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Tanzen im Sonnenschein: Die Gladbacher-Spieler feiern ihren Heimsieg © getty

Mönchengladbach überzeugt beim Sieg gegen Hertha BSC und freut sich über die Neuzugänge. Lucien Favre hadert mit der Konzentration.

Mönchengladbach - Tanzende Spieler, jubelnde Fans - Borussia Mönchengladbach ist wenige Wochen nach dem knapp entgangenen Abstieg kaum mehr wiederzuerkennen.

Mit einem 2:1 (1:0)-Sieg gegen Hertha BSC Berlin und einer beachtlichen Leistung hat sich der fünfmalige Deutsche Meister gleich in die Spitzengruppe der Bundesliga katapultiert - und sogar Hertha-Coach Lucien Favre war vom neuen "Gladbacher Gesicht" schwer beeindruckt:

"Die Borussia hat sich sehr gut verstärkt. Sie werden dieses Jahr da sein."

Mit vier Punkten aus zwei Spielen legte Gladbach einen Start nach Maß hin. Im vergangenen Jahr brauchte die Fohlen-Elf für die gleiche Ausbeute noch acht Spiele und zwei Trainer.

Neuzugang Arango überragend

"Wir haben eine gute Stimmung im Kader und ein gutes Trainingsniveau. Das spiegelt sich auch im Spiel wider. Das ist schon eine ordentliche Ausbeute", meinte Sportdirektor Max Eberl.

Eberl hat in der Sommerpause offensichtlich seine Hausaufgaben gemacht. Insbesondere der venezolanische Neuzugang Juan Fernando Arango war mit neun Torschüssen und vier Torschuss-Vorlagen Dreh- und Angelpunkt im Spiel.

"Es wichtig, dass die Mitspieler das Vertrauen in mich haben. Ich glaube, dass wir eine gute Saison spielen können", sagte Arango. Auch der Argentinier Raul Bobadilla hinterlässt im Angriff einen guten Eindruck.

Frontzeck: "Ich bin glücklich über den Start"

So durfte Michael Frontzeck über den ersten Sieg als Borussia-Trainer jubeln, nachdem seine Elf in der Vorwoche beim VfL Bochum noch eine 3:0-Führung verspielt hatte.

"Wir haben nicht viele Räume bekommen. Die, die wir bekommen haben, haben wir genutzt. Ich bin glücklich über den Start, aber wir müssen noch an einigen Dingen arbeiten", sagte Frontzeck.

Im Zuge der Gladbacher Euphorie blüht sogar Oldie Oliver Neuville wieder auf. Der Ex-Nationalspieler durfte von Beginn an auflaufen und bereitete den zweiten Treffer vor.

Borussia schlägt eiskalt zu

In der Tat schlug die Borussia eiskalt zu. Roel Brouwers (23.) und Karim Matmour (52.) brachten die Gastgeber auf die Siegerstraße, ehe Gojko Kacar der Anschlusstreffer gelang (53.). Die Berliner verpassten indes nach einer besonders im Angriff mäßigen Leistung den zweiten Saisonsieg.

Mit dem Selbstvertrauen des Auftaktsieges gegen Hannover 96 im Rücken (1:0) übernahmen die Berliner zunächst auch vor 41.814 Zuschauern im Borussia-Park das Kommando. Die Gäste kontrollierten in den ersten zwanzig Minuten Ball und Gegner, ohne sich dabei aber klare Torchancen zu erspielen.

Raffael und Artur Wichniarek konnten sich im Gladbacher Strafraum kaum ein Mal in Szene setzten.

Favre: "Konzentration hat gefehlt"

"Wir haben heute das Spiel gemacht hier. Aber in den Schlüsselszenen hat uns einfach die nötige Konzentration gefehlt, so müssen wir am Ende ohne Punkte nach Hause fahren", konstatierte Favre.

Im zweiten Durchgang nahm die Begegnung mehr Fahrt auf. Zunächst scheiterte Berlins Cicero an Torwart Christofer Heimeroth (46.), im Gegenzug landete eine verunglückte Flanke von Raul Bobadilla auf der Latte.

Friedrich hadert

Die Hertha gab nicht auf, mehr als der Anschlusstreffer war aber nicht mehr drin, Gladbach hatte sogar noch in der Schlussekunde beim Lattentreffer von Arango die Chance aufs 3:1.

"Zum Ende der Partie haben wir natürlich hinten aufgemacht, da hatten die Gladbacher auch ihre Konterchancen", stellte Arne Friedrich fest:

"Wir haben hier mehr als eine Niederlage verdient."

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