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Jiri Stajner (l.) markierte gegen Nürnberg seine Saisontore zwei und drei © getty

Premieren-Sieg für 96-Coach Andreas Bergmann: In Nürnberg präsentiert sich Hannover stark verbessert, Stajner trifft doppelt.

Nürnberg - Im Spiel eins nach dem Rücktritt von Dieter Hecking ist Hannover 96 unter Interims-Trainer Andreas Bergmann der erhoffte Befreiungsschlag gelungen.

Das stark verbesserte Team feierte mit dem 2:0 (1:0) beim 1. FC Nürnberg den ersten Bundesliga-Sieg in Franken seit über 21 Jahren.

Beide Tore beim hochverdienten ersten Saisonerfolg erzielte der überragende Jiri Stajner (15. und 86.).

Bleibt Bergmann als Coach?

Mit dem Sieg gleich im ersten Spiel als verantwortlicher Coach hat Bergmann nun die Trümpfe in der Hand.

Denn: Der 50-Jährige kann sich einen Verbleib auf der 96-Trainerbank gut vorstellen.

"Es wäre sehr schön, die Möglichkeit zu haben, diese Mannschaft weiterzuentwickeln", sagte der frühere Coach vom FC St. Pauli noch vor dem Anpfiff.

"Wenn wir das nächste Spiel gegen Hoffenheim auch gewinnen, dann hat er gute Chancen, zu bleiben. Wir haben bisher mit keinem Trainer gesprochen und werden bis zum Hoffenheim-Spiel auch mit keinem sprechen", sagte Hannovers Präsident Martin Kind nach dem 2:0-Erfolg der Niedersachsen beim 1. FC Nürnberg zum Einstand von Bergmann.

Matthäus eine Option?

Der ehemalige Coach des FC St. Pauli hatte vorerst für zwei bis drei Spiele die Nachfolge des zurückgetretenen Dieter Hecking angetreten.

Für den Cheftrainerposten bei 96 gibt es zahlreiche Kandidaten, auch Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus steht wohl auf der Liste.

"Ich persönlich habe keinen Kontakt. Ehe der nicht passiert ist, werde ich nichts kommentieren", sagte Matthäus der "Bild".

Stajner verballert Elfmeter

Gegen Nürnberg war Stajner der Mann des Spiels: Der Tscheche erzielte beide Tore, scheiterte aber auch mit einem an ihm verursachten Foulelfmeter an Club-Torhüter Raphael Schäfer (55.).

Es war der zweite Versuch - den verwandelten ersten Strafstoß hatte Schiedsrichter Dr. Jochen Drees zurückgepfiffen.

Am ersten Bundesliga-Sieg seit dem 3. Mai 1988 in Nürnberg (3:1) änderte aber auch dieser Tiefschlag für die Gäste nichts mehr.

Bergmann baut Team um

Bergmann hatte die Startelf nach dem Ende der Ära Hecking auf drei Positionen verändert.

Steven Cherundolo kehrte nach dem nicht bestätigten Schweinegrippe-Verdacht in die Mannschaft zurück, dagegen mussten Jacek Krzynowek und auch Stürmer Mike Hanke trotz der Verletzung von Mikael Forssell zu Beginn auf der Bank Platz nehmen.

Hannover wie ausgewechselt

Gegenüber dem enttäuschenden 1:1 im Heimspiel gegen Mainz 05 präsentierten sich die 96er trotzdem wie ausgewechselt.

In der siebten Minute scheiterten zunächst Constant Djakpa und dann Valdet Rama am einzig überzeugenden Club-Akteur Schäfer.

Acht Minuten später fiel dann fast wie aus dem Nichts die Führung für die Hannoveraner.

Ein Pass von Djakpa übertölpelte die FCN-Hintermannschaft, und Stajner verwandelte von der Strafraumgrenze lässig mit dem Außenrist.

Nürnberg ohne Linie

Die geschockten Nürnberger, die neben Stürmer Isaac Boakye kurzfristig auch auf den am Knöchel verletzten Jawhar Mnari verzichten mussten, verloren danach völlig ihre Linie.

Ein vernünftiges Aufbauspiel fand wegen zahlloser Fehlpässe nicht statt. In der 27. Minute gab es die größte Chance für die Gastgeber, als Charisteas den Außenpfosten traf.

Gefährliche 96-Konter

Die Gäste verbreiteten bei ihren Kontern wesentlich mehr Gefahr - besonders über die linke Seite mit Djakpa, Didier Ya Konan und Stajner.

Der Torschütze war es auch, der nach 54 Minuten die komplette FCN-Verteidigung austanzte und im Strafraum über Javier Pinola fiel.

Der im zweiten Versuch von Schäfer gehaltene Elfmeter brachte die Stimmung bei den 38.600 Zuschauern noch einmal zum Kochen, jedoch fehlten den enttäuschenden Gastgebern die spielerischen Mittel zum Erfolg.

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