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Heinz Müller (r.) kam vor der Saison vom FC Barnsley nach Mainz © imago

Im Interview mit Sport1.de spricht Heinz Müller darüber, wie Mainz-Coach Thomas Tuchel den Sieg über die Bayern ermöglicht hat.

Von Martin van de Flierdt

München - Mit vier poetischen Worten brachte Präsident Harald Strutz die Mainzer Gefühle für den Bayern-Schreck im Tor auf den Punkt: "Müller ist der Knüller."

Das 2:1 gegen den Rekordmeister, das den FCB frühzeitig in eine schwere Krise gestürzt hat - es wäre ohne Heinz Müller kaum möglich gewesen.

Der 31-Jährige sorgte mit seinen Glanzparaden dafür, dass die ermüdenden Rheinhessen der Schlussoffensive des Van-Gaal-Trupps standhielt.

Im Interview mit Sport1.de spricht der Keeper über den Wert des Sensationscoups, die Arbeit des Neu-Coachs Thomas Tuchel und wie sein Team nun die nächsten Spiele angehen muss 143640(DIASHOW: Die Tops und Flops des Spieltags) .

Sport1.de: Sie waren der Mann des 3. Spieltags. Wie werden Sie die Partie gegen den FC Bayern München in Erinnerung behalten?

Heinz Müller: Ich werde an diesen Tag natürlich noch sehr lange zurückdenken. Mainz hat noch nicht oft gegen Bayern in einem Pflichtspiel gewonnen. Von daher waren alle ziemlich happy, dass das geklappt hat.

Sport1.de: Sie selber hatten großen Anteil daran. War das Ihr persönlicher Durchbruch in der Bundesliga?

Müller: Mein Durchbruch wäre, wenn wir dieses Jahr mit Mainz die Klasse halten. In der Bundesliga bestehen und nächste Saison weiter dort spielen zu dürfen, wäre mein Traum. Das Spiel gegen Bayern hat gezeigt, dass ich meinen Teil dazu beitragen kann.

Sport1.de: Was war der Schlüssel zum Erfolg, wie haben Sie den Bayern den Zahn gezogen?

Müller: Der Trainer hat uns den richtigen Plan gegeben. Er hat uns in der Videoanalyse die Schwachpunkte der Bayern aufgezeigt.

Sport1.de: Welche waren das?

Müller: Das hat man ja in der ersten Halbzeit gesehen. Die Mannschaft das super umgesetzt. Wir haben zur Pause verdient 2:0 geführt. Wir hätten sogar 3:0 führen können mit ein bisschen mehr Konzentration vor dem Tor. Von daher geht ein Riesenkompliment an die Truppe, das war ein super Spiel.

Sport1.de: War Mainz so gut oder war der FC Bayern so schwach?

Müller: Die Bayern hatten sich ja schon in den ersten beiden Spielen nicht so präsentiert, wie man es von dem Verein kennt. Da haben wir unsere Chance gewittert. Wir wollten das Spiel richtig anpacken, in die Zweikämpfe gehen und den Bayern keine Luft zum Atmen geben, genau so, wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben. Von daher ist unser Plan auch aufgegangen.

Sport1.de: Allerdings hat Ihr Team nach der Pause erhebliche Probleme bekommen.

Müller: Es war klar, dass die Bayern in der zweiten Halbzeit alles versuchen würden, um das Spiel noch herumzureißen. Deshalb war das schnelle Anschlusstor das Schlechteste, was passieren konnte. Wir haben danach mit aller Kraft verteidigt, so dass es noch zum Sieg gereicht hat.

Sport1.de: Ihre Mannschaft hat in den ersten beiden Spielen keinen Sieg einfahren können. Dann kommt Bayern München, nicht eben die kleinste Hausnummer im deutschen Fußball. Haben Sie im Vorhinein einen Sieg für möglich gehalten?

Müller: Wir hatten gegen die großen Bayern nichts zu verlieren. Wir hatten einen guten Plan. Wir haben daran geglaubt, dass wir eine gute Chance haben, auch gegen die Bayern zu bestehen, wenn wir unsere taktischen Vorgaben erfüllen. Dass das ein Sieg war, ist umso besser.

Sport1.de: Wird es schwierig, die Mannschaft für das nächste Spiel gegen Mönchengladbach wieder auf den Boden zurückzuholen?

Müller: Ich denke nicht. Jeder kann den Sieg gegen die Bayern einschätzen. Wir müssen jetzt da anknüpfen, wo wir in der ersten Halbzeit gegen Bayern aufgehört haben. Wenn wir uns in den nächsten Spielen so präsentieren, dann werden wir eine gute Saison abliefern. Natürlich wird es schwierig, diese Leistung über die ganzen Spiele zu halten. Wir hatten gegen Bayern viele gute Szenen. Unabhängig vom Ergebnis können wir da sehr viel Selbstvertrauen herausziehen. Vor allem taktisch hat da alles gestimmt.

Sport1.de: Der FSV wird nun von der Konkurrenz sicher nicht mehr unterschätzt. Macht das die kommenden Aufgaben Gladbach, Hertha und Bochum schwieriger?

Müller: Es ist schwer zu sagen, wie die anderen Gegner auf uns reagieren sind. Aber wir haben jetzte eine Duftmarke gesetzt in der Liga und gezeigt, dass mit uns zu rechnen ist.

Sport1.de: Sie haben gesagt, dass Ihr neuer Trainer Thomas Tuchel Sie sehr präzise auf die Bayern eingestellt hat. Was zeichnet ihn aus?

Müller: Er ist ein ziemlich offener Trainertyp. Er sucht den Dialog mit den Spielern. Er hat eine sehr sympathische, angenehme Art, wie er mit der Mannschaft und den einzelnen Personen umgeht. Er hat die Autorität nicht durch irgendwelche Spinnereien erzwungen, wie das so manche andere Trainer tut. Es macht einfach Spaß mit ihm zu arbeiten.

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