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Josip Simunic (r.) spielte von 2000 bis 2009 bei Hertha BSC Berlin © imago

Josip Simunic glänzte bei Hoffenheims Saisonauftakt. Vor dem Auftritt in Leverkusen schwärmt er bei Sport1.de vom neuen Klub.

Von Matthias Becker

München - Ganz so gut wie im Premieren-Jahr ging es nicht los für 1899 Hoffenheim .

Nach dem ersten Spieltag der vergangenen Saison lagen die damaligen Aufsteiger an der Tabellenspitze.

Am ersten Spieltag der Saison 2009/10 reichte es für die Kraichgauer "nur" zu einem 1:1.

Da dies allerdings nach einem sehenswerten Auftritt gegen Topfavorit Bayern München zustande kam, wollte niemand in Hoffenheim von einem schwachen Start sprechen.

Auch die verbalen Scharmützel zwischen Trainer Ralf Rangnick, Mäzen Dietmar Hopp und Bayern-Manager Uli Hoeneß sowie die Verwirrung um Neuzugang Prince Tagoe können die Stimmung nicht trüben.

Simunic mit Lob überhäuft

Viel zu groß ist die Freude über die wieder entdeckte Stärke aus der Hinrunde der vergangenen Spielzeit. Und auch darüber, dass den Hoffenheimern auf dem Transfermarkt ein richtiger Coup geglückt ist.

Routinier Josip Simunic überzeugte bei seinem ersten Liga-Einsatz als neuer Abwehrchef und wurde sowohl von Rangnick als auch von TV-Experte Franz Beckenbauer mit Lob überhäuft.

Der gefeierte Ex-Berliner wollte davon aber nichts wissen. "Es geht nicht darum, ob ich gelobt werde. Für mich ist wichtig, dass die Mannschaft Erfolg hat und Punkte holt. Es bleiben noch 33 Spieltage, und ich glaube wir haben noch viel Luft nach oben", sagte Simunic im Gespräch mit Sport1.de.

"Ich sehe ein sehr großes Potenzial"

Der Kroate ahnt offensichtlich bereits, was bei seinem neuen Klub alles möglich ist.

"Ich sehe ein sehr großes Potenzial. Viele der jungen Spieler sind viel besser als sie selber denken", erklärte er: "Die Art und Weise, wie wir Fußball spielen, ist extravagant."

Zielvorgaben gibt es später

Ob in dieser Aussage eine versteckte Abwertung der Spielkultur seines Ex-Vereins Hertha BSC steckt, ist unklar. Allerdings ist schon nach wenigen Wochen sichtbar, dass Simunic in Hoffenheim eine Führungsfigur im Kreis des hochtalentierten Kaders ist.

Die Richtung will er vor dem Spiel bei Bayer Leverkusen (Sa., ab 15 Uhr LIVE) trotzdem noch nicht vorgeben. "Wenn wir vier, fünf Spiele gemacht haben, können wir langsam über ein Ziel reden", sagte er Sport1.de.

Hoffenheim liegt Bayer

Und mit dieser Zurückhaltung könnte Simunic gut fahren. Denn gegen Leverkusen haben die Hoffenheimer in ihrer ersten Bundesliga-Saison nur schlechte Erfahrungen gemacht.

Die "Werkself" feierte zwei deutliche Siege gegen die Kraichgauer. Zuhause gab es ein 5:2, auswärts ein 4:1.

"Im letzten Jahr haben wir zweimal gegen Bayer verloren. Das soll nicht noch einmal vorkommen", sagt Rangnick.

Premiere für neue BayArena

Dagegen werden die Leverkusener aber einiges haben. Schließlich weihen sie nach 245 Tagen im Düsseldorfer Exil ihr neues Schmuckkästchen ein.

Für 73 Millionen Euro hat der Klub die BayArena komplett umgebaut. 30.000 statt 22.500 Zuschauern bietet das Stadion nun Platz. Besonders sehenswert ist die Dachkonstruktion mit einem Durchmesser von 217 Metern.

"Wir haben endlich wieder das Publikum im Rücken und keine Auswärtsspiele in Düsseldorf mehr", sagt Trainer Jupp Heynckes.

Heynckes warnt

Die Arena genügt zukünftig internationalen Ansprüchen, die Mannschaft soll nun nachziehen. "Ich hoffe, dass wir in den nächsten Jahren wieder internationale Spiele in Leverkusen sehen werden", sagt Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

Doch Heynckes warnt: "Im Stadion wird eine euphorische Stimmung herrschen, trotzdem müssen wir ruhig bleiben. Hoffenheim wird uns das Leben schwer machen. Die Mannschaft ist ähnlich aufgestellt wie wir, mit vielen jungen, guten Spielern."

Nach dem unglücklichen 1:1 bei Aufsteiger Mainz 05 soll ein Sieg her. "Wir müssen aufpassen, dass wir keinen Fehlstart hinlegen", warnt Kapitän Simon Rolfes, der nach auskurierter Meniskus-Verletzung wieder in die Startelf zurückkehrt. Auch U21-Europameister Gonzalo Castro drängt wieder ins Team.

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