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Elson (r.) feiert mit Hleb (l.) und Cacau seinen ersten Treffer gegen Freiburg © getty

Der Russe und der eingewechselte Brasilianer werden gegen Freiburg zu den Matchwinnern. Lanig erleidet aber einen Kreuzbandriss.

Stuttgart - Der VfB Stuttgart will in die Champions League, doch erst mal haben ihm der frisch erworbene Torjäger und ein nicht vorgesehener Joker einen Fehlstart in die neue Saison der Bundesliga erspart.

In einem nicht gerade hochklassigen, immerhin aber recht turbulenten Derby gewannen die Schwaben gegen den starken Aufsteiger SC Freiburg mit 4:2 (2:0).

Dank Pavel Pogrebnyak, erst vor zwei Wochen für fünf Millionen Euro bei Zenit St. Petersburg ausgelöst, sowie Elson.

Der Brasilianer war nach der Pause nur eingewechselt worden, weil sich Martin Lanig einen Kreuzbandriss zugezogen hatte.

Progrebnyak als Erlöser

Eine Halbzeit lang war Pogrebnyak nicht zu sehen, dann schlüpfte er als Vollstrecker nach einer rasanten Kombination über Alexander Hleb und Artur Boka dank gutem Torriecher in die Rolle des Erlösers (53.).

Danach holte der Russe einen Elfmeter heraus, den Elson nutzte (65.). Die Freiburger unterstellten dem Russen jedoch, den Elfmeter mit einer "Schwalbe" herausgeholt zu haben.

Schiedsrichter Lutz Wagner hatte dies auch zunächst so signalsiert. "Aber dann korrigiert der Linienrichter, der viel weiter weg steht, die Entscheidung", ärgerte sich Heiko Butscher:

"Das kann ich nicht nachvollziehen."

Elson erzielte dann auch den dritten Treffer mit einem fulminanten Weitschuss (76.) und sorgte so mit dem eingewechselten Julian Schieber dafür, dass die Begegnung nach den zwischenzeitlichen Anschlusstreffern der Gäste durch Mohamadou Idrissou (70., 85.) nicht kippte.

Babbel fordert mehr Konzentration

Es waren die Anfälle von Schludrigkeit, die Trainer Markus Babbel bei aller Zufriedenheit über den Sieg nachdenklich stimmten.

"Das darf uns nicht passieren, da müssen wir konzentrierter sein", betonte er und stellte fest: "Wir hatten nicht die Ruhe, unseren Vorsprung runterzuspielen."

Sportvorstand Horst Heldt wies jedoch darauf hin, dass im Zuge der Einführung der Rotation durch Babbel die Hintermannschaft nicht in der gewohnten Besetzung spielte:

"Wir hatten in der Viererkette zwei neue Leute."

Und zwar die Außenverteidiger Stefano Celozzi und Boka.

Am Dienstag wartet Timisoara

Babbel hatte vor dem Wochenende angekündigt, mindestens bis zur Winterpause seine Mannschaft regelmäßig auf meheren Positionen verändern zu wollen, "denn wir spielen jetzt ja alle drei Tage".

Das nächste Mal bereits am Dienstag, dann treten die Stuttgarter zum Qualifikations-Hinspiel um den Einzug in die Champions League beim rumänischen Vizemeister FC Timisoara an (ab 20.15 Uhr LIVE ) an.

Thomas Hitzlsperger hatte der Trainer daher gegen Freiburg nicht mal in den Kader geholt - der etatmäßige Kapitän war zuvor am Mittwoch im Länderspiel-Einsatz gewesen.

Lanig erleidet Kreuzbandriss

Die Einführung einer Rotation birgt allerdings Tücken, wenn sie durch Verletzungen gestoppt wird.

Babbel muss seit dem 0:2 zum Saisonauftakt beim VfL Wolfsburg und wohl noch etwa drei Wochen auf Rechtsverteidiger Christian Träsch verzichten. Ihn vertritt nunmehr Celozzi, Neuzugang vom Karlsruher SC.

Weil Lanig nach seinem in der ersten Halbzeit gegen Freiburg erlittenen Kreuzbandriss (rechtes Knie) wohl erst zur Rückrunde wieder einsatzfähig ist, fehlt eine weitere Alternative für das Mittelfeld.

Offen ist zudem die Zukunft der eigentlich aussortierten Jan Simak und Yildiray Bastürk. Darüber hinaus hat die neue Triebfeder Hleb noch mit einem Mangel an Fitness zu kämpfen.

Elson sorgt für Schwung

In so einer Situation kommt einer wie Elson gerade recht. Zur zweiten Halbzeit für Lanig eingewechselt, verlieh der Brasilianer den lahmenden Offensiv-Bemühungen der Stuttgarter gehörig Schwung.

"Ich habe ihm gesagt, er soll den offensiven Part spielen, und ich habe ihm auch gesagt, dass er treffen soll, wenn er schon schießt", berichtete Babbel.

Elson setzte die Vorgaben perfekt um gegen die zunächst defensiv gut positionierten Gäste.

"Wenn Mannschaften so kompakt stehen, kann er mit seiner Wendigkeit einiges bewirken", sagte Heldt über den 27 Jahre alten Joker.

Dutt: "Ein wenig zu naiv"

Freiburgs Trainer Robin Dutt klagte hingegen darüber, dass seine Mannschaft ihre Chance "gewittert" habe und diese "auch da war", sein Team sich aber mit dem Hang zur Offensive zu "naiv" angestellt habe.

"Insgesamt war es aber ein verdienter Sieg des VfB", gab der frühere Coach von Lokalrivale Stuttgarter Kickers zu.

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