vergrößernverkleinern
Lukas Podolski wurde neunmal zum Torschützen des Monats gewählt. © getty

Nach dem Abrutschen auf den letzten Platz ist die Euphorie in Köln vorbei. Auf Lukas Podolski könnten schwere Zeiten zukommen.

Köln - Heilsbringer Lukas Podolski schlich mit gesenktem Kopf vom Platz, im Minuten zuvor noch bebenden Stadion herrschte betretene Stille, und Trainer Zvonimir Soldo trat aus Wut gegen einen Eimer neben der Trainerbank.

Die Poldi-Manie in Köln hat am Samstag einen Dämpfer erhalten.

Zwei Eigentore, zwei Niederlagen, als einziges Team ohne Punkt und damit Letzter - der Saisonstart des 1. FC Köln ist trotz der Rückkehr des verlorenen Sohns gründlich missglückt (Spielbericht: Köln - Wolfsburg).

Beim 1:3 (0:0) gegen den deutschen Meister VfL Wolfsburg letztlich sogar auch ein bisschen wegen Podolski.

"Poldi" vergibt Großchance

Der bei jedem Ballkontakt frenetisch gefeierte Nationalspieler hatte bei seinem Kölner Bundesliga-Comeback nach 1190 Tagen in der 68. Minute die große Chance zum 2:0.

Vom Torschützen Fabrice Ehret freigespielt, schoss er den Ball mit seinen silbernen Schuhen mit Kölner Stadtwappen auf der Lasche aber knapp am langen Eck vorbei.

"Wenn der reingeht, ist das Spiel entschieden", sagte der 24-Jährige anschließend geknickt: "Leider habe ich ihn vergeben. Pech gehabt."

Statt sich als Matchwinner feiern lassen, musste Podolski schließlich die Niederlage verkraften. Was ihm nicht leicht fiel.

Eigentor leitet Niederlage ein

"Wenn man zu Hause führt, einige Kontermöglichkeiten hat und dann ab der 73. Minute noch drei Tore kassiert, dann ist das für mich und die Mannschaft einfach nur bitter", meinte er.

Und kam schon sechs Wochen nach seiner Rückkehr zum bitteren Fazit: "Das wird noch eine lange und schwere Saison. Nächste Woche spielen wir gegen Frankfurt, eine Mannschaft, die sich auf unserem Niveau bewegt. Da müssen wir einfach gewinnen."

Dass nach dem entscheidenden Eigentor von Marvin Matip beim 0:1 in Dortmund wieder ein solches Missgeschick - diesmal von Pierre Wome zum 1:2 (74.) - entscheidend zur Niederlage beitrug, war kurios.

"Was will man gegen Eigentore machen?", fragte Poldi: "Aber deshalb haben wir nicht verloren. Sondern weil am Ende die Kraft und Konzentration nicht mehr da waren."

Fantastische Atmosphäre in Köln

Zuvor hatten die 48.000 Zuschauer ihr Team gnadenlos nach vorne gepeitscht.

Als Podolski um 17.59 Uhr den Platz betrat, war der erste große Jubel aufgebrandet, als Ehret die Kölner in Führung brachte (49.), schien die WM-Arena in ihren Grundfesten zu wanken.

Und am Ende gab es trotz der Niederlage Ansätze, die Hoffnung machen.

Schließlich hatten sie ihr bestes Spiel seit langer Zeit gezeigt. Schließlich erwiesen sich die Neuzugänge Maniche und Sebastian Freis als Verstärkungen, im Dortmunder Florian Kringe steht ein weiterer potenzieller Rückkehrer bereit.

Und schließlich fehlten im verletzten Geromel und dem erst kurz vor Schluss eingewechselten Torjäger Milivoje Novakovic zwei Leistungsträger, die in Kürze in die Anfangsformation zurückkehren werden.

Wolfsburg feiert Martins

Beim VfL Wolfsburg herrschte dagegen wieder Euphorie. Auch wegen Obafemi Akinwunmi Martins.

Der eingewechselste Stürmer macht dem Traum-Duo Edin Dzeko und Grafite mächtig Konkurrenz.

"Ich hoffe, dass ihr noch mehr von mir sehen werdet", sagte der 24-Jährige Nigerianer nach seinem Bundesliga-Debüt, in dem er gleich zum Matchwinner wurde. Nach 62 Minuten beim Stand von 0:1 eingewechselt, leitete er das 1:1 durch Dzeko ein (73.) und schoss nach dem Eigentor des Kölners Pierre Wome (74.) das 3:1 (87.) selbst.

"Er hat uns noch gefehlt"

"`Er ist genau der Spielertyp, der uns noch gefehlt hat", meinte Spielmacher Zvjezdan Misimovic, der künftig vielleicht drei Stürmer mit Vorlagen füttern soll: "Er verstärkt uns auf jeden Fall."

Trainer Armin Veh, der mit drei Siegen in drei Pflichtspielen aus dem großen Schatten von Meistermacher Magath getreten ist, geht beim Blick auf den quirligen Stürmer das Herz auf. Die Salti nach den Toren wird er ihm jedenfalls nicht verbieten. "Das darf er von mir aus gerne machen", sagte Veh und ergänzte schmunzelnd: "Dann weiß ich wenigstens, dass er getroffen hat."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel