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Klaus Allofs ist seit 1999 Manager bei Werder Bremen © imago

Im DSF-Doppelpass spricht der Werder-Manager über die Werder-Defensive und die Saisonziele des Teams.

München - Werder Bremen trat zufrieden die Heimreise aus München an.

Zwar reichte es am Samstag beim FC Bayern nicht wieder zu einem 5:2-Kantersieg wie im Vorjahr, doch auch mit dem 1:1 konnten die Hanseaten gut leben.(zum Nachbericht)

Entsprechend zufrieden war auch Werder-Boss Klaus Allofs.

Dennoch will der 52-Jährige die Mannschaft noch verstärken, um in dieser Saison weiter oben anzugreifen.

Im DSF-Doppelpass spricht Allofs über seinen Wunschstürmer, das neue Werder-System ohne Diego, die gestiegene Erwartungshaltung an der Weser und die Situation von Torsten Frings in der Nationalmannschaft.

Klaus Allofs über...

Diego-Nachfolger Mesut Özil:

"Er soll nicht unmittelbar der Nachfolger von Diego werden, aber er ist ein ganz wichtiger Spieler für uns. Dass er in Verbindung mit Marko Marin oder Aaron Hunt unser Spiel gestalten soll, ist klar und er ist auf einem sehr guten Weg. Er hat viele Fähigkeiten.

Er hat eine unglaubliche Beschleunigung mit dem Ball, kann neue Situationen schaffen, kann den entscheidenden Ball spielen und ist auch einer, der vorne in die Spitze geht und den Abschluss sucht."

eine mögliche Verpflichtung von Claudio Pizarro:

"Wir haben keinen Hehl daraus gemacht, dass uns Claudio Pizarro gut zu Gesicht stehen würde. Wir sind intensiv in Gesprächen und hoffen, dass wir bis zum 31. August Erfolg haben. Ein unerfahrener Spieler würde uns nicht helfen."

den Systemwandel bei Werder Bremen:

"Wir müssen immer sehen, dass wir die Balance über die Defensive und Offensive haben. Wenn man Offensivspieler wie Mesut Özil oder Marko Marin hat, die sicher ihre Stärken nicht in der Defensive haben, dann muss man das kompensieren und natürlich auch mit zwei defensiveren Spielern antreten."

die zuletzt kritisierte Bremer Defensive:

"Mit Naldo war ein ganz wichtiger Baustein unserer Defensive nicht dabei. Da müssen wir zugeben, dass wir ihn als Abwehrspieler brauchen.

Wir hatten dann auch nicht die Möglichkeiten, ihn entsprechend zu ersetzen. Es ist aber natürlich klar, dass wir uns natürlich im defensiven Mittelfeld und im Abwehrverhalten stabilisieren müssen."

die Transferpolitik von Werder Bremen:

"Wir können schon etwas ausgeben, aber wir können nicht sagen: Wir haben 25 Millionen eingenommen und 25 können wir auch wieder ausgeben. Auf der einen Seite muss man Steuern zahlen und wenn man einen Spieler verpflichtet, ist das nicht nur die Ablösesumme.

Man muss diesen Spielern auch Gehälter zahlen. Da sind wir wirklich eingeschränkt. Wir haben in den letzten Jahren auch schon mutig gehandelt, wir haben viele Entscheidungen getroffen, die es in der Vergangenheit so bei Werder Bremen nicht gegeben hat. Aber es muss ein überschaubares Risiko sein."

die hohen Erwartungen im Bremer Umfeld:

"Die Erwartungen haben sich in Bremen in den letzten Jahren verändert, von uns wird erwartet, dass wir ganz oben mitspielen.

Man hat uns sogar letztes Jahr die Frage gestellt, ob es eine gute oder schlechte Saison war - nachdem man in zwei Endspielen war und Pokalsieger geworden ist."

den Saisonstart des SV Werder Bremen:

"Wir werfen nach dem ersten Spiel nicht gleich alle unsere Ziele über den Haufen und sagen, wir haben keine gute Mannschaft oder keine Perspektive. Wir haben gesehen, dass wir noch an vielen Dingen arbeiten müssen und wir sind sehr zuversichtlich, dass wir auch in diesem Jahr eine gute Rolle spielen."

die Ziele Werder Bremens in der Spielzeit 09/10:

"Wir wollen wieder ganz vorne mitspielen, wir wollen uns wieder für die Champions League qualifizieren. Man muss aber trotzdem wissen, dass man auf dem Weg dorthin Geduld haben muss.

Wir wissen auch, dass die Konkurrenz in der Bundesliga sehr groß ist mit Mannschaften wie Stuttgart, Bayern, Wolfsburg, HSV oder Dortmund."

die Rolle von Torsten Frings in der Nationalmannschaft:

"Torsten hat gesagt, dass er sich nicht wieder neu beweisen muss und dass er so viele Jahre die Knochen hingehalten hat. Da teile ich seine Meinung nicht. Ich glaube, dass auch ein Spieler, der viele Länderspiele gemacht hat, sich immer wieder neu beweisen muss. Da gibt es keine Stammplatzgarantien.

Auf der anderen Seite ist es so: Wenn vom Bundestrainer die Aussage kommt: 'Du bist ein wichtiger Spieler für mich.', und er dann zu Beginn der Saison sagt: 'Du bist noch nicht so weit.', zu einem Zeitpunkt, zu dem eigentlich alle Spieler auf dem gleichen Level sind, dann kann ich das nicht ganz nachvollziehen.

Deswegen hat Torsten Frings natürlich unsere Unterstützung. Aber wir wollen uns da gar nicht einschalten, das ist wirklich die Sache des Bundestrainers."

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