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Stefan Kießling (r.) erzielt das Tor des Tages. Simunic kann nicht mehr eingreifen © getty

Bayer überzeugt bei der Premiere im neuen Stadion gegen Hoffenheim. "Wir spielen ganz anders Fußball", freut sich Rolfes.

Leverkusen - Neues Stadion, neuer Trainer, neues Glück:

Bei Bayer Leverkusen ist nach der erfolgreichen Arena-Premiere die Fußball-Welt wieder in Ordnung und Disziplinfanatiker Jupp Heynckes ist offenbar schon zum Liebling der Spieler aufgestiegen.

"Solche Spiele hätten wir in der Vergangenheit nicht zustande gebracht", sagte Kapitän Simon Rolfes nach dem 1:0 (0:0) gegen 1899 Hoffenheim .

"Wir spielen ganz anders Fußball. Wo uns früher die Kraft gefehlt hat, hätten wir diesmal sogar noch zulegen können."

Rolfes lobte die Handschrift des neuen Trainers und rechnete zugleich mit dessen unbeliebten Vorgänger Bruno Labbadia ab.

"System Heynckes" kontra "Hurra-Stil"

Das "System Heynckes" kommt in Leverkusen scheinbar an, der zuletzt wenig ertragreiche "Hurra-Stil" gehört erst einmal der Vergangenheit an.

"Wir stehen hinten sicher und vorne bekommen wir immer unsere Chancen. Das ist schon ein Unterschied", meinte Matchwinner Stefan Kießling, der in der 67. Minute den umjubelten Siegtreffer markierte.

"Wenn wir das weiter so hinbekommen, wird es für die anderen Mannschaften schwer, an uns vorbeizukommen."

Auch Sportchef Rudi Völler lobte die "Stabilität, die uns früher gefehlt hat".

Neue Ordnung im Spiel

In das oftmals hektische Tempo- und Angriffsspiel der Leverkusener ist Ordnung eingekehrt - ganz so, wie es sich Heynckes vorstellt:

"Schönspielerei reicht nicht. Die taktische Disziplin ist der Weg, der nach oben führt ", sagte Heynckes nach dem guten Start mit vier Punkten aus zwei Spielen:

"Die Mannschaft muss lernen, zu null zu spielen. Das hat sie schon gut verinnerlicht."

Lobeshymnen für Hyypiä

Eine Schlüsselrolle nimmt dabei der 35 Jahre alte Finne Sami Hyypiä ein. "Er ist nicht nur der Fels in der Brandung, sondern auch fußballerisch richtig stark", schwärmte Völler vom Neuzugang aus Liverpool.

Auch Heynckes war voll des Lobes: "Er ist ein Vollprofi. Mit seiner Erfahrung und Persönlichkeit hilft er uns weiter."

So herrscht bei Bayer im ersten Heimspiel nach 245 Tagen im Düsseldorfer Exil, wo nur ein Sieg in acht Spielen gelang, wieder Aufbruchstimmung.

Neue Arena nicht ausverkauft

Einzig der Zuschauerzuspruch ist noch ausbaufähig. Nur 28.000 Fans kamen zur Eröffnung der für 73 Millionen Euro umgebauten Arena, 2.000 Plätze blieben leer.

Dies lag allerdings auch daran, dass die Hoffenheimer einen Teil des Gästekontingents zurückgehen ließen.

Das störte Heynckes freilich nicht: "Für die Mannschaft ist es wichtig, dass sie wieder eine Heimstätte hat und die Zuschauer im Rücken spürt. Das ist hier in dem kleinen Fußball-Tempel der Fall."

Schlechte Stimmung bei Hoffenheim

Wesentlich unzufriedener war aus nachvollziehbaren Gründen sein Kollege Ralf Rangnick. "Wir haben extrem schlecht gespielt, auf allen Ebenen", kritisierte der 1899-Coach.

"Es ist wichtig, dass wir begreifen, dass unser Spiel nur als Mannschaft funktioniert. Ich hatte das Gefühl, dass jeder als Einzelspieler auf dem Platz stand. Es bleibt für uns noch viel zu tun. Wir sind weit weg von der Form, die wir uns vorstellen."

Waren die Hoffenheimer vor Jahresfrist noch mit herrlichem Angriffsfußball an die Tabellenspitze gestürmt, rutschte der Klub aus dem Kraichgau diesmal nach zwei Spielen mit nur einem Punkt in den Tabellenkeller.

Auch der starke Schlussmann Timo Hildebrand, der bei der Generalkritik von Rangnick daher außen vor war, richtete deutliche Kritik an seine Mitspieler:

"So eine Niederlage tut weh. Ich habe kein Aufbäumen gesehen. Man kann nicht nur mit Beinschüssen operieren."

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