In seiner Sport1.de-Kolumne analysiert DSF-Experte Udo Lattek die Problempotenziale beim FC Bayern München und dem 1. FC Köln.

Hallo Fußball-Freunde,

der FC Bayern München liegt nach dem Remis gegen Werder Bremen mit zwei Punkten aus zwei Spielen hinter den Erwartungen zurück.

Das wundert mich gar nicht, denn: Bayern wird nicht vorneweg marschieren.

Sie werden bis zum Schluss vorne dabei sein und können auch Meister werden. Aber der Zug wird nicht so abfahren, dass man mit dem Fernglas hinterhersehen muss.

Louis van Gaal muss bald ein Team finden, dem er das Vertrauen schenkt. Damit die Spieler wissen: "Ich bin drin. Ich tue jetzt auch etwas für die Mannschaft".

Ansonsten wird es bei den Bayern erstmal weiterhin nicht ganz rund laufen.

Zumal ein weiteres Problem droht. Franck Ribery war über die Rolle als Spielmacher bei seinem Comeback nicht unbedingt erfreut.

Van Gaal wird sich nicht gefallen lassen, wenn Ribery nicht das tut, was er will. Da ist ein großer Krach vorprogrammiert.

Van Gaal darf sich da auch nicht vorführen lassen.

Vorgeführt hat der 1. FC Köln lange Zeit den Meister aus Wolfsburg. Wenn Lukas Podolski das 2:0 macht, wäre das Thema durch gewesen, denn die Wolfsburger hatten bis dahin viel zu wenig getan.

Ich war erstaunt und fast erschrocken darüber, wie langsam die bis dahin gespielt haben. Da fehlte der Rhythmus.

Aber sie haben die Kölner "totlaufen lassen" und nochmal richtig Gas gegeben.

Wolfsburg hat einfach eine gewisse Sicherheit, die Mannschaft ist stabil und intakt.

Podolski ist in Köln schon wieder voll in der Mannschaft angekommen, die Mitspieler spielen mit ihm und suchen ihn. Poldi wird sich durchsetzen. Der kann sich auch mal einen Fehler erlauben, aber da habe ich eigentlich keine Bedenken.

Problematischer ist, dass es in der Mannschaft drei, vier Spieler gibt, die immer Verstärkungen verlangen.

Es ist nicht die Aufgabe der Spieler, sondern des Präsidiums, des Managers und des Trainers, sich um neue Spieler zu kümmern. Das ist zudem ein Affront gegen die eigenen Mitspieler.

Denn das heißt, die Anderen sind nicht gut genug.

So etwas ist nicht in Ordnung und da muss man höllisch aufpassen.

Wir werden sehen, ob der FC das in den Griff bekommt.

Bis nächste Woche

Euer Udo Lattek

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