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Jose Bosingwa wurde 2004 mit Porto Champions-League-Sieger © getty

Der Vizemeister buhlt weiter um den Abwehrspieler. Kapitän van Bommel verzichtet auf Gehalt, Keeper Rensing bekommt Unterstützung.

München - Der FC Bayern kämpft weiterhin um die Verpflichtung von Jose Bosingwa vom FC Chelsea.

Obwohl er die über 50 Millionen Euro teure Einkaufstour vor der Saison eigentlich für abgeschlossen erklärt hatte, erneuerte Manager Uli Hoeneß jetzt das Interesse an dem Portugiesen.

Der Verteidiger soll etwa 15 Millionen Euro Ablöse kosten.

"Wir haben weiterhin Interesse an ihm. Denn wir brauchen noch einen starken, gelernten Abwehrspieler", sagte Hoeneß der "Bild".

Das gelte erst recht, wenn Franck Ribery ins Team zurückkehre und das Bayern-Spiel noch offensiver werde.

"Es geht nur um Bosingwa"

Einen Plan B gibt es laut Hoeneß nicht: "Es geht nur um Bosingwa. Wir holen ihn oder keinen."

Bosingwa war erst im Vorjahr vom FC Porto nach England gewechselt, fühlt sich dort aber offenbar nicht wohl.

Der Transfer schien im Juli bereits gescheitert, weil der Klub von Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack den schnellen Verteidiger nicht freigeben wollte.

Nun wurde allerdings vereinbart, dass sich Chelsea nach dem englischen Supercup-Finale meldet.

Das war am Sonntag mit einem Erfolg für Chelsea im Elfmeterschießen gegen Manchester United und mit Bosingwa in der Startelf über die Bühne gegangen.

Hoeneß: "Wir warten auf ein Signal aus London."

Van Bommel verzichtet auf Gehalt

Derweil wurde jetzt bekannt, dass Mark van Bommel Gehaltseinbußen hingenommen hat, um weiter für die Roten zu spielen.

"Zu Bayern kannst du nicht einfach nein sagen. Lieber habe ich auf Geld verzichtet", sagte der Kapitän der "Sport-Bild".

Er habe bei seinem bis 2010 laufenden Kontrakt für weniger unterschrieben als bei seinem alten Vertrag: "Aber es ist nicht so, dass ich nun als arm gelten muss."

Generell sind dem 32-jährigen Erfolge ohnehin wichtiger als Geld: "Am Ende der Karriere zählt eben doch nicht das dicke Bankkonto, sondern es zählen deine Titel auf der Autogrammkarte."

Effenberg als Entlastungszeuge

Deshalb habe er auch einen Zweijahresvertrag zu besseren Bezügen bei einem anderen Klub abgelehnt und stattdessen für ein Jahr beim deutschen Rekordmeister unterschrieben.

Der Zehenbruch zu Saisonbeginn sei sehr bitter: "Ich will aber nicht jammern, sondern schaue, dass ich in drei, vier Wochen wieder auf dem Rasen stehe."

Die Kritik an seiner harten Spielweise weist van Bommel zurück. Auch Stefan Effenberg hätte in seiner Karriere mehr als 100 Gelbe Karten erhalten:

"Manchmal musst du eben Gelbe Karten für die Mannschaft holen."

Im Zusammenhang mit dem Millionenpoker um einen Wechsel von Franck Ribery forderte van Bommel eine Verkürzung der bis zum 31. August laufenden Transferfrist.

"Ich bin dafür, dass die Frist nach vorne verlegt wird. Nur so kommt wieder mehr Ruhe in die Vorbereitung."

Kahn spricht sich für Rensing aus

Indes hat sich Oliver Kahn in der Torhüterdiskussion erneut für Michael Rensing stark gemacht.

"Ich habe Michael Rensing in der letzten Saison nicht so negativ gesehen. Man sollte ihm das Vertrauen geben, dann wird er sich auch durchsetzen", sagte Kahn der "Sport-Bild".

Gleichzeitig stellte der einstige "Titan" klar, dass die Torhüterposition nach seiner Meinung eine zentrale Rolle bei einer Topmannschaft spielt: "Ohne einen richtig guten Torwart gewinnst du keine Titel."

Vor Saisonbeginn hatte sich Bayern um eine Verpflichtung von Manuel Neuer von Schalke 04 bemüht.

Zufällig haben sich zudem Hoeneß und Neuer vor kurzem bei einem Fest am Tegernsee getroffen.

Allerdings sieht auch der ehemalige Bayern-Torwarttrainer Sepp Maier Rensing als legitimen Kahn-Nachfolger:

"Bayern hat und hatte nie ein Torwartproblem. Das wurde erst durch Jürgen Klinsmann heraufbeschworen, als er Michael aus dem Tor genommen hat."

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