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Prince Tagoe (r.) wechselte von Al-Ittifaq Dammam nach Hoffenheim © imago

Das Theater um den Neuzugang der Badener geht weiter. Ein weiteres ärztliches Attest bescheinigt ihm die Profi-Tauglichkeit.

München - Prince Tagoe will nach seiner fristlosen Kündigung seitens des Bundesligisten 1899 Hoffenheim auf Wiedereinstellung klagen.

Am Dienstag attestierten die behandelnden Fachärzte dem ghanaischen Nationalspieler einstimmig die Tauglichkeit für den Profi-Fußball.

"Die Empfehlung, keinen Leistungssport zu treiben, kann angesichts der aktuellen Befunde nicht ausgesprochen werden", hieß es in einem Gutachten der Ärzte, das bereits an die Deutsche Fußball Liga (DFL) übermittelt wurde.

"Es liegen nun zwei ärztliche Bulletins vor, somit wäre es tatsächlich sinnvoll, ein drittes Gutachten einzuholen. Wir von der DFL würden es begrüßen, wenn sich die beiden Parteien auf dieses Prozedere einigen könnten", sagte DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus.

Tagoe-Anwalt greift 1899 an

Sollten die Hoffenheimer die Kündigung nicht bis Mittwochmittag zurücknehmen, drohen die Rechtsvertreter des erst im Juni ablösefrei vom saudi-arabischen Klub Al-Ittifaq Dammam verpflichteten Tagoe mit einer Klage vor dem Arbeitsgericht.

"Wenn es 1899 Hoffenheim bei Ausspruch der Kündigung zwei Stunden nach der im Klub nur mündlich vorliegenden Erstdiagnose nicht allein um wirtschaftliche Aspekte gegangen ist, gibt es für die Aufrechterhaltung der Kündigung nun endgültig keinen Grund mehr", sagte Tagoes Anwalt Markus Buchberger.

Hoffenheim hatte den Dreijahresvertrag mit Tagoe nach einer zweiten sportärztlichen Untersuchung zum 31. Juli gekündigt, da angeblich ein Herzfehler festgestellt worden war. Bei der ersten sportärztlichen Untersuchung durch Teamarzt Pieter Beks waren die Herzprobleme nicht festgestellt worden.

Gehalt weiter bezahlt

Im Zuge der Kündigung hatten die Hoffenheimer angeblich auch Berater-Honorare in Höhe von 1,4 Millionen Euro zurückgehalten.

Das Gehalt von Tagoe bezahlt der letztjährige Aufsteiger aber weiter. Ohnehin ist der von Hoffenheim in Betracht gezogene Entzug der Spiellizenz für Tagoe durch die DFL offenbar juristisch nicht haltbar.

"Der als Kündigungsgrund genannte drohende Entzug der Lizenz des Spielers durch die DFL ist derzeit ausgeschlossen. Angesichts der gesamten Vorgeschichte des Falles wäre die Rücknahme der Kündigung auch ein wesentlicher Beitrag dazu, bei Prince Tagoe wieder Vertrauen dafür zu schaffen, dass man sich bei der TSG 1899 Hoffenheim tatsächlich um ihn kümmern möchte", sagte Buchberger.

Schindelmeiser gesprächsbereit

Für den Fall einer Rücknahme der Kündigung wollen sich Tagoes Vertreter noch einmal mit den Klub-Verantwortlichen zusammensetzen und eine dritte ärztliche Meinung einholen. Das wäre auch ganz im Sinne der DFL.

Auch Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser hatte sich in der vergangenen Woche zu weiteren Gesprächen bereit erklärt. "Wenn es neue, andere Atteste geben sollte, sind wir zu Gesprächen bereit", sagte Schindelmeiser.

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