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VfB-Keeper Jens Lehmann spielte von 1999 bis 2003 für Dortmund © getty

Das Dortmunder Publikum pfeift den VfB-Keeper gnadenlos aus. Der legt sich mit Neven Subotic an und fürchtet um seine Gesundheit.

Dortmund - Der offene Schlagabtausch begann nach 20 Minuten, als sich Jens Lehmann und Neven Subotic mit den Ellbogen bearbeiteten.

Nach dem Abpfiff schilderte der Torhüter-Oldie des VfB Stuttgart mit stark geschwollener Oberlippe seine Sicht der Dinge.

"Ich hatte Angst, einen Zahn zu verlieren. 22 Jahre habe ich geschafft, ohne dass mir jemand den Kiefer einschlägt. So etwas habe ich noch nicht erlebt", wetterte der 39-Jährige nach dem 1:1 bei seinem früheren Klub Borussia Dortmund.

Den Hinweis, dass in jener Szene im Stuttgarter Torraum die erste Aktion und damit die Provokation - wie es die Fernsehbilder belegen - von ihm selbst ausgegangen sei, wertete Lehmann als Angriff der Medien.

Lehmann stocksauer

"Wenn ich das gewesen wäre, hätte man mich für acht Wochen gesperrt", schimpfte Lehmann und verschwand.

Kontrahent Subotic gab zu, sich gegen den VfB-Keeper gewehrt zu haben, "aber er muss nicht so spektakulär umfallen, als hätte ich ihn mit 400 km/h getroffen."

Am Ende hatten beide Glück, dass der insgesamt schwache Referee Helmut Fleischer (Hallstadt) nicht frühzeitig zweimal Rot zückte.

Auch ohne Platzverweis wurde die Partie anschließend farbig und unterhaltsam, weil sich die Borussia nach zwei unrühmlichen Auftritten am vergangenen Samstag (1:4 in Hamburg) und beim Freundschafts-Kick am Mittwoch gegen Real Madrid (0:5) wieder zurückkämpfte.

Ständige Pfiffe gegen Lehmann

Das 1:0 durch den zweiten Saisontreffer von Nelson Valdez (27.) sorgte vor 72.100 Zuschauern für das richtige Signal zum richtigen Zeitpunkt.

Beim Ex-BVB-Keeper Lehmann, der nach seinem Gerangel mit Subotic bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen wurde, konnte sich der VfB schon zur Halbzeit bedanken, dass er nicht vorentscheidend in Rückstand geriet.

"Leider hatten wir kein Glück bei Abseitsentscheidungen. Ein Tor wurde uns sogar weggepfiffen", sagte Trainer Jürgen Klopp und zeigte sich mit der Wiedergutmachung seiner Truppe zufrieden.

Allerdings fehlt wohl in den kommenden Wochen Mittelfeldspieler Tinga.

"Es sieht aus wie ein Muskelfaserriss im Adduktorenbereich", sagte Klopp zur Verletzung des Brasilaners, ehe er wieder dem vergebenen Sieg nachtrauerte.

"Ein zweiter Treffer und wir wären sogar als hochverdienter Sieger vom Platz gegangen."

Doch dieser wollte trotz größter Chancen nicht fallen, zumal der für den erneut farblosen Argentinier Lucas Barrios eingewechselte Dimitar Rangelow (83.) mit einem Kopfball die Latte traf und Stuttgarts Teamchef Markus Babbel am Ende von Glück sprach, zumindest noch einen Zähler mitgenommen zu haben.

BVB baut Heimserie aus

Während die Dortmunder seit nunmehr 19 Heimspielen (zuletzt 2:4 am 17. Mai 2008 gegen Wolfsburg) unbesiegt sind, warten die Schwaben seit vier Auswärtsspielen auf ein Erfolgserlebnis.

Für Babbel war die wichtigste Erkenntnis, dass er sich auch auf seine Youngsters verlassen kann.

Im Zuge der Rotation drehten Julian Schieber (20), Sebastian Rudy (19) und auch Georg Niedermeier (23), nicht nur wegen seines 1:1 (47.), mächtig auf und empfahlen sich für weitere Einsätze. Allerdings klappte die Zusammenarbeit zwischen Niedermeier und Delpierre nicht immer perfekt.

Markus Babbel lobte seine Youngster dennoch: "Ich kann mich auf jeden der Jungs verlassen, alle arbeiten gut und bieten sich an."

VfB denkt schon von der Champions League

Bei der sehr wahrscheinlichen Teilnahme an der Champions League - nach dem 2:0 im Qualifikations-Hinspiel im rumänischen Timisuara - könne man ohne einen großen und qualitativ guten Kader nicht bestehen, so der Ex-Nationalspieler.

Mit einem guten Gefühl gehen die Stuttgarter am kommenden Mittwoch in ihr Millionen-Spiel gegen die Rumänen.

Denn die Teilnahme an der Gruppenphase der "Königsklasse" garantiert immerhin Einnahmen von rund 15 Millionen Euro.

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