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Luca Toni hat bisher in 56 Bundesligaspielen für Bayern 38-mal getroffen © getty

Der Italiener kehrt aus der Reha zurück und will unbedingt wieder in die Startformation. Rummenigge setzt sich im DSF für ihn ein.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Was für ein Absturz: In der Stürmer-Hierarchie beim FC Bayern war Luca Toni lange die klare Nummer eins, jetzt ist er nur noch an vierter Position gesetzt.

Mario Gomez, Miroslav Klose und Ivica Olic haben Toni den Rang abgelaufen.

Der Italiener plagte sich indes den Sommer über so hartnäckig mit Achillessehnenproblemen, wie andere am Badesee von Stechmücken verfolgt werden.

Doch am Donnerstagabend kehrt der Weltmeister von 2006 aus Italien zurück, wo er einige Zeit mit Reha verbrachte. Und Toni will sich nicht hängen lassen, sondern kämpfen.

"Nie lange Ersatzspieler"

"In 15 Jahren gehörte ich nie lange zu den Ersatzspielern. Und ich sehe mich auch jetzt nicht auf der Bank", hat Toni vor seiner Verletzungspause gesagt.

Eine optimistische Ankündigung. Denn nun muss Toni erst einmal alles dafür, um den für sein Spiel so wichtigen optimalen Fitnesszustand zu erlangen.

Reaktionsschnell, bissig, eiskalt - mit diesen Qualitäten ist der 1,96-Meter-Mann 2008 Bundesliga-Torschützenkönig (24 Treffer) geworden und auch 2009 war er der beste Torjäger des FCB (14 Treffer).

"Warne davor, Luca abzuschreiben"

Karl-Heinz Rummenigge baut sich auch deshalb schützend wie eine Mauer vor "Lucagol" auf:

"Ich warne davor, Luca Toni abzuschreiben. Man darf nicht vergessen, dass er zwei Jahre ein extrem wichtiger Spieler für uns war", sagte Bayerns-Vorstandschef im Gespräch mit dem DSF.

Für den Angreifer spreche, dass er auch "ein mental starker Spieler" ist.

Eine der berühmtesten Glanztaten gelang Toni bekanntlich 2008 im UEFA-Cup-Viertelfinale gegen Getafe, als er beim 3:3 die Münchner mit einem Doppelpack vorm Ausscheiden bewahrte.

Karl-Heinz Rummenigge mahnt indes die Münchner nach dem müden Saisonauftakt zu Geduld: "Man ist nicht gut beraten, schon nach zwei Partien Wasserstandsmeldungen abzugeben. Wir haben einen neuen Trainer, wir haben ein neues System, wir haben neue Spieler - das braucht etwas Zeit."

Ein klareres Bild ergebe sich zudem erst "nach zehn oder zwölf Spieltagen".

Weltmeister der Unzufriedenheit?

Und Rummenigge hofft für den Saisonverlauf auf den Kämpfer Toni und ist überzeugt, "dass er nach seiner Rückkehr aus Italien wieder hart trainieren und an seinem Comeback arbeiten wird. Dann werden wir in München auch noch viel Spaß mit ihm haben."

Bayerns ehemaliger Coach Ottmar Hitzfeld ist dagegen weniger optimistisch, dass Toni plötzlich wieder brilliert. "Probleme könnte es mit Luca Toni geben, wenn er nicht spielt. Er ist der Weltmeister der Unzufriedenheit", hatte der Schweizer Nationaltrainer zuletzt geunkt.

Das beste Rezept, um solch einen Zoff aus dem Weg zu gehen, wäre Toni zu verkaufen.

Spekulationen gibt es in dieser Richtung einige, unter anderem wurden West Ham United und der AS Rom mit dem Italiener in Verbindung gebracht.

Ärger über Tonis falschen Berater

Doch sein Berater Tullio Tinti beteuert, es gebe keine Gespräche mit der Roma. Zugleich griff er Jose Alberti an. Der hatte italienischen Medien gegenüber behauptet, ein Wechsel stünde bevor.

"Ich kenne Jose Alberti nicht, und die Angelegenheiten des Spielers wickle alleine ich ab", zeterte Tinti.

"Die Aussagen von Alberti sind absolut falsch. Wenn er damit weiter macht, bringe ich ihn vor Gericht."

Spielpraxis für die WM 2010

Das Transferfenster ist noch bis zum 31. August geöffnet.

Allerdings dürften mögliche Verhandlungen spätestens beim Gehalt von Luca Toni ins Stocken geraten. Die Jahresgage beim FCB scheint derart hoch zu sein, dass kaum ein Klub damit konkurrieren möchte.

Dabei ist es für den 32-Jährigen vor der WM 2010 in Südafrika essenziell zu spielen und sich so für die "squadra azzurra" zu empfehlen. Besonders die torlose EM 2008 haftet noch an Toni wie ein Kainsmal. Nur durch Tore und Erfolge könnte er wieder Anschluss an Italiens Nationalelf finden.

Die Devise, um das zu schaffen, dürfte die gleiche sein wie beim FC Bayern. "Ich weiß, dass ich Treffer erzielen kann wie eh und je. Die Tore werden für sich sprechen", kündigte er vor seiner Verletzung an.

Ab sofort hat er die Möglichkeit an der Säbener Straße wieder um seinen Platz zu kämpfen.

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