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Wo geht es hin, Jan Simak? Die Zukunft des Tschechen ist weiter ungeklärt © imago

Jan Simak im Sport1.de-Interview: Sein ganzer Frust entlädt sich und er erklärt, warum der Wechsel nach Hannover platzte.

Von Christian Paschwitz

München - Mittlerweile gilt er als geläutert.

Und auch deshalb haben ihm die Verantwortlichen des VfB Stuttgart mitgeteilt, dass er gehen könne.

Sie setzen voll auf Alexander Hleb.

Und Jan Simak sucht einen neuen Verein. Mal wieder.

Er wurde einst durch Promillefahrten und Führerscheinentzug, Prügeleien, Spielschulden und offene Rechnungen auffällig.

Der 30-Jährige litt an einem Erschöpfungssyndrom. Gerüchte um Alkoholprobleme taten ihr übriges.

Über Sparta Prag und Carl Zeiss Jena bekam der Mittelfeldspieler aber noch mal die Kurve. Doch jetzt stockt die Karriere wieder, weil der VfB nicht mehr mit dem Tschechen plant.

Hannover 96 war interessiert, rückte aber wieder ab. Und das obwohl Simak nach Sport1.de-Informationen für einen "Spottpreis" von 250.000 Euro zu haben gewesen wäre.

"Er ist nicht mehr der Jan Simak, den wir mal in Hannover erlebt haben. Er hat sich verändert, ist ein bisschen langsamer, nicht mehr so dynamisch", sagt 96-Boss Martin Kind.

Im Sport1.de-Interview entlädt sich Simaks ganzer Frust über die Situation.

Sport1.de: Herr Simak, wie enttäuscht sind Sie, dass es nichts wird mit der Rückkehr nach Hannover?

Jan Simak: Es ist schade, leider hat es nicht geklappt. Ich kenne von damals noch Steven Cherundolo, Altin Lala und vor allem meinen Landsmann Jiri Stajner. Mit ihm habe ich mich schon in einem Team gesehen - wir hatten schon gesprochen über Hannover, und er wäre auch glücklich gewesen, wenn es geklappt hätte.

Sport1.de: Aber der Wechsel ist geplatzt: Warum?

Simak: Ich war bereit, den Schritt nach Hannover zu machen. Aber 96 hat das nicht Ernst gemeint mit mir. Das Angebot, das sie gemacht haben, war lächerlich. Sie wollten mich nicht ernsthaft verpflichten.

Sport1.de: Wissen Sie genau, warum der VfB und 96 keine Einigung hinbekommen haben?

Simak: Mein Berater hat mir erzählt, dass er sich ein bisschen veralbert vorkam. Das ist sowieso etwas komisch mit Hannover, denn schon in meiner ersten Zeit wollten sie bei mir immer sparen.

Sport1.de: Haben Sie damals vielleicht zu viel verlangt?

Simak: Geld ist nicht alles, auch wenn es wichtig ist. Ich wollte bestimmt kein Wahnsinnsgehalt oder den besten 96-Kontrakt aller Zeiten. Ich wollte immer nur ein angemessenes Gehalt.

Sport1.de: Und es gab aktuell nun wirklich gar keine Chance mehr, sich zu einigen?

Simak: Wie gesagt: Mein Eindruck ist, dass mich Hannover nicht ernst genommen hat. Sie waren nicht bereit eine entsprechende Ablösesumme zu zahlen. Das war nicht korrekt, und eben auch ein Zeichen, dass sie mich nicht wirklich wollen.

Sport1.de: Hätte sich der VfB denn aber nicht auch bewegen können, um Ihnen Ihren Herzenswunsch zu erfüllen?

Simak: Ich ziehe jetzt das Positive aus der Sache: Wenn Stuttgart in der Champions League spielt, was woanders nicht möglich gewesen wäre, bekomme ich ja vielleicht doch eine Chance. Ich bin froh, in Stuttgart zu sein, und ich bin bei den Spielen auch immer im Kader. Wir hatten gute Gespräche. Der Trainer steht hinter mir und Manager Horst Heldt ebenfalls.

Sport1.de: Aber realistisch gesehen, werden Sie beim VfB nicht zum Zug kommen...

Simak: Ich greife in Stuttgart noch immer an und bin bereit, zu kämpfen. Auch wenn die Chancen immer von Anfang an zu spielen, nicht hoch sind. Der VfB hat für die linke Seite ja auch noch Alexander Hleb geholt. Woanders wäre es sicher leichter, sich durchzusetzen. Mein Pech ist eben, dass wir in Stuttgart wohl an die 15 Nationalspieler haben, Yildiray Bastürk geht es da ähnlich.

Sport1.de: Denken Sie daran, die Bundesliga wieder zu verlassen, erneut zurück in Ihre tschechische Heimat zu gehen?

Simak: Nein, denn ich will auf jeden Fall weiter Bundesliga spielen. Ich bin auch überzeugt, dass ich die Qualität dafür habe und noch gut genug für die Bundesliga bin. Ich habe ein paar Angebote aus der Zweiten Liga und eines aus der ersten - aber um vom VfB wegzugehen müsste alles passen.

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