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Dieter Hecking ist seit September 2006 Trainer von Hannover 96 © getty

Die "Hecking raus"-Rufe sind beim Remis gegen Aufsteiger Mainz nicht zu überhören. Doch der Coach denkt nicht ans Aufgeben.

Hannover - Die Fans pöbeln und die Stimmung im Team ist miserabel - für Dieter Hecking hat spätestens nach dem 1:1 (0:0) gegen den FSV Mainz 05 der Kampf um seinen Trainerjob bei Hannover 96 begonnen.

Und der attackierte Coach nimmt diese Herausforderung nach außen hin furchtlos an:

"Der Zeitpunkt wird nicht kommen, dass ich aufgebe. Natürlich stimmen im Moment die Ergebnisse nicht, aber ich werde hier weiter mit vollem Engagement meine Arbeit machen."

Einsatzwillen konnte man auch seinen Spielern nicht absprechen.

"Hecking raus"-Rufe nicht zu überhören

Doch ohne als mehr ein halbes Dutzend Leistungsträger und mit mehreren unerfahrenen Liga-Leichtmatrosen auf dem Rasen der WM-Arena geht der Kurs vorerst Richtung Tabellenende.

96-Sportdirektor Jörg Schmadkte schüttelte zwar verständnislos den Kopf, aber die "Hecking raus"-Rufe in dem mit 28.952 Zuschauern nur gut zur Hälfte gefüllten Stadion waren auch für ihn nicht zu überhören.

Enke mit Teilschuld beim Gegentor

Die Unzufriedenheit bei sich und seinen Teamkollegen wollte Mannschaftskapitän Robert Enke auch gar nicht beschönigen.

"Was wir da gegen einen Aufsteiger gespielt haben, war zu wenig. So kommt man aus den Schwierigkeiten nicht hinaus", monierte der Nationaltorhüter.

Der Keeper musste sich allerdings beim Mainzer Führungstor in der 53. Minute durch den zu Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselten Aristide Bance eine gewisse Mitschuld ankreiden lassen.

Nun wartet Aufsteiger Nürnberg

Der Keeper zögerte einen Moment beim Herauslaufen, verunsicherte damit Innenverteidiger Christian Schulz, Bance nutzte geschickt dessen kurzes Innehalten.

Doch da Jiri Stajner nur drei Minuten später einen Foulelfmeter sicher verwandeln konnte, wird Hecking zumindest bis zum kommenden Samstag im Amt bleiben.

Dann müssen die Norddeutschen beim 1. FC Nürnberg, einem weiteren Aufsteiger, antreten.

Aber: Auch die Geduld von Martin Kind ist endlich. Zunächst aber müsse man "weiter analysieren", erklärte der 96-Boss.

Szenenapplaus für Ya Konan

Mit ein wenig mehr Abgeklärtheit vor dem Tor hätte Didier Ya Konan seinem neuen Trainer ein gutes Stück aus der Patsche helfen können.

Der Stürmer von der Elfenbeinküste, zu Wochenbeginn für 500.000 Euro von Rosenborg Trondheim aus Norwegen in die niedersächsische Landeshauptstadt gewechselt, erntete mehrfach Szenenapplaus vom Publikum und auch von Hecking, versagte gegen 05-Torwart Heinz Müller aber zweimal kläglich.

"Mein Debüt hier war ganz gut, aber am Ende nutzlos. Ich hätte zwei Tore schießen müssen", haderte der 25 Jahre alte Ivorer mit sich selbst.

Viele Leistungsträger fehlen

Hecking hofft inständig, dass der ballgewandte Stürmer die Angriffsmisere seiner Mannschaft abzustellen hilft: "Er spielt herzerfrischend und gibt alles."

Doch auch in Nürnberg werden mehr als ein halbes Dutzend Leistungsträger fehlen, selbst wenn Außenverteidiger Steven Cherundolo sich doch nicht mit der Schweinegrippe infiziert haben sollte und nach seiner Quarantäne wieder im Kader steht.

Doch es könnte auch noch viel ärger für Hannover kommen. Denn neben Cherundolo hat der Klub seit Dienstag auch die derzeit verletzten Spieler Vinicius und Jan Rosenthal isoliert, die mit den Teamkollegen Essen waren.

Symptome der Krankheit wurden allerdings bislang bei keinem der drei Profis entdeckt.

Mainz voll im Soll

Ganz anders ist die Stimmung bei Neuling Mainz, der nach zwei Spielen voll im Soll ist. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Zwar benötigten die Rheinhessen wie schon beim 2:2 gegen Bayer Leverkusen ein wenig Glück zum Remis, doch Trainer-Novize Thomas Tuchel blieb auch bei seinem ersten Auswärtsspiel ohne Niederlage.

"Natürlich kann ich unter dem Strich mit dem einen Punkt sehr gut leben", sagte Tuchel, der sich nun auf das Heimspiel gegen den FC Bayern freuen kann.

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