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Louis van Gaal wurde in der vergangenen Saison Meister mit AZ Alkmaar © getty

Louis van Gaal wartet nach dem Remis gegen Bremen auf seinen ersten Sieg mit dem FCB. Im Interview hebt er das Positive heraus.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - In der 62. Minute war es soweit.

Louis van Gaal wechselte unter dem frenetischen Jubel der Fans Franck Ribery ein.

Doch auch der als "Heilsbringer" gefeierte Franzose konnte den Fehlstart des FC Bayern in die neue Saison nicht verhindern.

Mehr als ein mageres 1:1 (0:1) gegen Werder Bremen bei der Heimpremiere von van Gaal sprang nicht heraus.

Nur zwei Punkte nach zwei Spielen

Nach zwei Spieltagen hat der FC Bayern gerade einmal zwei magere Pünktchen auf dem Konto, nachdem es auch zum Start nur zu einem 1:1 in Hoffenheim gereicht hatte.

Mesut Özil sorgte in der 38. Minute für die Bremer Führung, Mario Gomez erzielte den verdienten Ausgleich (72.). (NACHBERICHT: Ein Liebesbeweis überdeckt die Schwächen).

Ein Sieg der Münchner hätte dem Spielverlauf jedoch nicht entsprochen - zumal die Bayern insgesamt enttäuschten und auch Werder noch gute Chancen hatte.

Danach war die Stimmung beim deutschen Rekordmeister entsprechend durchwachsen.

Coach van Gaal zeigt sich im Interview dennoch bemüht, die positiven Seiten herauszustellen - zumal es in der Vorsaison noch eine 2:5-Heimklatsche gegeben hatte.

Frage: Herr van Gaal, ein 1:1 in Ihrem ersten Heimspiel. Sind Sie zufrieden damit?

Louis van Gaal: Ich bin nicht zufrieden mit dem Ergebnis, aber ich bin zufrieden mit dem Spiel. Die ersten 30 Minuten waren hervorragend. Das Positionsspiel war gut, wir haben mehrere Chancen kreiert. Nur das Tor hat gefehlt.

Frage: Und dann kam das Gegentor...

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Van Gaal: Ja, mit dem ersten Angriff von Werder. Und dann ist es immer schwierig. Werder konnte wieder voll auf Defensive setzen und hat viele Spieler hinter den Ball gebracht.

Frage: Warum hat das Gegentor einen Bruch im Spiel Ihrer Mannschaft erzeugt?

Van Gaal: Es war sehr enttäuschend für alle Spieler. Dann haben sie ein wenig die Geduld verloren. Es gab viele leichtsinnige Pässe, das Spiel wurde nicht mehr in die Breite gezogen, um auf eine Lücke in Bremens Defensive zu warten.

Frage: Wie das Tor entstanden ist, dürfte Ihnen ganz und gar nicht gefallen haben. Drei Abwehrspieler standen auf einer Linie...

Van Gaal: Das haben Sie gut beobachtet. Wir müssen uns eben noch verbessern. Richtig, es waren drei Verteidiger auf einer Linie, einer hätte vorstoßen und sich Özil in den Weg stellen müssen.

Frage: Haben Sie in der zweiten Halbzeit eine Steigerung erkannt?

Van Gaal: Ja. Ich habe gewechselt und frische Kräfte gebracht. Wir mussten mehr Risiko gehen, das haben wir gemacht. Ich war froh, als wir den Ausgleich erzielt haben. Aber es wäre auch mehr drin gewesen.

Frage: Sie wollen sagen, dass Bayern einen Sieg verdient gehabt hätte?

Van Gaal: Rechnet man alle Chancen zusammen, hätten wir durchaus gewinnen können.

Frage: Franck Ribery hat sein Comeback gefeiert. Wie beurteilen Sie seine Leistung?

Van Gaal: Das ist ein Einzelspieler. Ich möchte die Mannschaft beurteilen. Nicht einen Spieler. Das habe ich oft genug erwähnt.

Frage: Aber hat seine Einwechslung der Mannschaft nicht gut getan?

Van Gaal: Franck Ribery ist natürlich ein sehr guter Spieler. Ihm fehlt jedoch noch der Rhythmus. Eigentlich sollte er nur 20 Minuten spielen, ich habe ihm sogar zehn Minuten mehr gegeben. Er hatte eine sehr gute Aktion, aber auch viel Ballverluste.

Frage: Ist Ivica Olic der große Gewinner des Spiels?

Van Gaal: Auch Olic ist nur ein Einzelspieler. Ich urteile nur über die Mannschaft.

Frage: Es war allerdings klar erkennbar, dass mit ihm ein wenig mehr Schwung ins Spiel kam, oder nicht?

Van Gaal: Auch die erste halbe Stunde war sehr gut. Die war sogar besser als die Leistung in der zweiten Halbzeit.

Frage: Nationalstürmer Miroslav Klose wurde zur Halbzeit ausgewechselt. Wieso haben Sie ihn vom Platz genommen?

Van Gaal: Ich denke, dass er nicht viel gemacht hat. Ich will, dass der erste Pfosten immer besetzt ist. Das ist in der ersten Halbzeit nicht gemacht worden. In der zweiten Halbzeit haben wir das gemacht, das hat sich beim Tor von Mario Gomez dann auch ausgezahlt.

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