vergrößernverkleinern
Neuzugang Obafemi Martins stellt mit seinem 3:1 den Endstand her © getty

Der Deutsche Meister dreht nach Rückstand noch die Begegnung. Podolski vergibt dabei das 2:0. Bei Wolfsburg trifft ein Neuzugang.

Köln - Beim heiß ersehnten Bundesliga-Comeback des "verlorenen Sohnes" Lukas Podolski nach 1190 Tagen hat der 1. FC Köln gegen den Deutschen Meister eine bittere Niederlage einstecken müssen.

Die Rheinländer verloren nach einer 1:0-Führung noch mit 1:3 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg.

Die Niedersachsen gewannen damit auch das dritte Pflichtspiel unter dem neuen Trainer Armin Veh, haben nun 16 der 18 letzten Bundesliga-Partien gewonnen und verteidigten mit der Optimalausbeute von sechs Punkten die Tabellenführung erfolgreich.

Die Kölner haben nach zwei Spielen indes noch keinen Zähler auf dem Konto.

Doppelschlag innerhalb einer Minute

Dabei hatte der Franzose Fabrice Ehret den FC in einem mitreißenden Spiel in der 49. Minute in Führung gebracht.

Der erste Saisontreffer von Edin Dzeko (73.) und ein höchst unglückliches Eigentor vom Pierre Wome (74.) mit dem Hinterkopf drehte das Spiel aber innerhalb von wenigen Sekunden für den VfL.

Den dritten Treffer der "Wölfe" erzielte Neuzugang Obafemi Martins (87.) bei seinem Bundesliga-Debüt.

Podolski findet es "ungerecht"

Der Wolfsburger Torschütze Dzeko lobte "starke Kölner, die uns das Leben schwer gemacht haben", sprach jedoch am Ende von einem "am Ende verdienten Sieg, nachdem die ersten 20 Minuten nicht so gelaufen sind, wie wir wollten".

"Ich habe mich gefreut auf das Spiel, aber das habe ich mir natürlich anders vorgestellt. Nach dem 1:0 sind wir in die Wolfsburger Konter gelaufen. Wir durften das Spiel nicht aus der Hand geben. Das Ergebnis war insgesamt ungerecht, aber das bringt uns jetzt auch nicht weiter", meinte Nationalspieler Podolski.

Köln will Kringe

Weiterbringen könnte die Kölner dagegen Florian Kringe. FC-Manager Michael Meier bestätigte, ein Angebot für den Mittelfeldmann an Borussia Dortmund abgegeben zu haben.

"Das Gebot war ihnen nicht hoch genug", sagte der ehemalige BVB-Manager. Ob es ein weiteres geben wird, ließ er offen.

Tollhaus RheinEnergie Stadion

Die 50.000 Zuschauer sahen ein spannendes und begeisterndes Bundesligaspiel und verwandelten die Kölner WM-Arena, ohnehin schon euphorisiert durch die Heimkehr von Nationalspieler Podolski, in ein Tollhaus.

Dabei musste "Poldi" auf die Unterstützung seines vorgesehenen Sturmpartners Milivoje Novakovic zunächst verzichten. Der seit Mai verletzte Kapitän war unter der Woche zum Länderspiel mit der slowenischen Nationalmannschaft geflogen und hatte sich so den Zorn Soldos zugezogen.

Köln startet gut

Doch auch ohne den Torjäger begannen die Gastgeber sehr stark und nutzen die Freiräume, die ihnen die Wolfsburger in den ersten Minuten gewährten, durch ihr druckvolles Spiel gut aus.

Sebastian Freis (4.) verzog nach einem ersten Madlung-Fehler jedoch knapp, Ehret traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz.

Nach einer Viertelstunde gewannen die Gäste an Sicherheit, zogen nun ihr gefürchtetes Offensivspiel auf und kamen zu einigen großen Gelegenheiten. Die größte vergab Torschützenkönig Grafite, der sieben Meter vor dem Tor freistehend in den Boden trat.

"Wenn Poldi trifft, verlieren wir"

Köln rettete sich nun mit Mühe und Not in die Pause, nutzte diese zum Durchatmen und ging vier Minuten nach dem Wechsel in Führung. Ehret nutzte einen erneuten Fehler Madlungs und ließ VfL-Keeper Diego Benaglio keine Chance.

Anschließend hatte Podolski das 2:0 auf dem Fuß (69.) , sein Schuss ging aber knapp am langen Pfosten vorbei. "Die ersten 20 Minuten hat Köln richtig Gas gegeben. Aber mir war klar, dass sie es nicht die ganzen 90 Minuten durchstehen. Wenn Poldi das 2:0 schießt, verlieren wir das Spiel", stellte Wölfe-Coach Armin Veh fest.

Wolfsburg dreht auf

Danach drehte Wolfsburg endgültig auf: Veh verhalf dem fünf Millionen Euro teuren Einkauf Obafemi Martins zum Bundesliga-Debüt, agierte fortan mit drei Spitzen und wurde durch Dzekos erstes Saisontor und das Missgeschick Womes belohnt.

Martins machte mit seinem ersten Tor im ersten Spiel für den VfL alles klar. Köln konnte nicht mehr antworten.

"Am Ende haben uns Kraft und Konzentration gefehlt, um das Spiel für uns zu entscheiden", stellte Torschütze Ehret fest.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel