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Neuzugänge im Jubel-Doppel: Elijero Elia (l.) gratuliert Marcus Berg zum 4:1 © getty

Beim HSV singen die Fans nach dem Sieg gegen Dortmund schon wieder vom Titel. Ein Neuzugang hat großen Anteil. Der BVB enttäuscht.

Von Matthias Becker

München - Bruno Labbadia traute dem Braten nicht.

2:1 lag sein Hamburger SV schon nach zehn Minuten gegen Borussia Dortmund vorn, aber der Hamburger Trainer nahm die Tore seines Teams trotzdem vergleichsweise unbewegt hin.

Erst nachdem Paolo Guerrero in der zwölften Minute zum 3:1 traf, brach es aus Labbadia heraus.

Mit den Ersatzspielern und dem Betreuerstab erfreute er sich an der herrlichen Vorarbeit von Bundesliga-Debütant Elijero Elia und dem überlegten Abschluss von Stürmer Paolo Guerrero, der den Weg zum 4:1-Endstand und dem ersten Bundesliga-Sieg Labbadias mit dem HSV ebnete.

"Die Mannschaft hat viel mehr drauf"

Nach den verrückten ersten zwölf Minuten war Labbadia und auch den euphorisierten Hamburger Fans klar, dass der HSV vor einer erfolgreichen Saison stehen könnte.

Daran wurde ja nach dem 1:1 zum Liga-Auftakt in Freiburg schon heftig gezweifelt. Zumal Labbadia im Breisgau mit Ausnahme vom ablösefreien Ze Roberto seine millionenschwere Neuzugänge zu Beginn auf der Bank ließ.

"Nach dem Spiel gegen Freiburg haben wir die Ruhe behalten, weil wir wussten, dass die Mannschaft viel mehr drauf hat", stellte Labbadia nun erleichtert fest, warnte aber zugleich:

"Wir werden nach dem Spiel nicht gleich euphorisch, sondern gehen sehr sachlich damit um." (DATENCENTER: Der 2. Spieltag)

Elia erobert die HSV-Herzen

Bei aller Sachlichkeit werden sie in Hamburg nach den großen Investitionen des Sommers aber vor allem erleichtert sein, dass ihr Team gegen die Borussia zeigte, was in ihm steckt.

Die Neulinge Ze Roberto (10.) und Marcus Berg (72.) trafen und Elijero Elia legte einen brillanten Auftritt hin.

Dribblings über links oder rechts, eine direkte Torvorbereitung und ein Lattentreffer: Der junge Niederländer eroberte die Herzen der HSV-Fans im Sturm.

"Dass ich meinen Teil zu diesem Erfolg beitragen konnte, freut mich sehr. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Spiel", sagte Elia. Er hatte extra auf seinen ersten Länderspieleinsatz am Mittwoch verzichtet, um sich auf sein Bundesliga-Debüt vorzubereiten.

Kein Sonderlob von Labbadia

Labbadia wollte kein Sonderlob verteilen, "denn es war ein tolle Teamleistung".

Er dürfte aber trotzdem froh gewesen sein, dass 8,5 Millionen-Mann Elia das Publikum gleich begeisterte.

Nach dem Rücktritt von Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer steht Vorstandsboss Bernd Hoffmann vestärkt im Blickpunkt. Zufrieden stellte er fest: "Wenn die Saison so losgeht, können wir uns nicht beschweren."

Klopp: "Unterkante der Messlatte"

Grund zur Beschwerde hatte Dortmunds Coach Jürgen Klopp.

"Ich hoffe, dass das die Unterkante unserer Messlatte war, da springen wir normalerweise nachts um 3 Uhr drüber. Das war gar nichts", stellte er gewohnt schonungslos fest:

"Das Ergebnis fühlt sich genauso beschissen an, wie es aussieht."

Den Platz zum Spielen gelassen

Seine Spieler versuchten deshalb auch gar nicht erst irgend etwas schönzureden.

"Wir haben heute nicht das abgerufen, was wir leisten können. Und dafür sind wir bestraft worden", sagte Torhüter Roman Weidenfeller, der vor Demels 1:0 (3.) böse gepatzt hatte.

Kollege Nuri Sahin ergänzte: "Wenn man dem HSV Platz zum Spielen gibt, dann ist das eine überragende Mannschaft."

Euphorie in Dortmund verflogen

Während die Hamburger Fans schon wieder skandierten: "Deutscher Meister wird nur der HSV!", ist die Euphorie vom Auftaktsieg gegen Köln bei der Borussia damit schon verflogen.

Am nächsten Samstag kommt der VfB Stuttgart nach Dortmund. Und der will, ähnlich wie der HSV, zeigen, was er drauf hat.

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