe 2:5-Heimpleite der Vorsaison hat bei Hoeneß nach eigenem Bekunden keine Narben hinterlassen.

"Mich interessiert das, was im letzten Jahr war, überhaupt nicht", sagt er.

Bremen wird "extrem schwierig"

Einen Selbstläufer erwartet der Bayern-Macher trotz der Bremer Auftaktpleite gegen Frankfurt (2:3) aber nicht:

"Ich bin überzeugt, dass wir eine völlig andere Bremer Mannschaft erleben werden. Wir müssen unbedingt gewinnen, weil wir von Anfang an oben dabei bleiben wollen. Das wird extrem schwierig."

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