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Traf bisher achtmal für Bayern in der Bundesliga: Mark van Bommel © getty

Mark van Bommel steht unter Beobachtung. Nach seiner Sperre muss sich der Bayer bei Aufsteiger Köln untadelig verhalten.

Von Mathias Frohnapfel

München - Mark van Bommel steht am Samstagnachmittag in Köln (ab 15 Uhr LIVE) unter Beobachtung. Von drei Seiten: dem Schiedsrichter Michael Weiner, den eigenen Mitspielern und den Medien.

Der Kapitän des FC Bayern kennt dieses gefährliche Dreieck, in dem er sich so vorsichtig bewegen muss wie ein Brummifahrer in der 30er Zone.

"Unsinnige Diskussion"

Seit der Mittelfeld-Abräumer im zweiten Saisonspiel in Dortmund vom Platz flog, scheint es eine leichte Übung, über den Zeitpunkt des nächsten Aussetzers des Holländers zu spekulieren.

Denn: In den vergangenen zehn Bundesliga-Partien handelte er sich drei Platzverweise ein. Van Bommel mochte dagegen am Freitagnachmittag im FC Bayern-Leistungszentrum seiner Sperren-Serie keine große Bedeutung einräumen.

"Ich habe mit einem komischen Gefühl die Diskussion verfolgt: Darf ein Kapitän Rot kriegen? Das ist doch völliger Blödsinn", argumentierte er. Um gleich darauf zum x-ten Mal zu betonen: "Ich habe kein Problem mit den Schiedsrichtern."

Gelassenheit will van Bommel ausstrahlen.

Sieg mit Holland pusht

Eventuell hilft ihm dabei sein gelungener Ausflug nach Mazedonien. Dort schaffte van Bommel, den Nationaltrainer und Schwiegervater Bert van Marwijk für die Niederlande reaktivierte, mit seinem Team einen 2:1-Sieg.

Moralische Unterstützung für den Bayern-Spielführer gab es auch von Philipp Lahm. Der wurde bekannterweise selbst mal als möglicher "Capitano" gehandelt. Meistertrainer und DSF-Fußballexperte Udo Lattek plädierte nach van Bommels Platzverweis besonders vehement für den untadeligen Sportsmann Lahm als Kapitän.

"Mark lässt sich nicht provozieren"

Lahm sagte Sport1.de zur Situation des Kollegen van Bommel: "Es kann sein, dass die Kölner versuchen ihn zu provozieren, aber er wird sich nicht provozieren lassen." Der Grund: "Mark ist erfahren genug, hat schon einiges erlebt, auch in dieser Saison."

Ein heikles Thema. Viel lieber fachsimpelten die beiden Bayern-Profis über Für und Wider des neuen 3-5-2-Spielsystems.

Mit neuem System ins Rheinland

Vieles deutet daraufhin, dass Coach Jürgen Klinsmann daran auch im Rheinland festhält. Lahm registrierte bisher "weitere Wege" und dass die Entscheidung 4-4-2 oder 3-5-2 auch vom Gegner abhänge.

Gegen Köln sei das mitunter ein anderer Fall als gegen Barcelona. Die einen spielten womöglich mit einem Stürmer, die anderen hätten neben Lionel Messi noch andere scharfe Waffen im Angriff.

Van Bommel stellte fest: "Es hängt davon ab, ob die Drei hinten fit sind. Wenn nicht, muss man umstellen oder jemand anderen da hinstellen." In der Dreierkette agieren aktuell Abwehrchef Martin Demichelis mit Lucio und Daniel van Buyten.

Kölner wie die Finnen?

Nationalspieler Philipp Lahm warnt derweil vor Kölnern mit finnischer Raffinesse.

"Der Gegner wird sehr defensiv spielen, daher müssen wir unsere Philosophie durchbringen. Es besteht sonst immer die Gefahr, Konter zu bekommen."

Diese Erfahrung habe Deutschland beim 3:3 ja am Mittwoch gegen die ausgebufften Männer aus dem Norden gemacht.

Oddo als Option

Womöglich könnte Massimo Oddo auf der rechten Mittelfeldseite den Bayern helfen, das taktische Konzept durchzuhalten. Lahm schätzt die Qualitäten der Leihgabe des AC Mailand. "Oddo ist sehr dynamisch, offensiv wie defensiv, hat enorm Erfahrung."

Von seinem Team verlangt der selbstbewusste Münchner das Maximum: drei Siege bis zum Wiesn-Start. "Das nehmen wir uns vor - ganz klar." Ein hohes Ziel, spielt doch Bayern nach dem Aufgalopp bei Aufsteiger Köln gegen Steaua Bukarest in der Champions League und dann zu Hause gegen Werder Bremen.

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