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Felix Magath (mit Hollerbach und Eichkorn, v.r.n.l.) schimpft während des Spiels © imago

Nach dem Sieg gegen Bochum und der damit verbundenen Tabellenführung findet Felix Magath dennoch einen Grund, sich aufzuregen.

Von Christian Stüwe

München - Zwei Siege und die Tabellenführung lautet die maximale Ausbeute von Schalke 04.

Doch der neue Trainer Felix Magath sorgt auch nach dem zweiten Ligaspiel für einen Wutausbruch.

Nach dem Auftaktsieg gegen Nürnberg hatte Magath Lewis Holtby hart attackiert und einen Reporter gefragt, ob er Karten gespielt habe, anstatt das Spiel zu verfolgen.

Nach dem lockeren 3:0-Sieg der Schalker gegen den VfL Bochum lobte Magath diesmal die Mannschaft, knöpfte sich dafür aber einen "Sky"-Reporter vor.

Dieser hatte den Meistertrainer nach einer versuchten Tätlichkeit von Jefferson Farfan gefragt. Der Stürmer war klar sichtbar lange von Christoph Dabrowski festgehalten worden und hatte dann versucht, nachzutreten.

"Man muss auch mal den Verursacher angreifen", schimpfte Magath in beachtlicher Lautstärke.

"Das ist wie beim Wrestling"

Der Schalke-Coach holte dann ganz weit aus: "Das haben wir uns in unserer Gesellschaft angewöhnt. Der, der etwas verursacht, kommt davon. Der, der reagiert, wird bestraft."

Einmal in Rage schimpfte Magath immer weiter: "Schauen Sie mal, was der Gegner gemacht hat. Das ist wie beim Wrestling, wie beim UFC, oder wie das heißt."

Sonderlob für Moritz

Angesprochen auf den gelungenen Saisonstart wurde Magath dann aber auf einmal wieder ganz zahm: "Die Stimmung ist sehr gut. Ich freue mich, dass ich die beiden Spiele gewonnen habe."

Er habe nicht gedacht, dass man so klar gewinnen könne, nachdem es in der letzten Woche nicht so gut gelaufen sei, sagte der Erfolgscoach

Ein Sonderlob hatte er für den 19-jährigen Torschützen Christoph Moritz parat: "Er ist dabei, sich festzuspielen. Es ist überragend, wie er sich einfügt."

Fans feiern die Mannschaft

Kein Wunder, dass Magath zufrieden war. Die Mannschaft zeigt immer mehr seine Handschrift, die Fans feierten die Tabellenführung mit "Spitzenreiter, Spitzenreiter"-Sprechchören.

Gegen harmlose Bochumer, die zum fünften Mal in Folge auf Schalke verloren, glänzten die "Königsblauen" über weite Strecken mit dem vom neuen Trainer geforderten Tempospiel und schnellen Direktpässen.

Farfan wie ausgewechselt

Bestes Beispiel für das "neue Schalke" war Jefferson Farfan.

Der Peruaner, der vor einem Jahr für die Vereinsrekordsumme von zehn Millionen Euro verpflichtet worden war und häufig enttäuscht hatte, glänzte nicht nur als technisch starker Vorbereiter, sondern auch als Kämpfer.

Farfan war an allen drei Toren beteiligt. Zudem zauberte Magath weitere Trümpfe aus dem Hut. Vertragsamateur Moritz war vor der Saison eigentlich für die Regionalliga-Mannschaft verpflichtet worden.

Mineiro überzeugt

Mit der kurzfristigen Verpflichtung des Brasilianer Mineiro scheint Magath ebenfalls richtig zu liegen. Der Ex-Berliner, der erst am Donnerstag verpflichtet worden war, räumte als "Sechser" vor der Abwehr ab und gab der jungen Schalker Mannschaft deutlich mehr Stabilität.

"Er hat seinen Job zu 100 Prozent erledigt. Er hat unser Spiel stabilisiert und organisiert", meinte Magath.

Koller ist bedient

Bochums Trainer Marcel Koller hingegen war bedient. Mit einem Punkt aus zwei Spielen ist der VfL schwach gestartet.

"Wir sprechen die ganze Woche von Mut, aber auf dem Platz ist der Mut nicht da. Wir haben uns vor allem in der ersten Hälfte versteckt. Drei Kontertore dürfen nicht sein. Die zweite Halbzeit war ein wenig besser als die erste, wo wir keine Initiative ergriffen haben", ärgerte sich der Schweizer.

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