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Louis van Gaal trainierte zuletzt in den Niederlanden den AZ Alkmaar © imago

Der FCB-Trainer gibt zu, dass er anders geplant hätte. Und er schließt einen Transfer von Jose Bosingwa definitiv aus.

München - Der Transfer von Jose Bosingwa ist geplatzt und Ze Roberto hätte beim FC Bayern bleiben sollen - Louis van Gaal findet klare Worte.

Der Bayern-Trainer erklärt zudem, dass er am liebsten langfristig an der Isar bleiben wolle.

"Dazu brauche ich mehr als diese zwei Jahre. Die Champions League ist das langfristige Ziel, vielleicht eine Utopie, die erst nach meiner Zeit Wirklichkeit wird", sagte van Gaal im Bayern-Stadionmagazin zum ersehnten Triumph in der Königsklasse.

Der Mann, der einst Ajax Amsterdam zum Champions-League-Sieg geführt hatte, fügte hinzu:

"Wenn ich Erfolg habe, kann ich mir vorstellen, sehr lange hier zu bleiben."

"Bosingwa kommt nicht"

In Sachen Personal erklärte van Gaal den noch am Vortag von Manager Uli Hoeneß wieder ins Gespräch gebrachten 15-Millionen-Euro-Transfer des portugiesischen Nationalspielers Jose Bosingwa (FC Chelsea) für gescheitert.

"Das Thema Bosingwa ist erledigt. Er kommt nicht", sagte der 58-Jährige.

Vorm Bundesliga-Schlager gegen Werder (Sa., ab 15 Uhr im neuen LIVE-Ticker) kritisierte er, dass die FCB-Klubführung den Brasilianer Ze Roberto zum Hamburger SV habe wechseln lassen.

"Ze Roberto wollte ich gern behalten, aber er ging, bevor ich kam. Mit den Einkäufen von Gomez und Timoschtschuk habe ich nichts zu tun", sagte van Gaal.

Der Ukrainer hat einen schweren Stand beim Trainer, der zu diesem Thema bemerkte:

"Für mich zählt ein großer Name nicht mehr als jeder andere."

Großes Lob für Altintop

Zur positivsten Überraschung seit seinem Amstantritt vor sechs Wochen erklärte van Gaal den türkischen Nationalspieler Hamit Altintop, der sich enorm gesteigert habe.

Der Niederländer erklärte es für jeden Spieler zur Pflicht, deutsch zu lernen:

"Ich habe auch die deutsche Sprache gelernt. Das müssen auch die Spieler. Deshalb gibt es Sprachkurse."

Bayern fragte öfter bei van Gaal an

Auch über seinen Wechsel nach München sprach der Niederländer offen.

Bayern habe schon lange von ihm geträumt, sei viele Male zu ihm gekommen, aber erst jetzt habe es endlich geklappt.

"Die Kultur dieser Stadt und dieses Klubs passt zu mir wie ein warmer Mantel. Es ist ein warmer Klub, familiär. So bin ich auch", sagte van Gaal im "kicker".

Sein Ziel bei den Bayern sei, dass jeder Mensch seine Handschrift sehe und erkenne, "dass wir auf dem Weg sind, Titel gewinnen zu können."

Der strenge Fußballlehrer erwartet von seinen Spielern Respekt vor der deutschen Kultur und vor ihm: "Sie sagen Trainer zu mir oder Sie, nie du."

Abschalten nach dem Fußball

Abseits des Fußballplatzes ist der knorrige Holländer jedoch weniger streng - auch mit sich selbst.

"Wenn ich in der Säbener Straße aus der Garage fahre, dann denke ich nicht mehr an Fußball. Dann denke ich an meine liebe Frau und daran, was wir machen können."

Deshalb sehe er mit 58 Jahren auch noch sehr jung aus.

Das Schönste sei, zu Hause zu sein und von seiner Frau Truus verwöhnt zu werden: "Oder Essen mit Freunden, Karten spielen und Tennis."

Dazu manchmal eine DVD von Fußballspielen.

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