vergrößernverkleinern
Arjen Robben wechselte 2007 vom FC Chelsea zu Real Madrid © imago

Der spektakuläre Coup ist perfekt: Uli Hoeneß bestätigt die Einigung mit Real. Er hofft auf Robbens Einsatz gegen Wolfsburg.

Vom FC Bayern berichten Daniel Rathjen und Martin Volkmar

München - Dem FC Bayern ist ein spektakulärer Last-Minute-Transfer gelungen:

Der Wechsel von Arjen Robben von Real Madrid zum deutschen Rekordmeister ist perfekt.

"Mit Real sind wir uns einig. Wenn alles optimal läuft, kommt Robben Freitag auf die Transferliste und wir hoffen, dass er am Samstag gegen Wolfsburg spielen kann", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß

Laut Hoeneß befand sich der Offensivstar am Donnerstag bereits im Flieger in Richtung der bayerischen Landeshauptstadt und wird sich am Freitag der obligatorischen sportmedizinischen Untersuchung unterziehen.

Anschließend seien dann abschließende Verhandlungen zwischen den Verantwortlichen der Bayern sowie Robben und dessen Vater Hans vorgesehen.

"Der Deal ist so gut wie fix, es fehlen nur noch Kleinigkeiten", hatte zuvor bereits Reals Generalmanager Jorge Valdano der "tz" bestätigt.

"Die beste Wahl für mich"

"Eigentlich will ich nicht gehen, aber der Verein will mich verkaufen", sagte Robben am Donnerstag vor Journalisten: "Ich muss auch an mich denken und Bayern München hat mich wissen lassen, dass ich dort mehr als willkommen bin."

Robben weiter: "Heute morgen habe ich die Entscheidung getroffen. Das ist die beste Wahl für mich", sagte Robben der niederländischen Zeitung "Algemeen Dagblad".

Auch Real-Präsident Florentino Perez bestätigte den Deal im spanischen Radio.

Der Boss der "Königlichen", Robbens Vater und Berater Hans Robben sowie Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hatten sich am Donnerstagmorgen telefonisch über den Transfer verständigt.

Die Ablöse soll 25 Millionen Euro betragen.

Ribery angeblich 2010 nach Madrid

Darüber hinaus gibt es laut der Sportzeitung "AS" eine Abprache zwischen beiden Klubs, dass der umworbene Franck Ribery im nächsten Sommer zum spanischen Rekordmeister gehen werde.

Während über den Ribery-Deal Stillschweigen vereinbart worden sei, soll der Coup mit Robben nach der medizinischen Untersuchung auch offiziell bekanntgegeben werden.

Manager Uli Hoeneß hatte zu Wochenbeginn erklärt, dass er weitere Neuverpflichtungen bis zum Ende der Transferperiode am 31. August nicht ausschließt.

"Wir suchen keinen rechten Verteidiger und auch keinen Torwart - wir verfallen nicht in Aktionismus", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger am Rande des Testspiels gegen Union Berlin (3:1).

ManUnited aus dem Rennen

"Unsere Absicht ist es, Robben über rechts spielen zu lassen und Ribery über links", zerstreute Hoeneß Zweifel daran, dass Robben auf einer Position spiele, auf denen die Bayern schon gut besetzt seien.

"Damit ist unsere Mannschaft noch attraktiver", freute sich Hoeneß.

Damit sind die Interessenten aus der Premier League aus dem Rennen.

Manchester United soll laut der englischen Zeitung "Sun" zuletzt nur 12,5 Millionen Euro für Robben offeriert haben.

Auch der FC Liverpool hat die Fühler nach dem Kreativspieler ausgestreckt, aber ebenfalls nicht annähernd die ursprünglich von Real aufgerufenen 30 Millionen Euro geboten haben.

Der Nationalspieler war 2007 für 36 Millionen Euro vom FC Chelsea zu Real gewechselt, soll dort mit Blick auf die Zugänge wie Cristiano Ronaldo und Kaka aber keine Zukunft mehr haben.

Auch Quaresma ein Kandidat

Auf der Liste potenzieller Neuzugänge steht bei den Bayern laut "kicker" auch Ricardo Quaresma von Inter Mailand, der zuletzt an Chelsea ausgeliehen war.

Der portugiesische Außenstürmer wurde wie auch Robben schon vor zwei Jahren an der Isar gehandelt, ehe Ribery kam.

An Rafael van der Vaart ist Bayern offenbar nicht interessiert, der ins Visier genommene Wesley Sneijder (bisher alle Real Madrid) wechselt zu Inter Mailand.

Van Gaal will Neuordnung

Van Gaal hatte erklärt, dass die Neu-Sortierung des Personals ein wichtiger Bestandteil seiner Philosophie sei.

"Ich hatte fast noch keinen Einfluss auf die Spielerkäufe bei Bayern und ich habe das Team noch nicht personell nach meinen Vorstellungen durchmischen können."

Angeblich will der Niederländer das Team für die kommende Spielzeit auf bis zu acht Positionen verändern.

Keine Angebote für Lell und Toni

Momentan ist der Kader aber noch ziemlich aufgebläht 93065(DIASHOW: Die Baustellen des FC Bayern).

Rechtsverteidiger Christian Lell wurde ein Wechsel nahe gelegt, doch diesem liegt bisher kein konkretes Angebot vor.

Rückkehrer Andreas Görlitz will seine Chance suchen und testet bis Weihnachten seine Perspektive.

Luca Toni wird ebenfalls weiter dem Kader angehören. Erstens weil auch er kein Angebot hat und zweitens München gar nicht verlassen möchte.

Unklar ist derweil die Situation im Tor. Nach dem Patzer gegen Mainz sind die Diskussionen um Michael Rensing wieder voll entbrannt.

Butt wittert Chance

Bei Union Berlin stand Routinier Jörg Butt im Kasten. Er hielt zweimal stark und sieht sich wieder im Rennen.

"Ich glaube, der Trainer weiß noch nicht, wen er ins Tor stellen wird", sagte der Routinier.

Ansonsten war die Stimmung beim Rekordmeister nach dem Sieg wieder ein wenig entspannter.

"Gott sei dank haben wir gewonnen. Sonst wäre die Stimmung noch schlechter geworden", resümierte Kapitän Philipp Lahm.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel