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Ein 43-jährige Verdächtiger ist wohl ein Transportunternehmer aus dem Raum Karlsruhe. Er muss sich im Dezember vor einem Gericht in Heidelberg verantworten. Der Gegenstand der Erpressung ist unbekannt
Dietmar Hopp wurde dank der Software-Firma SAP zum Milliardär © imago

Hoffenheims Konflikt mit den Bayern geht weiter und der nächste Ärger folgt: Zugang Tagoe wurde gekündigt - und der wehrt sich.

Hoffenheim - Neue Runde im Zoff mit den Bayern und eine Kündigung für einen Neuzugang nach nur 51 Tagen: Bei 1899 Hoffenheim geht es in der Woche nach dem Liga-Auftakt weiter hoch her.

Nach dem Bodycheck von FCB-Kapitän Mark van Bommel gegen Isaac Vorsah bleibt die Stimmung zwischen den beiden Klubs weiter aufgeheizt.

Nachdem Bayern-Manager Uli Hoeneß die Attacke von van Bommel zur Bagatelle erklärt und den 1899-Profis Vorsah und Sejad Salihovic unsportliches Verhalten vorgeworfen hatte, setzte Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp am Mittwoch zum Konter an.

"Wenn er das so gesehen hat, dann lebt er halt in einer Traumwelt. Man kann den Uli Hoeneß nicht mehr ernst nehmen", sagte Hopp der "Rhein-Neckar-Zeitung".

Auch Rangnick legt nach

Zuvor hatte Hoeneß in seiner Verteidigungsrede für den wegen eines Zehenbruchs vier Wochen fehlenden van Bommel sowohl Salihovic als auch Vorsah kritisiert.

"Was macht der Vorsah: Hinschmeißen und warten, dass es Rot gibt. Ich kann ihnen drei Szenen von Salihovic nennen, die waren viel schlimmer als die von van Bommel."

Auch Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick hat nur noch abfällige Äußerungen für Bayern-Manager Hoeneß übrig.

"Herr Hoeneß redet dummes Zeug. Dieser Check von van Bommel war klare Absicht", sagte Rangnick, den die Angelegenheit auch vier Tage nach dem 1:1 in Sinsheim offenbar emotional weiter aufwühlt.

Vertrag mit Tagoe gekündigt

Allerdings sind die verbalen Scharmützel mit den Bayern derzeit nicht das einzige Problem des letztjährigen Aufsteigers.

Sorgen bereiten auch die juristischen Auseinandersetzungen mit dem Anwalt des ghanaischen Nationalspielers Prince Tagoe .

Dem ablösefreien Neuzugang vom saudi-arabischen Klub Al-Ittifaq Dammam wurde der bis 30. Juni 2012 laufende Vertrag seitens der Hoffenheimer gekündigt, nachdem in der vergangenen Woche bei einer zweiten sportärztlichen Untersuchung des Profis plötzlich Herzprobleme festgestellt worden waren.

Klub rechtfertigt sich

"Entgegen der heute in der Presse veröffentlichten Auffassung des Anwalts von Prince Tagoe, müssen wir nach dem derzeitigen Stand der medizinischen Untersuchungen leider davon ausgehen, dass Prince Tagoe die Spiellizenz entzogen werden wird", hieß es in einer offiziellen Pressemitteilung des Klubs.

Und weiter: "Aufgrund der momentanen Sachlage können wir es nicht verantworten, Prince Tagoe an irgendwelchen sportlichen Aktivitäten des Clubs teilnehmen zu lassen. Vor diesem Hintergrund konnte daher das Arbeitsverhältnis mit dem Spieler nicht aufrecht erhalten werden."

"Auf jeden Fall unwirksam"

Kurios: Weder bei der von Hoffenheims Teamarzt Dr. Pieter Beks durchgeführten ersten sportärztlichen Untersuchung noch bei einer dritten Untersuchung durch einen anderen Facharzt war ein Herzfehler festgestellt worden.

"Hoffenheim ist darauf hingewiesen worden, dass die Kündigung auf jeden Fall unwirksam ist", sagte Tagoes Anwalt Markus Buchberger der "Sport Bild".

Es sei daher nach derzeitigem Stand "nicht davon auszugehen, dass in irgendeiner Art und Weise die Spiellizenz für Prince Tagoe gefährdet ist. Ich erwarte deshalb, dass der Klub die Kündigung zurücknimmt."

Schindelmeiser attackiert Anwalt

Davon will Hoffenheim-Manager Jan Schindelmeiser nichts wissen und kontert:

"Wir haben seit der Kündigung am 30. Juli versucht, gemeinsam mit dem Anwalt des Spielers eine Lösung zu finden. Herr Buchberger war trotz unserer Initiative bislang nicht bereit, sich mit uns an einen Tisch zu setzen", sagte Schindelmeiser,

"Uns geht es in erster Linie nicht um die Vertragssituation, sondern um die Gesundheit des Spielers"

Transfersperre droht

Wegen der Kündigung des am 9. Juni vereinbarten Vertrags droht den Hoffenheimern nun im schlimmsten Fall seitens des Weltverbandes FIFA sogar eine zweijährige Transfersperre.

Denn der Vertrag wurde unterzeichnet, nachdem bei der ersten sportärztliche Untersuchung keine gesundheitlichen Probleme aufgetreten waren. Eine auf einer zweiten Untersuchung basierende Kündigung ist laut FIFA-Reglement nicht rechtens.

Keine Äußerung

So heißt es in Artikel 17, Ziffer 4 der FIFA-Statuten: "Als Sanktion wird dem fehlbaren Verein für zwei Registrierungsperioden die Registrierung von Spielern auf nationaler und internationaler Ebene verweigert."

Ein offizielles Statement der Hoffenheimer zur juristischen Sachlage im "Fall Tagoe" soll erst nach Rücksprache mit den Klubanwälten erfolgen.

"Ich möchte mich auf Wunsch von Prince im Augenblick nicht zu diesem Thema äußern", sagte 1899-Manager Jan Schindelmeiser der "Sport Bild".

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