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Schürrle, Heinz Müller und Ivanschitz (v.l.) feiern den Sieg gegen Bayern © getty

In Mainz ist die Stimmung nach dem Sieg gegen den FC Bayern euphorisch. Im Mittelpunkt steht Trainer Tuchel und Keeper Müller.

Mainz - Nach den Paraden von Torwart Heinz Müller gegen die Stars von Rekordmeister Bayern München war ganz Mainz hin und weg.

"Müller ist der Knüller. Fantastisch, wie er gehalten hat. Er hat uns den Sieg gerettet", sagte Präsident Harald Strutz nach dem sensationellen 2:1 des Aufsteigers gegen die Millionen-Truppe aus München und geriet ins Schwärmen, als es um den Neuzugang vom FC Barnsley ging.

Ganz unvorbereitet war Müller nicht. Bereits in der Nacht vor dem Spiel gegen die Münchner träumte der gebürtige Frankfurter von seinen Glanztaten gegen Schweinsteiger und Co.

"Es geht weiter nur um den Klassenerhalt"

"Ich hatte nach dem Aufwachen das Gefühl, dass es ein ganz besonderer Tag werden könnte. Das Spiel wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben", sagte Müller, ohne dabei aber mit Blick auf die ganze Mannschaft den Boden unter den Füßen zu verlieren:

"Wir haben gegen die Bayern gewonnen, aber es geht weiter in jedem Spiel nur um den Klassenerhalt. Wir müssen schauen, dass wir nach diesem großartigen Erfolg schnell wieder die Kurve kriegen."(DATENCENTER: Die Tabelle)

Karrierehöhepunkt für Müller

Das 500.000-Euro-Schnäppchen selbst beschrieb seine Emotionen nach dem ersten Pflichtspiel-Sieg der Mainzer gegen das Starensemble von der Isar recht verlegen mit den Worten:

"Vor so einem Publikum gegen den FC Bayern zu gewinnen, ist sensationell. Das ist einer der schönsten Momente in meiner ganzen Karriere", sagte der 31-Jährige, der von den 20.300 Fans im ausverkauften Stadion am Bruchweg als Matchwinner und neuer Publikumsliebling gefeiert wurde.

Die Tore von Andreas Ivanschitz (25.) und Aristide Bance (37.) zur 2:0-Halbzeit-Führung sowie der Anschlusstreffer der Bayern durch das Eigentor von FSV-Verteidiger Nikolce Noveski (47.) rückten nach einer Stunde in den Hintergrund.

Müller entschärfte einen Schuss der Gäste nach dem nächsten und bescherte damit den Mainzern einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte.

Tuchel will kein "Zaunkönig" sein

Der Vater des Erfolges, FSV-Coach Thomas Tuchel, rechnete nur ein wenig, um mit Blick auf den sicher fortwährenden Kampf um den Klassenerhalt realistisch zu bleiben.

"Leider gibt es auch für einen Sieg gegen die Bayern nur drei Punkte. Aber ich ziehe dennoch den Hut vor meiner Mannschaft", sagte der diplomierte Betriebswirt, der sich trotz der lautstarken Anfeuerungsrufe der Fans erneut weigerte, wie einst Ex-Coach Jürgen Klopp auf den Zaun zu steigen:

"Ich bin keinen Meter gelaufen und habe auch kein Tor geschossen. Ich nehme mich da als Einzelperson nicht so wichtig."

Dickes Lob vom Führungsduo

Dass der 35-Jährige, der mit den Mainzer A-Junioren in der vergangenen Saison deutscher Meister wurde, als Einzelperson nicht so wichtig für den jüngsten Erfolg sein soll, glauben Präsident Strutz und Manager Christian Heidel allerings nicht.

"Es macht Spaß, seine Handschrift zu lesen. Thomas hat diese Mannschaft völlig umgebaut. Und was sie jetzt leistet, ist sensationell", lobte Strutz den Nachfolger von Aufstiegstrainer Jörn Andersen.

"Das Beste in den letzten 20 Jahren"

Und auch Heidel suchte und fand Superlative.

"Thomas leistet unglaubliche Arbeit. Wie wir gegen die Bayern in der ersten Halbzeit taktisch Fußball gespielt haben, war das Beste, was ich in den letzten 20 Jahren bei Mainz 05 gesehen habe", meinte der Manager.

Daher war für ihn auch klar, dass der Triumph der Startschuss für eine lange Feier war: "Hier ist nicht vor sechs Uhr morgens Schluss!"

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