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Christoph Daum, Volksheld in Köln: "Mein Herz schlägt sogar noch verstärkt für den FC" © imago

Im Sport1-Interview spricht Kölns Trainer Christoph Daum über Lukas Podolski, das Bayern-Spiel - und lobt Jürgen Klinsmann.

Von Conny Konzack

Köln - Natürlich ist der Kontakt zu Lukas Podolski intakt. Schließlich will der 1. FC Köln den "verlorenen Sohn" schnellstmöglich zurückholen vom FC Bayern, wo der 23-Jährige zum Bankdrücker verkommen ist.

"Er besucht Spiele des 1. FC Köln, wann immer es möglich ist", sagte FC-Coach Christoph Daum nun im DSF vor dem brisanten Match der Kölner am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) gegen die Bayern.

"Auch wenn er hier mal in Köln ist, schaut er in der Kabine vorbei. Er ist also bei uns immer wieder herzlich willkommen und er fühlt sich eigentlich hier heimisch. Er braucht auch eine gewisse Umgebung, um Bestleistungen bringen zu können. Und die wird ihm hier in Köln geboten."

Schon in der Winterpause hatten die Kölner mit den Bayern "ein sehr intensives Gespräch geführt, in dem auch die Möglichkeit diskutiert wurde, Lukas Podolski auch in der 2. Liga schon zum 1. FC Köln zu holen. Als diese ganzen Informationen dann in der Sommerpause aufkamen, hatten wir in der Tat eine kleine Chance gesehen."

Im Sport1-Interview spricht Daum aber nicht nur über Podolski, der auch bei Real Madrid und spanischen Fußballfans hohes Ansehen genießt: gern verpflichten würde. In einer Internet-Umfrage der Sporttageszeitung "Marca" sprachen sich zwei Drittel der 34.000 Teilnehmer für einen Transfer des Stürmers zu den "Königlichen" aus.

Sport1: Eines Ihrer Lieblingsbücher ist "Der kleine Prinz" - wie steht es um die Rückholaktion des "großen Prinzen" Lukas Podolski?

Christoph Daum: Er kann doch nichts dafür, dass seine Wurzeln hier sind und sein Herz. Er könnte sich ja auch täglich seinen Gehaltszettel anschauen und Uli Hoeneß einen lieben Mann sein lassen. Ich will in dieses Dauerthema aber erstmal Ruhe reinbringen. Und ich will, dass der Lukas mit seiner Rolle in München beim FC Bayern klar kommt. Aber sollte zu irgendeinem Zeitpunkt das Signal aus München kommen, dass der FC Bayern ihn abgeben möchte, dann sind wir die Ersten, die ihn verpflichten wollen. Aber so lange unternehmen wir nichts.

Sport1: Wie steht es um den Gesundheitszustand Ihres Spielers Ümit Özat, der beim Spiel in Karlsruhe kollabierte?

Daum: Ich bin kein Mediziner, aber Ümit hat ein Virus. Mit Herzmuskelentzündungen ist ja keineswegs zu spaßen. Ümit wurde medikamentös eingestellt, muss aber mindestens zwei Monate pausieren. Für mich ist das eine mittlere Katastrophe, denn er war nicht nur unser Aufstiegs-Hero und unser Kapitän, sondern auch einer meiner wichtigsten Spieler. Weil ich für ihn keinen Ersatz habe, muss jetzt gegen den FC Bayern komplett umstellen. Denn wir haben ja nicht auf jeder Position ein, zwei gleichwertige Spieler wie die Münchner.

Sport1: Fürchten Sie die Bayern dennoch weniger, weil sie keinen so berauschenden Start hatten und erst gegen Berlin Aufschwung zeigten?

Daum: Bayern bleibt das Maß aller Dinge, keine Frage. Die Mannschaft scheint sich in einer Umbruchphase zu befinden. Aber Jürgen Klinsmann hat ja bewusst von großen Transfers abgesehen und will dafür lieber jeden einzelnen seiner vorhandenen Spieler besser machen. Jürgen Klinsmann geht sehr konkret vor.

Ich bin mir sicher, dass die Bayern von ihm in einer kurzen Zeit wieder zu einer Top-Mannschaft geformt werden.

Sport1: Sie sagten einmal über sich selbst: Ich erwarte immer zuviel - was ist konkret gegen den FC Bayern und für die ganze Saison realistisch beim 1.FC Köln?

Daum: Realistisch wäre ein Mittelfeldplatz, ideal Platz zehn. Das wird schwer. Ich hab meine hohen Ansprüche hier den möglichen Realitäten schon angepasst, aber meine Ziele deswegen keinesfalls aufgegeben. Ich will gemeinsam etwas Großartiges mit dem Team erreichen. Auch gegen Bayern. Ich hoffe, dass die Jungs couragiert bis zur letzten Minute auftreten. Dann ist für uns auch was drin. Warum sollten wir nicht gewinnen können?

Hier geht es zum zweiten Teil des Interviews!

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