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Tim Borowski absolvierte bisher 196 Bundesliga-Partien © getty

Nach einem Jahr bei Bayern kommt Tim Borowski am Samstag im Werder-Dress nach München zurück. Özil provoziert den FCB derweil.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die Bremer Fans feierten Tim Borowski schon vor einem Jahr in der Allianz Arena als einen der ihren.

"Tim Borowski", schrien die Anhänger immer wieder.

Dabei hatte "Boro" zweimal für seinen neuen Klub, den FC Bayern, getroffen. Den Grün-Weißen war es egal, Werder lag ja 5:0 vorn.

Mittlerweile trägt der Blondschopf wieder das Werder-Dress und wartet gespannt auf die Rückkehr nach München.

"Es ist ein besonderes Spiel, gegen den Ex-Klub aufzulaufen. Ich habe dort viel gelernt, auch wenn das komisch klingt, weil es ein kurioses Jahr war", berichtet Borowski vorm Match am Samstag (ab 15 Uhr im neuen LIVE-Ticker) der "Bild".

Vogelwilde Zeit in München

"Vogelwild", so beschreibt er die Zeit in München, auch weil drei Trainer (Jürgen Klinsmann, Jupp Heynckes und zuletzt Louis van Gaal) in dieser Zeit das Sagen hatten.

In Bremen ist dagegen Thomas Schaaf seit zehn Jahren fest installierter Herrscher über Aufstellung und Spielsystem.

Man kann richtig die Verwunderung mithören, wenn Borowski von seinen knapp 13 Monaten an der Säbener Straße erzählt.

"Überrascht hat mich, dass ich trotz wichtiger Tore in Liga und Champions League nie die Chance bekommen habe, mal sechs oder sieben Spiele durchzuspielen. Da habe ich mir Gedanken gemacht."

Eine Herzensentscheidung

Seine Rückkehr nach Bremen sei dann auch eher eine Herzens-, denn eine Kopfentscheidung gewesen. Der Mittelfeldantreiber gibt zu, für Werder auf "viel Geld" verzichtet zu haben.

Und dennoch: An die 2:5-Klatsche vor einem Jahr mag Borowski nicht gern zurückdenken.

"Wir sind vorgeführt worden", sagte er dem "kicker". Diesmal wird Borowski wieder in der Gästekabine Platz nehmen und kündigt vorsorglich bei Toren gegen den FCB "keine Jubelarien" an. Das gehöre "zum Ehrenkodex".

In diesem Jahr scheint allerdings fraglich, dass Werder den FC Bayern derart überrumpeln kann.

Das erste Saisonspiel ging mit 2:3 gegen Frankfurt verloren und beim zweiten Tor der Eintracht fuchtelte Borowski lieber wild mit den Armen, als bei der Aktion von Ioannis Amantidis selbst einzugreifen.

Defensive weiter wacklig

Überhaupt Werders Defensivabteilung: Große Fortschritte zur Vorsaison sind bisher nicht zu erkennen. Auch die Umstellung von Raute zur Doppelsechs mit Torsten Frings und Borowski hat noch keine Stabilisierung gebracht.

Das nächste Problem: Der Einsatz des angeschlagenen Naldo in der Innenverteidigung ist weiter gefährdet.

Der Brasilianer wurde jedoch schmerzlich beim Bundesliga-Auftakt vermisst. Vertreter Sebastian Prödl sah Gelb-Rot und fehlt deshalb.

"Wenn ich noch Schmerzen habe, laufe ich eher nicht auf", sagt Naldo klar. Nach seiner Sehnenreizung will er auf Nummer sicher gehen. Als Ersatz für Naldo könnte Petri Pasanen zum Einsatz kommen.

"Alles wird schlechtgeredet"

Tim Borowski will sich derweil wieder schnellstmöglich ins altbekannte Umfeld einfügen. Und dem Rückkehrer fallen jetzt Feinheiten auf, die ihm überhaupt nicht zusagen.

"Alles wird schlechtgeredet", jammert der 29-Jährige über das geänderte Meinungsklima rund um Werder.

Dabei könnte die Mannschaft durchstarten, wenn Sperren und Verletzungen anders als in der Vorsaison ausbleiben.

Ehrgeizige Ansage von Özil

Einer der Hoffnungsträger beim Pokalsieger heißt Mesut Özil. Gemeinsam mit Marco Marin soll er die gegnerischen Abwehrreihen schwindlig spielen und helfen, den entscheidenden Stich zu setzen.

Bereits im Vorjahr hatte Özil mit einem tollen Tor beim Auswärtssieg in München geglänzt.

Die Bayern hat Özil diesmal bereits im Vorfeld geärgert. Auf einem Riesenwerbeplakat in München prangt aktuell Özils Gesicht - und der Spruch: "Meine Ziele sind größer als eure Namen".

"Vielen Dank auch für diese Nachricht", mögen sich die Mitspieler in der Nationalelf, Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Mario Gomez gedacht haben.

Özil hat sich dank seines ersten Pflichtspieleinsatzes in der WM-Quali gegen Aserbaidschan nun im DFB-Team festgespielt, kann endgültig nicht mehr für die Türkei auflaufen.

Er kommentiert die Plakat-Neckerei gelassen: "Ich habe Respekt vor dem FC Bayern, vor jedem Gegner. Der Spruch soll nur meine Ambitionen zeigen, selbst ein großer Spieler zu werden."

Schaafs Geheimwaffe

Auch Trainer Thomas Schaaf ist selbstbewusst vorm Nord-Süd-Gipfel in München.

"Wir sind nicht so verunsichert, dass wir mit wackligen Knien in München antreten müssen."

Einen Trumpf hat er zudem in der Hinterhand. Denn: "Infos von Boro über die Bayern schaden nie".

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