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Über das perfekte System der Bayern gilt es für Trainer van Gaal noch nachzudenken © getty

Louis van Gaal gesteht, dass er noch auf der Suche danach ist, was für das Bayern-Team "richtig ist". Die Hoffnung ruht auf Olic.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Mit holprigen Saisonstarts kennt sich Louis van Gaal aus. Zwei Spiele, zwei Pleiten - so begann der Bayern-Trainer 2008 die Spielzeit mit dem AZ Alkmaar.

Am Ende war van Gaal allerdings Meister.

"Ihre Kollegen haben schon geschrieben, was sie wollten", berichtete der Niederländer im Pressegespräch an der Säbener Straße den Reportern.

Und der 58-Jährige vergaß auch nicht zu erwähnen, dass er beim Meistercoup mit dem FC Barcelona auch zwischenzeitlich kräftig durchgeschüttelt wurde.

Ein Sieg "fürs Selbstvertrauen"

Auch deshalb hofft der FCB-Coach nach den beiden Unentschieden gegen Hoffenheim und Bremen auf einen Sieg gegen Mainz am Samstag (ab 15 Uhr LIVE). "Fürs Selbstvertrauen".

Doch gegen den Bundesliga-Aufsteiger müssen die Roten ohne den abermals verletzten Franck Ribery auskommen (die voraussichtlichen Aufstellungen).

Gegenüber Sport1.de warnt van Gaal dann auch vor dem Neuling aus Mainz. "Diese Mannschaft ist sehr kraftvoll und eifrig. Sie spielen ein gutes Pressing und machen den Raum eng."

Genau hat der Fußballlehrer die FSV-Partien gegen Leverkusen und Hannover studiert. Besonders aufgefallen ist ihm dabei der schnelle Stürmer Aristide Bance, der ein großer Trumpf der 05er sei.

Bewusst erinnerte van Gaal an den Nord-Süd-Hit gegen Bremen, als der Gegner quasi mit der ersten Chance getroffen habe.

50 Flanken, nur zwei Tore

Sehr ernst, sehr konzentriert, so wirkte der Niederländer, als er über den mauen FCB-Saisonauftakt sprach.

Offen gestand er: "Ich taste noch ab, was für diese Mannschaft richtig ist."

Seine ersten Erkenntnisse: Gegen Hoffenheim und Bremen schlugen die Münchner 50 Flanken - "so viele wie kein anderer Verein". Allerdings kämen die Zuspiele nicht immer genau und auch die Stürmer im Zentrum ständen nicht jedes Mal optimal zum Ball. Die Ausbeute war denn auch mit zwei Treffern - nun ja - ausbaufähig.

Angreifen mit Gehirn und Bauch

Um perfekt angreifen zu können, brauche man Gehirn und Bauch, sagte van Gaal. Mit einem Lächeln unterstrich er dann das Sprachbild und tippte sich auf die Magengegend.

"Mit einem verletzten Spieler wie Ribery geht uns gerade natürlich viel Kreativität verloren."

Lob für "Schweini"

Hohe Wertschätzung genießt bei van Gaal jedoch auch Bastian Schweinsteiger.

Der Coach nennt ihn sogar "unantastbar". Er sagt: "Schweinsteiger ist für mich ein kompletter Fußballer, ein unantastbarer Führungsspieler."

Rummenigge lobt Spielweise

Auch Karl-Heinz Rummenigge äußerte sich zum schwierigen Auftakt der Münchner.

"Es ist ein neues System und da gibt es Mechanismen, die erst nach einer gewissen Zeit greifen können. Aber Louis van Gaal arbeitet täglich an der Verbesserung dieser Feinheiten und diese Zeit bekommt er auch von uns", sagte Bayern-Vorstandschef im DSF.

"Das Entscheidende ist immer die Spielweise und wenn man die ersten beiden Spiele gesehen hat, dann hätten wir es durchaus verdient gehabt, sowohl gegen Hoffenheim als auch gegen Bremen zu gewinnen."

Hat Olic die Nase vorn?

Für van Gaal steht im Moment im Vordergrund, eine schlagkräftige Truppe zu formen. Ivica Olic scheint in diesem Puzzle ein wichtiges Teil zu sein. Zwar vermeidet es van Gaal tunlichst, einzelne Spieler hervorzuheben.

Doch sein Urteil - "er zeigt immer den Willen und macht Tore" - könnte dafür sprechen, dass der Kroate gegen Mainz eine Chance von Anfang an bekommt. Nationalspieler Miroslav Klose könnte dann nur Ersatz sein.

Ansonsten erklärte van Gaal wiederholt, wie er das immer wieder betonte "ganzheitliche System" interpretiert: Er schaue in erster Linie nicht nur auf die einzelnen Spieler, sondern wie sie zusammenpassten.

Und zum Saisonstart solle man ihn am besten noch einmal im Dezember befragen. "Mal sehen, wer dann Herbstmeister ist."

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