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Gewohntes Bild: Lukas Podolski und die Bayern-Ersatzbank. © getty

Wie soll das weitergehen? Bayern-Coach Klinsmann sagt nun, Lukas Podolski könne noch für "mehrere Jahre" die Ersatzbank drohen.

München - Das sind alles andere als motivierende Worte - und dürfte die ohnehin schon verfahrene Situation zwischen Bankdrücker Lukas Podolski und dem FC Bayern noch verschärfen.

Der Nationalspieler muss sich offenbar auf eine noch sehr, sehr lange Leidenszeit auf der Bank seines Münchner Klubs einstellen - wenn er denn bleibt.

"Er ist nach wie vor der Herausforderer der beiden Platzhirsche (Luca Toni und Miroslav Klose, Anm. d.R.)", sagte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann. "Lukas muss zeigen, dass er besser ist. Das kann ein langfristiger Prozess sein - über mehrere Monate oder Jahre. Da muss Lukas eben durch."

Auch die beiden Tore von Podolski im WM-Qualifikationsspiel am vergangenen Samstag gegen Liechtenstein (6:0) haben offenbar nichts an der Hackordnung an der Isar geändert - zumal Klose am Mittwoch mit drei Treffern beim 3:3 in Finnland gekontert hat.

"Das ist keine angenehme Rolle für Lukas, er kann nicht zufrieden sein. Und wenn er es wäre, wäre ich unzufrieden", so Klinsmann.

Einen Wechsel Podolskis im Winter schloss Klinsmann allerdings indirekt aus: "Es ehrt uns, wenn andere Klubs mit Wertschätzung über unsere Spieler reden. Ob sie sie auch bekommen, ist aber eine andere Frage."

Lob für Klose

Neben dem spanischen Rekordmeister Real Madrid hatte auch Manchester City erneut Interesse an Podolski bekundet.

Klose wurde von Klinsmann gelobt. Dass bei dem 30-Jährigen der Knoten platzen würde, habe sich "in der täglichen Arbeit abgezeichnet, auch dass er an seine Fitness herankommt". Dennoch, ergänzte Klinsmann, "ist Miro immer noch nicht da, wo er hin soll".

Das gilt offenbar auch für Franck Ribery: Der Mittelfeld-Star hatte sein Comeback nach überstandener Knöchelverletzung für das erste Spiel in der Champions League am kommenden Mittwoch bei Steaua Bukarest angepeilt.

Ribery muss sich gedulden

Doch Klinsmann bremst den Franzosen: "Bukarest ist definitiv zu früh, da wird er auch nicht zum Kader gehören. Sein Ziel ist Lyon - und auch das ist schon sehr ehrgeizig." Die Partie gegen den französischen Meister steigt am 30. September.

Wie zuletzt Klose nahm Klinsmann auch den in Italien in die Kritik geratenen Bundesliga-Schützenkönig Toni in Schutz:

"Er kann noch nicht auf dem Stand sein, wie er es in zwei Monaten sein wird. Er hat mit Rückstand angefangen zu arbeiten. Aber ich sehe auch bei ihm die Leistungskurve nach oben zeigen."

Immerhin Elber tröstet

Bayerns Ex-Stürmer Giovane Elber hat Podolski unterdessen in der DSF-Sendung "Bundesliga Aktuell" Zuspruch gespendet, ihn aber auch zur Zurückhaltung gemahnt: "Der Lukas muss jetzt sowieso bis Januar warten. Lieber man sagt gar nichts und versucht auf dem Platz sein Bestes zu geben.

Wenn er so spielt, wie zuletzt bei der Nationalmannschaft, dann wird er mit Sicherheit bis Dezember zum Stammspieler werden."

Und weiter: "Am schlimmsten wäre ein Spieler, der zufrieden damit ist, auf der Bank zu sitzen und irgendwann mal 10 Minuten auf dem Platz zu stehen. Der wäre fehl am Platz. Man muss schon etwas zeigen und versuchen, ein Stammspieler zu werden. Aber das wird man nur durch Leistung und nicht durch Reden.?

Engländer üben schon "Lukas-Song"

Kurios: Die Fans von Manchester City fiebern bereits einem Podolski-Wechsel in die Premier League entgegen. Zur Einstimmung auf den im Raum stehenden Transfer veröffentlichte der "Mirror" nun zehn "Poldi-Facts". Auf seiner Internetseite bietet das Blatt zudem den "Lu-Lu-Lukas-Song" von Jürgen und Libero5 zum Mitsingen an.

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