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Edmund Becker trainiert seit 2005 die Profis des Karlsruher SC © getty

KSC-Trainer Edmund Becker ist nach der kurzfristigen Spielabsage sauer. Auch Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen ist "not amused".

Frankfurt/Main - Pop-Diva Madonna hat mit ihrem Konzert in der Frankfurter WM-Arena einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Das Musik-Spektakel vom vergangenen Dienstag richtete derart große Schäden am Spielfeld an, dass die für Freitag angesetzte Bundesliga-Partie zwischen Eintracht Frankfurt und dem Karlsruher SC rund acht Stunden vor Spielbeginn abgesagt werden musste.

Ein Nachholtermin steht noch nicht fest.

Die Umstände der Absage brachten KSC-Trainer Edmund Becker auf die Palme.

Becker sauer

"Dass die Partie jetzt so kurzfristig abgesagt wurde, ist für uns eine Sauerei. Bereits am Donnerstag stand eine Absage im Raum, man hat uns aber versichert, dass auf jeden Fall gespielt wird. So, wie das jetzt abgelaufen ist, ist das für uns nicht nachvollziehbar", sagte der Coach nach der 383. Spielabsage in der Geschichte der Bundesliga.

Zuletzt war Ende Februar die Partie zwischen Energie Cottbus und dem VfB Stuttgart wegen einer Orkanwarnung ausgefallen.

Kinhöfer gibt erst grünes Licht

Dabei sah es in Frankfurt zunächst so aus, als ob die Partie des vierten Spieltags trotz des ramponierten Rasens, der an zahlreichen Stellen ausgetauscht werden musste, stattfinden könnte.

Nach einer ersten Platzbegehung am Vormittag hatte Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) noch grünes Licht gegeben und die Austragung für gesichert erklärt.

Eine Stunde später musste das Spiel, für das 47.000 Zuschauer erwartet wurden, dann doch abgesagt werden.

Gesundheit der Spieler nicht zu gewährleisten

Zu diesem Entschluss kam eine Platzkommission, der neben dem Schiedsrichter-Gespann auch Holger Hieronymus, der für den Spielbetrieb verantwortliche Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), angehörte.

"Die Gesundheit der Spieler auf dem neu verlegten Rasen ist durch den fehlenden Unterboden nicht zu gewährleisten", lautete die Begründung der Absage durch die Kommission, die den Rasen noch einmal begutachtet hatte.

Der Dauerregen am Freitag hatte keine Auswirkungen auf das Spielfeld, da das Dach der Arena geschlossen war.

Bruchhagen ist "not amused"

Nicht ganz so kritisch wie Becker bewertete Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen die Absage.

"Ich werde jetzt den Teufel tun und Platzkommissions-Schelte betreiben - aber wir sind natürlich not amused. Wir müssen 47.000 Leute darüber informieren, dass nicht gespielt werden kann. Das zieht organisatorisch einige Probleme nach sich und passt uns auch vom Tabellenbild her nicht, weil man ein Spiel hinterher hinkt. Aber man muss diese Entscheidung respektieren", sagte Bruchhagen dem DSF.

Eintrittskarten weiter gültig

Laut Eintracht behalten die verkauften Eintrittskarten für die Partie ihre Gültigkeit.

Über weitere Schritte, wie eine mögliche Schadensersatzforderung, mache man sich derzeit keine Gedanken, hieß es von Seiten des Klubs.

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