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Andrea Barzagli wechselte von US Palermo nach Wolfsburg © getty

Wolfsburgs Andrea Barzagli spricht im Sport1.de-Interview über das HSV-Spiel und die Unterschiede zwischen Veh und Magath.

Von Mathias Frohnapfel

München - Dieser Wert ist sensationell: Als einziger Feldspieler stand Andrea Barzagli in der vergangenen Saison in allen 34 Partien ohne Unterbrechung auf dem Platz.

Der Dauerbrenner aus Italien hatte damit enormen Anteil, dass der VfL Wolfsburg den Meistertitel abräumte. Als Abwehrchef dirigierte er die VfL-Defensive und verweist im Rückblick bescheiden darauf, dass er nun mal Glück mit seiner körperlichen Verfassung gehabt hätte.

In der neuen Saison will der Italiener unter Beweis stellen, dass man den Siegesmarsch der "Wölfe" nicht mit dem Auftauchen einer Eintagsfliege verwechseln sollte.

Im Sport1.de-Interview schildert der Weltmeister von 2006 Wolfsburg neue Zielmarken und das Glücksgefühl des Meistertitels 109782(DIASHOW: Die Bilder des Titelgewinns).

Das Nordderby gegen den HSV (So., ab 17 Uhr LIVE) bezeichnet er als große Herausforderung. Zumal auf ihn als Verteidiger im System von Armin Veh ein schwierigerer Job zukommen könnte.

Sport1.de:Herr Barzagli, Ihr erstes Jahr in Deutschland war mit dem Gewinn des Meistertitels gleich ein triumphaler Erfolg. Besser geht es nicht, oder?

Andrea Barzagli: Ja, davon habe ich vorher noch nicht einmal geträumt. Es lief einfach sehr gut. Diese Saison wird sicher schwerer, denn wir müssen jetzt beweisen, dass der Erfolg kein Zufall war.

Sport1.de: Hätten Sie gedacht, dass man in Wolfsburg, bzw. überhaupt in Deutschland, so euphorisch feiern kann, wie es ja nach dem Titelgewinn passiert ist?

Barzagli: Es war einfach ein toller Tag, eine sehr schöne Feier in der ganzen Stadt. Damit hatte ja auch vorher keiner gerechnet, dass Wolfsburg am Ende als Meister oben steht. In Italien gewinnen seit Jahren die großen Klubs wie Inter, Milan, Juve den Titel. In der Bundesliga ist doch alles etwas ausgeglichener. Wir haben gezeigt, dass wir eine wirklich starke Mannschaft haben.

Sport1.de: Auch in der neuen Saison ist Wolfsburg wieder an der Spitze und macht einen sehr souveränen Eindruck. Was sind die Gründe dafür?

Barzagli: Wir haben natürlich nun viel Selbstvertrauen - bestimmt viel mehr als im vergangenen Jahr. Wenn du den Titel gewinnst, fühlst du dich stärker, aber nicht in dem Sinn, dass man überheblich wird. Sondern: Man tritt einfach selbstbewusster auf.

Sport1.de: Außerdem ist das Team zusammengeblieben, hinzu kommt der Traumsturm mit Edin Dzeko und Grafite...

Barzagli: Richtig, unser Angriff ist sehr gut und durch Obafemi Martins sogar noch stärker geworden. Und die Mannschaft spielt auch sehr für sie. Im Moment funktioniert eben auch das ganze Team gut.

Sport1.de: Am Sonntag spielen Sie gegen Hamburg. Was erwarten Sie sich vom Nordschlager?

Barzagli: Das wird ein schwieriges Match. Hamburg ist sehr stark in diesem Jahr, es wird also für uns eine große Herausforderung. Wir spielen zu Hause, das müssen wir auch ausnutzen.

Sport1.de: Hamburg hat gegen Dortmund in der Offensive überzeugt, wie wollen Sie diesen Angriff und vor allem das kreative Mittelfeld stoppen?

Barzagli: Wir müssen das sehr konzentriert angehen, so auftreten, wie in den ersten beiden Partien und versuchen unser Spiel zu machen. Und natürlich müssen wir auch in der Abwehr aufmerksam unseren Job machen.

Sport1.de: Wen sehen Sie außer Bayern und Hamburg als Titelkonkurrenten?

Barzagli: Das sind beide große Teams. Da gibt es aber auch noch andere starke Mannschaften wie Schalke, Stuttgart und Hoffenheim. Ich denke, das wird wieder ein sehr offener Kampf um die Meisterschaft.

Sport1.de: Wie sind Ihre ersten Erfahrungen mit Armin Veh? Was unterscheidet den Trainer von Vorgänger Felix Magath?

Barzagli: Klar, macht er einige Dinge anders als Magath. Am Ende geht es jedoch bei beiden um die Mannschaft, dass sie konzentriert und gut vorbereitet aufs Feld geht.

Sport1.de: Worauf legt Veh besonderen Wert?

Barzagli: Bei ihm machen wir etwas mehr taktische Übungen. Die Trainingsarbeit hat sich etwas geändert. Und wir sind gut gestartet, das heißt, dass auch der Stil von Armin Veh gut zu uns passt.

Sport1.de: Haben Sie auch den Eindruck, dass Wolfsburg in dieser Saison noch offensiver spielt als in der Vorsaison?

Barzagli: Wir sind ein sehr offensives Team. Das war auch letzte Saison so und liegt meiner Meinung nach an unserer Art zu spielen, aber auch am Charakter der Spieler. Wir versuchen uns immer viele Möglichkeiten zu erarbeiten.

Sport1.de: Zumindest was die ersten beiden Saisonspiele anbetrifft, scheinen die "Wölfe" aber doch noch etwas offensiver ausgerichtet. Macht das Ihre Arbeit als Verteidiger schwieriger?

Barzagli: Mit Sicherheit. Es ist aber auch unsere Art zu spielen, wir müssen angreifen, um Erfolg zu haben. Und bisher zeigt sich, dass das gut funktioniert.

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