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Jörg Schmadtke stand in 266 Bundesligaspielen zwischen den Pfosten © imago

Im DSF-Doppelpass sprechen Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke und BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke Klartext.

München - Der Rücktritt von Trainer Dieter Hecking bei Hannover 96 kam in der vergangenen Woche für einen Großteil der Öffentlichkeit unerwartet.

Im DSF-Doppelpass gesteht auch 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke, dass er mit dem Entschluss Heckings nicht gerechnet hatte.

Wer die Nachfolge antritt, ist weiter offen. Prominente Namen stehen auf der Liste der Niedersachsen, aber nach dem Befreiungsschlag in Nürnberg hat auch Interimscoach andreas Bergmann gute Karten. (Nachbericht: Bergmann statt Matthäus)

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watze verteidigt unterdessen die Neuverpflichtung Lucas Barrios.

Der Welt-Torjäger blieb in den bisherigen drei Partien der Westfalen ohne eigenen Treffer.

Die Aussagen aus dem Doppelpass im Überblick.

Jörg Schmadtke über...

den Rücktritt von Trainer Dieter Hecking:

"Ich war sehr überrascht. Andererseits ist er sehr konsequent in seinem Handeln. Es lastete ein riesiger Druck auf uns, vor allen Dingen aber auf Dieter Hecking.

Dieter hat sich dann entschieden, seinen Rücktritt zu erklären und wir haben ihn nach weiterer Diskussion angenommen."

Lothar Matthäus als möglichen Nachfolger von Hecking:

"Lothar Matthäus ist einer der Namen, die an uns herangetragen worden sind, das stimmt. Wir sammeln alles, deswegen haben wir auch eine Liste.

Unsere Konzentration gilt jetzt aber erstmal Hoffenheim. Andreas Bergmann wird dort unsere Unterstützung bekommen."

die Arbeit von Interimscoach Bergmann:

"Er hat einen richtig guten Job gemacht. Er hat die Mannschaft mit seiner Ansprache getroffen und mitnehmen können. Wir werden die Dinge weiter beobachten. Aber wir werden im Vorhinein keine Personalpolitik in der Öffentlichkeit betreiben."

einen möglichen Wechsel von Torhüter Robert Enke zum FC Bayern:

"Es gibt keine Anfrage bei uns für Robert Enke. Bayern München hat sich zu der Personalie Enke klar positioniert. Von daher gehe ich nicht davon aus, dass Bayern München noch auf uns zukommt und versucht, die Torwartdiskussion in München zu stoppen, indem der Verein Enke verpflichtet."

Hans-Joachim Watzke über...

die Transferpolitik von Borussia Dortmund:

"Es braucht sich niemand um unsere wirtschaftliche Lage Sorgen machen. Wir hätten dieses Jahr einen hohen Gewinn machen können. Aber hier jetzt einen der jungen Eckpfeiler herauszubrechen, nur damit wir dann statt 2,9 Millionen Verlust 8 Millionen Gewinn machen, ist sinnlos. Es wird absolut sicher weder am 31. August noch in der Winterpause ein Spieler der jetzt aktuellen Top 16 der Mannschaft verkauft."

Lucas Barrios als Ersatz für Alexander Frei:

"Wenn wir einen Top-Torjäger für vier Millionen Euro holen, ist immer ein Stück Wundertüte dabei. Wenn ich einen für 34 Millionen hole, ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass er ein Volltreffer wird.

Lucas Barrios reklamiert sicherlich noch nicht internationale Spitzenklasse für sich, sonst wäre er ja teurer. Wir müssen ihn entwickeln.

Ich schätze Alexander Frei über alle Maßen. Er ist ein sehr wertvoller Spieler. Wir haben auch mit ihm geplant, aber er hatte mir immer gesagt: ,Ich möchte am Ende meiner Karriere nach Basel'.

Und in diesem Sommer kam das Angebot. Wir können nicht auf ungefähr vier Millionen Euro Ablösesumme für einen Spieler verzichten, der ein Jahr später sowieso geht."

die Tätlichkeiten von Jens Lehmann und Neven Subotic am Samstag:

"Es ist nicht so dramatisch gewesen, wie es auf den Bildern rüberkommt. Wir bewerfen uns nicht mit Wattebäuschen, sondern spielen Fußball.

Ich habe mit Jens ein ganz hervorragendes Verhältnis. Wir haben uns auch oft ausgetauscht, aber dass Jens hier in die Opferrolle schlüpft, ist nicht richtig." (DFB ermittelt gegen Lehmann)

niederländische Trainer im Bezug auf die Probleme von Bayern-Trainer Louis van Gaal:

"Fußball in Deutschland ist etwas anders. Holländische Trainer sind es meist nicht gewohnt, intern zu diskutieren. Sie müssen sich daher umstellen.

Van Gaal hat jedoch schon viele Erfolge in seiner Karriere gefeiert. Man muss jetzt abwarten und kann seine Arbeit nicht nach drei Wochen bewerten."

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