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Piszczek, Pejcinovic und Friedrich (v.l.n.r.) schleichen nach der Niederlage vom Platz © getty

Der Abwehrspieler wird nach der Niederlage der Hertha in Bochum deutlich. Besonders das Gegentor ärgert Friedrich.

Bochum - Arne Friedrich musste sich spürbar zurückhalten.

"Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen. Bochum hat uns über weite Strecken den Schneid abgekauft. So kann man nichts holen", kritisierte der Hertha-Kapitän nach dem 0:1 (0:0) der Berliner beim VfL Bochum sichtlich erregt, aber recht sachlich den Auftritt seiner Mannschaft.

"Man muss ganz klar sagen, dass uns einfach Qualität fehlt", sagte Friedrich und spielte auf die Abgänge von Marko Pantelic, Andrej Voronin und Josip Simunic an.

Angesichts der Tatsache, dass der Hauptstadtklub sein drittes Pflichtspiel in Folge verlor und ähnlich wie beim 1:2 im Qualifikations-Hinspiel der Europa League bei Bröndby Kopenhagen über weite Strecken eine indiskutable Leistung zeigte, verschlechterte sich aber nicht nur die Laune bei dem Nationalspieler, sondern bei der ganzen Hertha-Fraktion.

Hertha droht das Mittelmaß

"Wir haben nicht gut gespielt, wir waren zu passiv und sollten zurkünftig mehr agieren als reagieren", sagte Hertha-Coach Lucien Favre nach der zweite Saisonpleite in der Bundesliga, wo nach einem Jahr voller Titelträume in dieser Saison der Absturz ins Mittelmaß droht.

Mit seinem Notsturm lieferte Hertha 90 Minuten Tristesse, anstatt wie erhofft den Anschluss an die Tabellenspitze herzustellen.

Friedrich verärgert nach Gegentor

"Das war einfach zu wenig", ärgerte sich Friedrich. Besonders, dass das Gegentor durch Yahia nach einem Freistoß fiel, beschäftigte den Hertha-Kapitän: "Es kann nicht sein, dass man heutzutage im Profifußball nach Standards die Spiele verliert."

Bochum feierte seinerseits seinen ersten Saisonsieg und rehabilitierte sich für die 0:3-Derbypleite bei Schalke 04.

Koller hochzufrieden

VfL-Trainer Marcel Koller, der unter der Woche deutliche Worte an seine Mannschaft gefunden hatte, war erstmals in dieser Saison vollauf zufrieden:

"Die Mannschaft hat Leidenschaft an den Tag gelegt. Sie hat heute das umgesetzt, was sie kann. Jetzt haben wir den ersten Sieg eingefahren, aber wir müssen weiter so leidenschaftlich agieren."

Der neue harte Kurs des Trainers hatte in der Mannschaft offenbar Anklang gefunden. "Es ist doch klar, dass nach so einem Auftritt wie im Derby auf Schalke mal deutliche Worte fallen müssen", sagte Philipp Bönig.

"Man kann nicht jede Woche so mit der Mannschaft reden", freute sich Koller über seine gelungene Aktion: "Wir haben über 90 Minuten guten Fußball gespielt."

Abstiegskampf als "ständiger Begleiter"

Dennoch wird in Bochum niemand übermütig. Bönig sprach gar schon wieder von Abstiegskampf.

"Wenn man in Bochum ist, ist das ein ständiger Begleiter", stimmte Koller seinem Spieler zu: "Wir müssen weiter so leidenschaftlich kämpfen."

Als nächstes soll Bayer Leverkusen den neuen Biss der Bochumer zu spüren bekommen.

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