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Eintracht Frankfurt holte im Jahr 1980 den UEFA-Pokal © getty

In Frankfurt herrscht derzeit beste Laune. Der Saisonbeginn war ein voller Erfolg. Gegen Nürnberg soll der nächste Coup folgen.

Frankfurt/Main - Der stürmische Auftakt mit zwei Siegen in zwei Spielen hat Begehrlichkeiten geweckt.

Beim Heimdebüt von Trainer Michael Skibbe wollen die Fans von Eintracht Frankfurt nicht nur Zeugen des besten Bundesliga-Saisonstarts der Hessen seit zehn Jahren werden, sondern auch den lang ersehnten Spaß-Fußball in der WM-Arena erleben.

Ein Hauch von Euphorie weht dieser Tage durch die Main-Metropole - Skibbe machts möglich.

"Wir brauchen uns nicht zu verstecken"

Und der Hoffnungsträger sieht vor der Partie am Samstag gegen Aufsteiger 1. FC Nürnberg (ab 15 Uhr LIVE) keinen Grund, die Aufbruchstimmung zu zügeln.

"Wir wollen mit einem Sieg dafür sorgen, dass wir vorne dabei bleiben. So wie das vor zehn, 15 Jahren bei Eintracht Frankfurt gang und gäbe war", erklärte Skibbe.

Und schob ganz selbstbewusst nach: "Wir brauchen uns nicht zu verstecken."

Skibbes Handschrift erkennbar

Die Handschrift des 44-Jährigen ist nach einer holprigen Vorbereitungsphase mittlerweile erkennbar.

Im Vergleich zu Vorgänger Friedhelm Funkel lässt Skibbe mutiger, aggressiver spielen, mit mehr Hingabe und ausgeprägtem Offensivgeist.

"Wir wollen, dass die Zuschauer mit großer Lust kommen. Wir wollen ihnen ein leidenschaftliches, gutes Spiel bieten", kündigte Skibbe auch für Samstag an.

Frankfurt will gegen Club nachlegen

Bislang stimmen neben der Leistung auch die Ergebnisse: Dem letztlich souveränen 3:0 in der ersten DFB-Pokalrunde beim Erzrivalen Kickers Offenbach folgte am vergangenen Wochenende der 3:2-Auswärtscoup bei Werder Bremen.

"Trotzdem sollten wir den Ball flach halten. Der Sieg in Bremen ist nur etwas wert, wenn wir gegen Nürnberg nachlagen", mahnte Verteidiger Patrick Ochs. Wohlwissend, dass im Umfeld der Eintracht die Bäume schnell in den Himmel wachsen.

Mit einem Dreier gegen den Club würden die Hessen erstmals seit 1999 wieder mit zwei Erfolgen nacheinander in eine Bundesliga-Saison starten.

Trainer setzt Akzente

Und Skibbe dürfte sich bestätigt fühlen. Auch in Sachen Personalentscheidungen. Der umstrittene Schachzug, Stürmer Ioannis Amanatidis die Kapitänsbinde abzunehmen, hat sich am ersten Spieltag nicht negativ ausgewirkt.

Im Gegenteil: Der stolze Grieche erzielte in Bremen zwei Treffer und stellte sich voll in den Dienst der Mannschaft. "Nicht nur der Trainer, auch wir Spieler machen derzeit alles richtig", lobte Amanatidis nach dem gelungenen Aufgalopp das "Gesamtpaket".

Skibbe hat nicht nur bei der Kapitäns-Entscheidung gezeigt, dass er Akzente setzen will. Im Gegensatz zu Pragmatiker Funkel vertraut der ehemalige DFB-Trainer auf den Brasilianer Caio als Spielmacher, obwohl der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte in der Vorbereitung erneut einen Laktattest abbrechen musste.

Amanatidis kann spielen

Neuzugang Maik Franz indes, für 700.000 Euro vom Absteiger Karlsruher SC gekommen, muss sich mit der Reservistenrolle begnügen. In der Innenverteidigung hat momentan der lange ausgefallene Aleksandar Vasoski die Nase vorn.

Franz zeigt aber Verständnis für Skibbe. "Solange die Mannschaft gewinnt, hat der Trainer keinen Grund, Wechsel vorzunehmen", meinte der 28-Jährige.

Im Gegensatz dazu konnten die beiden anderen Neuen Selim Teber (Hoffenheim) und Pirmin Schwegler (Leverkusen) im Mittelfeld schon überzeugen. Allerdings ist der Einsatz von Schwegler gegen Nürnberg gefährdet.

Bei seinem Debüt in der Schweizer Nationalmannschaft gegen Weltmeister Italien (0:0) am Mittwoch verletzte sich der 22-Jährige am Innenband. Dafür hat Amanatidis seine Knieprellung auskuriert und kann spielen.

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