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Sebastian Kehl hat noch bis Sommer 2012 einen Vertrag bei Borussia Dortmund © getty

Erstmals Kapitän im Revier-Derby: Im Sport1-Interview spricht Sebastian Kehl über sein neues Amt und das Spiel gegen Schalke 04.

Von Mathias Frohnapfel

Das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 ist für jeden Spieler auf dem Platz nur für sich genommen schon eine brisante Sache.

Doch für Dortmunds Sebastian Kehl gibt es gleich ein Novum noch mit dazu, denn er feiert im Dortmunder Hexenkessel noch eine Premiere:

Zum ersten Mal in der Derby-Geschichte führt der 28-Jährige seine Borussen am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) als Kapitän auf den Platz.

Während des Trainingslagers in Donaueschingen wurde der Nationalspieler vom neuen BVB-Coach Jürgen Klopp zum Nachfolger des langjährigen Kapitäns Christian Wörns bestimmt.

"Sebastian ist eine Integrationsfigur. Er hat alles, was ein Kapitän braucht", sagte Klopp.

Im Sport1-Interview spricht Kehl über sein neues Amt, die besondere Derby-Brisanz und den Einfluss von Klopp.

Sport1: Herr Kehl, welche Rolle spielt es für Sie, dass Sie jetzt zum ersten Mal die Borussia ins Derby führen?

Sebastian Kehl: Keine. Das Derby hat einfach eine ganz besondere Brisanz, das hat aber nichts mit dem Kapitänsamt zu tun.

Sport1: Müssen Sie mit der Binde mehr auf die Mannschaft einwirken? Sie stehen ja mehr im Fokus, müssen die Ruhe bewahren, wenn es hitzig wird.

Kehl: Als Kapitän hat man Verantwortung, versucht sich einzubringen. Das hatte ich vorher aber auch schon getan. Jeder wird darauf brennen, das Spiel zu gewinnen. Die Zuschauer werden heiß sein, klar, muss man da einen kühlen Kopf bewahren. Da werden wir auch noch Gespräche innerhalb der Mannschaft führen.

Sport1: Sind für Sie Derby-Punkte gefühlt mehr wert?

Kehl: Das Derby ist wie immer etwas ganz Besonderes. Leider ist unsere Bilanz in den letzten Jahren nicht ganz prickelnd. Wir wissen, was es für die Leute, die Region hier bedeutet. Das spürt man schon die ganze Woche über. Der Medienauflauf ist sehr groß, die Präsenz der Zuschauer am Trainingsgelände sehr hoch.

Sport1: Es spielt der Erste (Schalke) gegen den Dritten (BVB). Entstehen wieder zwei Fußball-Großmächte im Pott?

Kehl: Es ist toll, dass wir in den ersten drei Spielen mit sieben Punkten sehr gut aus Startlöchern gekommen sind. In der Vergangenheit ist uns das leider nicht so gut gelungen. Das tut einfach mal gut, mit bisschen Euphorie und Optimismus in die Saison zu starten. Trotzdem: Wir werden nicht größenwahnsinnig. Wir haben jetzt schwere Wochen, auch mit dem UEFA-Cup, vor uns. Wir haben erst den ersten Schritt gemacht. Es wird hoffentlich eine erfolgreichere Saison als in den vergangenen Jahren. Schalke hat in dieser Saison wesentlich andere Ansprüche als wir.

Sport1: Wie sehen Sie den Einfluss von Jürgen Klopp?

Kehl: Er hat sehr viel Euphorie mit nach Dortmund gebracht und vom ersten Tag klargemacht, wie er Fußball spielen lassen möchte. Mit viel Laufbereitschaft und Leidenschaft. Das war in den ersten Spielen zu erkennen.

Sport1: Mohamed Zidan musste ja jetzt eine Geldstrafe zahlen, weil er vor dem Bundesliga-Spiel in Cottbus zu spät zu einer Besprechung kam. Das stand dann auch in den Medien und Klopp schimpfte. Ist zu befürchten, dass er ähnliche Schwierigkeiten mit den Medien bekommt wie Vorgänger Thomas Doll?

Kehl: Glaube ich nicht. Mich hat es gewundert, dass die Geschichte nach außen getragen wurde. Nichtsdestotrotz hat Zidan die Strafe akzeptiert. Logisch, dass die am Spieltag höher ausfällt als sonst. Damit ist aber auch die Sache aus der Welt.

Sport1: Ein Wort zu Schalke: Perfekter Bundesliga-Start, aber in der Champions-League sind die "Knappen" raus. Inwiefern beeinflusst Schalke das?

Kehl: Das Champions-League-Aus wird sie am Wochenende überhaupt nicht tangieren. Die wollen auch das Derby gewinnen. Ansonsten hat Schalke eine sehr gute Mannschaft.

Sport1: Die Schalker haben eine sehr gute Abwehr, wie wollen Sie die knacken?

Kehl: Wir sind immer in der Lage, ein Tor zu schießen, weil wir so viel Qualität im Sturm haben. Deshalb mache ich mir darüber überhaupt keine Gedanken.

Sport1: Die neue BVB-Stärke sind die Standards. Gab es da spezielles Training?

Kehl: Wir haben im Abschlusstraining und unter der Woche einiges an Standards einfließen lassen. Das muss auch weiterhin trainiert werden, weil das eine Stärke ist, die unsere Mannschaft ausstrahlen kann.

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